Einige weitere Fakten über den Opel Ampera – ergänzend zum Opel Ampera Test

Ich hatte es in dem Opel Ampera Test Beitrag (in den Kommentaren) ja bereits angekündigt, dass ich noch weitere Fakten aus den zuständigen Opel Mitarbeitern herauskitzeln werde. Bevor ich nun detaillierter auf den Opel Ampera zu sprechen kommen wollte ich euch kurz mit auf die Opel Zeitreise nehmen. Besser gesagt auf die Opel-Zeitreise durch die Elektromobilität. Also, schwingt euch zu mir in den DeLorean, ich habe die Zeit schon eingestellt.

Es geht zurück in das Jahr 1969, dort startete nämlich in Santa Barbara (in einem Forschungsinstitut von General Motors) die Entwicklung des LRV. Der LRV ist das Lunar Roving Vehicle, also das Elektrofahrzeug was bei den Apollo Missionen 15 bis 17 mit im Weltall war. Opel griff also schon früh zusammen mit dem Mutterkonzern zu den Sternen. Ein paar Jahre später ging es dann auch elektrisch auf die Straße. Während früher Raketen-Fritz im RAK auf Rekordjagd war, spielte Georg von Opel lieber mit dem Elektrobaukasten. In einem Opel GT verbaute er zwei gekoppelte Gleichstrom-Motoren, passte die Karosserie zur Steigerung der Aerodynamik noch etwas an und erzielte dann mit dem Opel Elektro GT im Jahre 1971 sechs Weltrekorde. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h fuhr der Elektro GT (der übrigens mit 1,7 Tonnen genauso schwer war wie der aktuelle Opel Ampera) 44 Kilometer weit. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 188 km/h. Hier habe ich euch mal zwei Fotos von so einem Elektro GT mitgebracht:

Opel forschte weiter und zwischen 1990 und 1997 ging es auch einen großen Schritt nach vorne. 1990 wurde auf Basis des Opel Kadett E ein Elektroauto hergestellt, Impuls 1 hieß das Meisterstück. Der herkömmliche Verbrennungsmotor wurde durch einen 16 kW Gleichstrom-Motor ersetzt. Der Impuls 1 erzielte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bei einer Reichweite von ca. 80 km. Wer A sagt muss auch B sagen, also folgte der Impuls 2 auf der Basis vom Astra F Caravan: 2 Drehstrom-Motoren wurden von 32 Blei-Säure Batterien mit Leistung versorgt. Zusammen erreichten die beiden Motoren 61 PS. Da alle guten Dinge 3 sind, basierte der Impuls 3 ebenfalls auf dem Astra F Caravan. Bei diesem Fahrzeug wurden neue Batteriesystem erprobt. Man testete Nickel-Cadium sowie Natrium-Nickelchlorid Batterien.

Seit über 10 Jahren setzt Opel auch in die Entwicklung der Wasserstoff-Brennstoffzelle, so wurde auf der Basis vom Opel Zafira A der HydroGen1 welcher als Brennstoffzellen-Konzeptfahrzeug sage und schreibe 11 internationale Rekorde aufstellte. 109 PS Dauerlast, 163 PS Spitzenlast – das sind doch Werte mit denen es sich leben und vor allem fahren lässt, denn diese Leistung stellte das umweltfreundliche kompakt Kraftwerk im Fahrzeug zur Verfügung. 75 PS leistete der Drehstrom-Elektromotor im HydroGen 1. Ein Grund für Opel weiter zu forschen und zu entwickeln. Die Leistung wurde erhöht, die Reichweite gesteigert und vor allem wurde z.B. der HydroGen3 im Alltag getestet. Mehr als 100 Testfahrzeuge sind inzwischen vom HydroGen4 im Einsatz, zusammen haben sie über 3,22 Millionen Kilometer zurück gelegt und das bei 160 km/h Höchstgeschwindigkeit, 320 Kilometer Reichweite und einer Spitzenleistung von 128 PS.

© Opel 2011

Daher kam es doch überraschend, dass Opel den Ampera vorstellte, ich hatte eigentlich mit einer serienreifen Brennstoffzelle gerechnet. Der Opel Ampera hat sicherlich seine Kritiker, jedoch überzeugt er durch das gelungene Konzept auch Autofahrer die vorher die Elektromobiltät eher belächelt hatten. Denn nun kann man Elektro-Fahrspaß haben ohne die Angst haben zu müssen einfach mal so liegen zu bleiben.

So, hier endet die Zeitreise, nun sind wir wieder im Jahre 2011 angekommen, der Opel Ampera verfügt über eine 16 kWh Lithium-Ionen Batterie. Mit der Markteinführung nimmt Opel mal wieder eine Vorreiterrolle ein, denn der Opel Ampera ist das erste europäische alltagstaugliche Elektrofahrzeug mit einer verlängerten Reichweite.

Ihr hattet noch ein paar Fragen, ich habe mich bemüht diese zusammenzustellen und kann euch jetzt schon mal den Tipp geben, auch den Opel Ampera Blog von Opel direkt zu verfolgen, denn da wird Dr. Kunstmann von Opel in Kürze die Frage beantworten, wie viel kWh der Wagen verbraucht, wenn man einen 86 PS Motor für den Generator benötigt. Beim Fahren mit Benzin wird ja – wenn ich es richtig verstanden habe – nur der Generator betrieben und nicht noch zusätzlich die Batterien geladen. Natürlich wird Herr Dr. Kunstmann auch weitere technischen Fragen zum Ampera direkt im Opel Ampera Blog beantworten, da bin ich also auf den Beitrag gespannt.

