Nissan Leaf Test: Halbzeit und Zwischenfazit – #NissanLeafCar32

Als der Kilometerstand “meines” Nissan Leaf auf 3014 wechselte, fuhr ich rechts ran, um in Ruhe ein (leider nicht so gutes) Foto davon machen zu können. Warum genau bei 3.014 km? Weil der Wagen bei der Anlieferung gerade einmal jungfräuliche 14 Kilometer anzeigte. Das heißt, bei 3.014 km hatten wir dem Neuwagen glatte 3.000 km aufgebrummt. 3.000 km im Elektroauto. 3.000 km im Nissan Leaf.

Und das auch noch fast passend zu Hälfte der Testzeit. Gut, die Halbzeit war um wenige Tage überschritten, aber was macht das schon? Die zeit ist reif für ein kleines Zwischenfazit. Und das fällt sogar ganz gut aus, auch wenn das häufig den Eindruck erweckt, man sei gekauft. Doch der Nissan Leaf überzeugt uns tatsächlich im Alltag. Wir nutzen ihn exzessiv, was man an der Laufleistung erkennen kann. Und tatsächlich ist seine Reichweite für die meisten Dinge, die wir als Familie so zu erledigen haben, durchaus ausreichend.

Natürlich ist dabei nicht alles eitel Sonnenschein. Auch wir entdecken im Alltagseinsatz Dinge, die uns nicht gefallen. Für mich könnte beispielsweise der Fahrersitz noch ein paar Zentimeter mehr nach hinten zu schieben sein, auch wenn ich in der hintersten Position mit 1,92 m Körperlänge halbwegs bequem sitze. Als Audiofetischist und Bassliebhaber fehlen mir Einstellmöglichkeiten in Sachen Klang und der eingebrachte Teppich löst sich an häufig mit Füßen getretenen Stellen schon ein wenig.

Viele Dinge, die Außenstehende oder Mitfahrer faszinierend finden, fallen uns im Alltag gar nicht mehr auf. Die Stille zum Beispiel.Klar, wenn ich Leute mitnehme oder fahren lasse, dann ist meist das Radio aus und die Menschen sind überrascht, dass man nichts hört und der Wagen schon “läuft”. Im Alltag fällt dies kaum auf, da wir gerne laute Musik hören und somit der Unterschied der Geräuschkulisse im Vergleich zum Auto mit Verbrennungsmotor nicht mehr so extrem ist. Schön ist, dass die meisten Menschen, an denen man vorbeifährt, grinsen oder die Hand ans Ohr und / oder den Daumen nach oben halten.

Dafür muss man dann aber auch gut aufpassen. Zum Beispiel auf Passanten, die einfach nach Gehör ohne zu gucken die Straße überqueren oder hinter einem ihren Einkaufswagen vorbeischieben, weil sie nicht hören, dass man aus der Lücke rollt. Dabei ist unter anderem auch die Rückfahrkamera für eine erste Orientierung sehr hilfreich. Und beim parken ist sie ein Traum. Warum es allerdings vorne dann keine Einparkhilfe mehr gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Die könnte der Nissan Leaf nämlich gut brauchen, der Abstand nach vorne ist dank der abfallenden Frontpartie kaum einzuschätzen.

Noch immer denken manche Leute, dass auf den Logos noch die Schutzfolie drauf ist. Da aber fast jeder Hersteller auf blaue Logos an Elektrofahrzeugen setzt, sollte sich das irgendwann rumgesprochen haben – hoffe ich. Persönlich überrascht war ich übrigens davon, dass die Reichweitenanzeige irgendwann Werte von über 175 km anzeigte. Dabei ist das die von Nissan angegebene Maximalreichweite. Bergab konnte ich so schon eine Reichweite von 189 km erreichen, was sich natürlich schnell auch wieder erledigt hatte. Immerhin fehlte da aber auch schon ein Balken. Faszinierend finde ich es dennoch und so werde ich versuchen, eine Zahl von 190 oder mehr zu erreichen.

Bisher sind wir sehr zufrieden mit dem Nissan Leaf, nur zwei Mal haben wir uns bewusst einen anderen Wagen geliehen, um weitere Strecken fahren zu können. Dafür hält sich der Wartungsaufwand am Leaf echt in Grenzen, nur mal Wasser für die Scheibenwaschanlage auffüllen und den Luftdruck der Reifen kontrollieren – fertig. Dass mir Nissan aber einen weißen Wagen gegeben hat, mit dem man alle zwei Tage zur Waschbox muss, ist echt übel. ;-) Zum Ausgleich bekomme ich dann bestimmt einen Nissan GT-R als nächsten 100-Tage-Dauertester. Aber den bitte mit Tankkarte!

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