Erster Eindruck: Citroën DS3 Racing

Von wegen “orange trägt nur die Müllabfuhr”, auch ein kleiner Franzose nutzt es als Kontrastfarbe zum düsteren schwarz. Und es ist eine klare Kampfansage, denn der unter der kurzen Haube des Citroën DS3 Racing werkelnde Reihenvierzylinder presst stolze 207 PS aus den gerade einmal 1,6 Litern Hubraum.

Citroën DS3 Racing mit Jan Gleitsmann von auto-geil.de am Steuer

Ich gebe es zu: als Citroën den Namen DS ausgerechnet für einen Kleinwagen wiederbelebte, war auch ich schockiert, schließlich bin ich mit den gleichnamigen Limousinen des Herstellers sowie deren Nachfolgern aufgewachsen, wie das nachfolgende Bild beweist, das mich in sehr jungen Jahren neben einer Göttin zeigt. Aber zurück zum aktuellen DS3, der seit 2010 frischen Wind in die Modellpalette von Citroën bringt.

Den finde ich nämlich wirklich interessant, denn sind wir doch mal ehrlich, in den 90er Jahren hat sich Citroën nicht gerade mit designtechnischen Leckerbissen aus dem Einheitsbrei hervorgehoben. Fahrzeuge wie beispielsweise der Saxo, ZX oder Xsara waren sicherlich tolle Autos, lockten aber keinen hinterm Ofen hervor. Da ist den Franzosen mit dem DS3 meines Erachtens ein großer Wurf gelungen und ich freue mich jedes mal, wenn ich einen sehe, was aber leider viel zu selten vorkommt. Denn so richtig präsent ist die Marke Citroën irgendwie nicht, da ist Peugeot mit seinen kleinen Flitzern wesentlich häufiger anzutreffen. Als Fan der Marke Citroën hoffe ich natürlich, das sich dies in Zukunft ändert.

Die Citroën Neuheiten-Tage hielten neben dem von mir gefahrenen Citroën Berlingo auch einige DS3 bereit. Und zwar in den flotten Versionen. Während die extrem limitierte Version Citroën DS3 Racing S.Loeb mehr zum Angucken gedacht war, durften die “normalen” ebenfalls limitierten Racing-Versionen auch mal bewegt werden. Wie schon beim Berlingo war das Zeitfenster knapp, reichte aber für einen ersten Eindruck, der definitiv Bock auf mehr machte. Natürlich ist ein 207-PS-Fahrzeug, dass mit dem Standardfahrer (75 kg) nur 1.240 kg auf die Waage bringt, nicht gerade langsam unterwegs und so musste man seinen Gasfuß vor Ort schon arg im Zaum halten, um nicht ein weiteres Opfer der angekündigten Radarfalle zu werden.

Trotz meinem alten Problem der Körperlänge von 1,92 m, was häufig aufgrund mangelnder Kopffreiheit zu Platzangst führt, und einer Schuhgröße von 46, was häufig zum Tritt mehrerer Pedale gleichzeitig führt, hatte ich im DS3 keinerlei Schwierigkeiten. Die Sportsitze passten gut und insgesamt kam fast schon etwas wie eine Wohlfühlatmosphäre auf. Ich kann mir gut vorstellen, dass man es recht sportlich in dem kleinem Giftzwerg angehen lassen kann, die Beschleunigung auf der kurzen Strecke machte meinen Beifahrer aber sicherlich nervös, so dass ich weitestgehend gesittet wieder zurückfuhr, was dank des 6-Gang-Schaltgetriebes im Citroën DS3 Racing auch kein Problem darstellte.

Der Preis von 30.990 Euro für das limitierte Sondermodell ist definitiv nicht ohne, allerdings gehört man als Besitzer zu einem doch recht kleinen Kreis von Individualisten, die mit ihren Kleinwagen eine Menge Spaß haben und mit ihren vertikalen LED-Tagfahrlichtern andere Verkehrsteilnehmer vor sich her scheuchen – bis sich eine Überholmöglichkeit ergibt. Der auf einem der hier gezeigten Bilder zu sehende Audi R8 wäre aber vermutlich ein zu hoch gestecktes Ziel. Der konnte aber hinter dem Traktor auch nicht schneller fahren. Im Stau sind halt alle gleich, egal ob Klein- oder Sportwagen – oder halt eine Mischung aus beidem.

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