Auf die Frage nach den Instandsetzungskosten (Batterie defekt, austauschen) habe ich Stefan Seibert nachfolgende Frage gestellt:

Herr Seibert, einer unserer Blogleser hat die Frage gestellt, wie teuer denn so ein Akku wäre. Sprich als Ersatzteil, wenn dieser dann doch mal nach den 160.000 km schlapp machen würde. Eine Frage die ich so nun einfach mal direkt an Sie weitergeben möchte.

Hier die Antwort von Herrn Stefan Seibert, Produkt- und Markenkommunikation Opel Deutschland:

Die Garantie für die Batterie geht bis zu 160.000 km, von daher ist mit einem Austausch innerhalb eines durchschnittlichen “Autolebens” nicht zu rechnen. Natürlich ist solch ein Bauteil wie eine Batterie bei den kleinen bisherigen Produktionsstückzahlen teuer, der Preis wird aber mit zunehmender Nachfrage und der damit einher gehenden Steigerung des Produktionsvolumens sehr bald sinken.

Ich muss gestehen, mir hätten in der Antwort auch ein paar weitere Zahlen gefallen, denn wie sollen wir nun wissen um wieviel der Preis sinken wird, wenn wir nicht einmal den Anfangspreis kennen. Nun gut, müssen wir wohl noch etwas abwarten. Versprochen hatte ich euch noch einige Fotos vom Opel Ampera, das Versprechen möchte ich nun auch noch einlösen und zeige hier noch ein paar Schnappschüsse von der Opel Ampera Probefahrt:

Bis dato ganz vergessen, so sieht der Schlüssel aus. Ihr seht die Vorstartfunktion bzw. die Möglichkeit den Stromdeckel (Tankdeckel stimmt in dem Zusammenhang ja nicht) zu öffnen:

Schneller als die Polizei erlaubt ist man mit dem Opel Ampera, denn man merk die Beschleunigung nicht, d.h. da muss man am Anfang schon mal etwas häufiger den Blick zum Tacho schweifen lassen:

1,7 Tonnen wiegt der Opel Ampera, genauso viel wie der Elektro GT aus den 70er Jahren, doch der Opel Ampera bietet nicht nur mehr Platz und mehr Technik sondern sieht, mit Verlaub, auch besser aus:

Mit der Rückfahrkamera lässt sich der Opel Ampera auch besonders gut ausparken, doch immer schön auf die Umgebung achten:

Auf der IAA 2011 hatte ich ja schon den Ampera in rot gesehen, hier vorne ist er auch noch mal in silber. Welcher gefällt euch am besten?

Die Scheiben sind übrigens nicht rundum verdunkelt, auch wenn es auf diesem Bild hier so aussieht. Getönt sind die Scheiben leicht, vermutlich um die Wärme draußen zu lassen, denn schließlich will man nicht zu viele Strom an die Klimaanlage verlieren. Daher gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug vorab herunterzukühlen, bzw. zu heizen. Sprich wenn das Fahrzeug noch am Stromnetz hängt. Opel hat auch weitergedacht, ihr habt günstigen Nachtstrom? Dann ladet den Opel Ampera doch einfach bei Nacht auf? Ihr habt Solarstrom? Dann einfach Tagsüber! Die Zeit bestimmt ihr… wann es euch und eurem Geldbeutel am besten passt!

Ihr habt weitere Fragen? Ihr wollt weitere Fotos sehen? Wünsche sind da um erfüllt zu werden, nur eine Probefahrt, die können wir euch nicht ermöglichen, da müsst ihr noch etwas Geduld haben bis der Opel Ampera beim freundlichen Opel Händler steht.

5 Gedanken zu „Einige weitere Fakten über den Opel Ampera – ergänzend zum Opel Ampera Test

  1. “Beim Fahren mit Benzin wird ja – wenn ich es richtig verstanden habe – nur der Generator betrieben und nicht noch zusätzlich die Batterien geladen.”
    Jepp. Das aufladen der Batterie mittels RE ist nicht angedacht.
    Allerhöchstens durch den Modus “Halten”, kann man z.B. in Vorausplanung einer längeren Reise (über die Autobahn) hier den RE erzwingen zu laufen damit die Batterie bei konstanter Ladung gehalten wird und in unmittelbarer Nähe zum Ziel, einer Metropole/Emissionsauflagen incl., dann die volle Batterieladung abrufen und ausschließlich stromern bis zum Stopp.
    Daher ist es auch tabu an stromlosem Parkplatz quasi im Standgas mittels RE seine Batterie laden zu können/geschweige zu dürfen (s.a. winterliche Eiskratzer bei laufendem Motor…)…

  2. Die Batterie über den Motor zu laden wäre meines Wissens nach Energieverschwendung, da hierbei nur Energie umgewandelt wird und Co² entsteht. Darum ist diese Funktion nicht angedacht.

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