Nissan Leaf Test: die Reichweite ausgereizt – #NissanLeafCar32

Waren wir am Tag der Anlieferung nur ein ein paar erste Kilometer mit dem Nissan Leaf gefahren, sollte es am nächsten Tag direkt auf “große Fahrt” gehen. Dazu hatten wir zwar den Wagen über Nacht geladen, aber die morgendliche Anzeige der Reichweite mit vollen Akkus war nicht wirklich berauschend. Das sollte sich ja im Laufe des Alltagseinsatzes verbessern, aber an diesem Morgen war der Bordcomputer scheinbar nicht von mehr Reichweite als ca. 130 km zu überzeugen. Wir erledigten erst noch einige Dinge in den umliegenden Ortschaften, waren dabei immer in der Fahrstufe D und entsprechend zügig unterwegs, noch immer begeistert von der Performance, die so ein Elektroauto an den Tag legt. Die restliche Reichweite wurde natürlich immer geringer, sollte aber der Theorie nach durchaus noch für den geplanten Trip am Nachmittag reichen.

Dann war es soweit. Es lag eine Strecke von 60 Kilometern vor uns: 30 hin und 30 zurück. Der Nissan Leaf zeigte uns ca. 90 km an. Passt. Auf dem Hinweg ging es oft bergab, wir fuhren flott in Fahrstufe D unseres Weges, die Reichweite nahm in den Bergabpassagen aufgrund des Rekupierens sogar noch zu. 110 km standen da zeitweise. Natürlich wurden die Landestandsbalken des Akkus nicht mehr, aber das interessierte uns nicht so.

Dann kam der Rückweg. Einige können sich sicherlich schon denken, was nun folgt. Wer vorher runter fuhr, muss auch irgendwann wieder hoch. Und das ist etwas, was ordentlich am Akku lutscht. Man gibt Strom, damit der Leaf flüssig den Berg hinauf fährt und kann dabei dem Fallen der Reichweite zusehen. Leider nicht im Verhältnis zur gefahrenen Strecke. Eher so: 100 m fahren, 1 km Reichweite weg. Und das machte uns dann doch etwas nervös. Als wir noch 15 km Restreichweite und eine Strecke von rund 12 Kilometern vor uns hatten war ich noch relativ unbeschwert.

Leider ging es weiter bergauf. Natürlich hatten wir aus der Fahrstufe D schon lange in eco gewechselt. Doch das alles half nichts. Die Reichweite sank rapide, immer mehr Balken verschwanden. Bei 8 km und nur noch einem verbliebenen Balken war nicht nur meine Frau sehr angespannt, auch ich war mir nicht sicher, ob wir noch zu Hause ankommen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel war es dann soweit: der letzte Balken war verschwunden und die Restreichweite ebenso. Einzig drei Striche (—) waren zu sehen. Immerhin waren wir “oben” das heißt es ging nicht mehr rauf und runter. Fast schon im Schneckentempo rollten wir im eco-Modus gen Heimat.

Und was soll ich sagen? Wir sind angekommen. Erstaunlich, was hier anscheinend noch an Reserven vorhanden ist, selbst wenn der Nissan Leaf behauptet, dass es das war. Der Wagen verschwand langsam rückwärts in der Garage und wurde sofort an den Strom gehangen. Erleichterung machte sich breit und die Erkenntnis, dass man, wenn man in einer bergigen Gegend wie der Nordeifel wohnt, anders planen muss.

14 Gedanken zu „Nissan Leaf Test: die Reichweite ausgereizt – #NissanLeafCar32

  1. Interessant, Marco. Verstehe ich es richtig? – Im Alltagsgebrauch, bzw. auf deiner beschriebenen Fahrt 60 km + Reserve Reichweite mit einer vollen Ladung?

    Danke & Gruß,
    Moritz

  2. Nein, wie im Text erwähnt hatten wir zuvor noch Dinge mit dem Wagen erledigt, so dass dieser natürlich nicht mehr über volle Akkus verfügte.

  3. Hab ich doch schon, denn der Leaf ist hier mangels eigenem Wagen auch tatsächlich im täglichen Alltagseinsatz unterwegs. Aber immer ein Beitrag nach dem anderen. ;-)

  4. joh, ein paar mehr fakten wieviele reize+reichweite (!) so wirklich im alltag bleiben.
    von A…BILD kam da ja schon sehr ernüchterndes, freilich auch zu ungemütlicher witterung.
    die man sich im alltag aber auch nicht aussuchen kann (!)

  5. Darauf werde ich auch noch in einem der nächsten Beiträge eingehen, denn tatsächlich beschlugen uns am Anfang häufig die Scheiben, was natürlich mittels Klimaanlage schnell in den Griff zu bekommen war – natürlich zu Lasten der Reichweite.
    Also noch ein wenig Geduld, ihr werdet bald bedient.

  6. gab’s früher mal im autobereich, ausdünstungen der weichmacher mit entspr. niederschlag.
    ansonsten bei häusern…einfach mal googlen/wikipedia..;o)

  7. Moin Marco,
    ich empfehle dir mal den mobilen DC Schnelllader @fast von e8energy. Passt in den Kofferraum und lädt den Leaf in 45 Minuten. Somit kannst Du auch mal weitere Strecken zurücklegen. Den nötigen 32A Stecker haben übrigens fast alle Nissan Händler…:)
    Die freuen sich wenn Du laden kommst. Ist echt was für Vielfahrer!
    Grüße
    Michel

  8. Hallo,

    ich habe gestern meinen LEAF abgeholt. Als ich das Auto bestellt habe, gab es in Hessen noch kein Autohaus, welches den LEAF im Programm hatte. Also habe ich den LEAF in Pforzheim bestellt. Entfernung zu mir nach Hause: 120 KM. Nach vielen Berichten, dass der LEAF über die Autobahn nur und 100 Km schafft bin ich in Pforzheim mit einem zu 95% geladenen Auto losgefahren. Angezeigte Reichweite: 165 Km. Nach 120 Km Heimfahrt hatte ich noch 50 Km Restreichweite. Ich hätte also – auch über die Autobahn – die 165 Km locker erreicht. Allerdings bin ich immer im Ökomodus gefahren, Klimaanlage aus maximal 100 Km/h. Heute habe ich den LEAF nach 140 KM und 23 Km Restreichweite in 5 Stunden 40 voll geladen.
    Bergauffahrten sind natürlich ein Reichweitenkiller. Der LEAF verführt einen aber auch zu einer sportlichen Fahrweise. Staunende Porsche – Fahrer mit offenem Mund – herrlich ;-) Viele Grüße Ralf

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