Fahrbericht – Test – Meinung: Nissan NV 200 – Evalia 2012

In meinem Ersteindruck hatte ich ja bereits geschildert, dass der NV 200 von Nissan von mir keinen Schönheitspreis verliehen bekommen würde, doch in der Klasse zählen andere Dinge und eines muss ich euch nun nach fast 14 Tagen NV 200 sagen: Schön praktisch ist er, der Evalia!

Während der Probezeit ist mir häufiger das schon im ersten Beitrag gelobte Keyless-Go System positiv aufgefallen, denn mit einem Kind auf dem Arm kann man so wahrlich leicht die Tür öffnen und das Kind in den Kindersitz setzen. Die Schiebetüren öffnen weit und auch die Gurte sind lang genug um sämtliche Kindersitze zu montieren. Die Gurtschlösser hinten “geben” allerdings etwas nach, da müssen die jungen NV 200 Mitfahrer noch etwas üben um sich selber leicht anzuschnallen. 

Sehr positiv aufgefallen ist auch die leichtgängige Heckklappe, die große Heckklappe lässt sich sehr leicht öffnen und auch schließen. Mitbewerber haben damit Schwierigkeiten, so z.B. der VW Caddy, dessen Heckklappe man wahrlich zuknallen muss was nicht nur anstrengend ist sondern auch eher nervtötend. Die Rückspiegel vom NV 200 sind großzügig dimensioniert, mit der Rückfahrkamera lässt sich der Transporter spielend einparken. Begeistert war ich von den großen Getränkehaltern, direkt im Armaturenbrett, also dort wo man die Getränke braucht. Bis zu 1 Liter Flaschen lassen sich dort unterbringen, ein echter Mehrwert – vor allem für längere Strecken!

Stauflächen sind zahlreiche vorhanden, warum das Fahrzeug kein abschließbares Handschuhfach hat weiß ich nicht, vermissen würde ich es allerdings auch nicht denn ein Auto ist ja kein Safe! Sicher gefühlt habe ich mich im NV 200, selbst bei höhereren Geschwindigkeiten machte das Fahrzeug keinerlei Probleme. Gewünscht hätte ich mir eine Mittelarmlehne (die es aber im Zubehör gibt: Mittelarmlehne Nissan NV 200 ab BJ. 2010)  und ggf. noch eine Gurthöhenverstellung, die fehlt beim NV 200. Der Sitz lässt sich zwar in der Höhe verstellen, jedoch können kleine Fahrer schnell an die Grenzen stoßen. Das Lenkrad lässt sich auch nur minimal hoch und runter verstellen, darauf sollte man also bei einer Kaufabsicht achten: Sitze ich bequem, passt das Lenkrad, wie sitzt der Gurt? Wenn alle drei Punkte geklärt sind, darf die weiteren Highlights des Fahrzeuges erforschen. Wer öfters mit Kindern unterwegs ist, der kennt das Phänomen der offenen Türen. Dank einer Anzeige weiß der Fahrer nun genau welche Tür offen ist und erspart sich somit einige Wege.

Bei den nass-kalten Temperaturen die wir zur Zeit haben, habe ich mich sehr über die Sitzheizung gefreut. In zwei Stufen lässt sich diese für den Fahrer- und Beifahrersitz schalten und heizt sehr schnell auf. Ich bin ja jemand der nie die Anleitung liest, ich möchte ein Auto “von selbst” verstehen. Da stand ich dann – mit meiner Selbsterkenntnis – und hab den Tankdeckel nicht aufbekommen. Der Hebel sitzt nämlich im Bereich unterhalb des Lenkrades, ich hatte im Türeinstieg gesucht und natürlich vorher auch noch wie ein wilder auf die Tankklappe gedrückt. Wenn man das einmal weiß, ist die Sache auch rund. Der Einfüllstutzen sitzt übrigens rechts, direkt hinter der Beifahrertür.

Überzeugt hat mich das 6-Gang Getriebe, leichtgängig macht der Gangwechsel viel Freude und bei dem kleinen Diesel Motor muss man ja häufiger mal hoch und runter schalten.

So? Kritik? Das Fahrwerk ist schon “hart” und die Laufkultur vom Diesel Aggregat lässt zu wünschen übrig! Die 175/70R14C T Reifen könnten auf Grund der C-Decke, sprich LKW Decke auch etwas teurer werden wenn die mal abgefahren sind. Ansonsten? Ein toller Van, Familientransporter! Wirklich! Der Gepäckraum lässt kaum Wünsche offen, im Innenraum wird es auch bei höheren Geschwindigkeiten nicht zu laut und für die Kinder gibt es hinten sogar noch Klapptische zum spielen, malen etc… für Familienfahrzeuge empfehle ich immer die Laderaumwanne zu kaufen: Kofferraumwanne für Nissan NV200

Fazit: Günstiger Familien-Van mit hoher Alltagstauglichkeit, günstig im Verbrauch (6,4 Liter Diesel auf 100 km während des Tests) und mit Platz für  bis zu 7 Personen. Das Fahrzeug könnte demnächst Kultstatus erreichen, wird es vermutlich in zahlreichen Filmen zu sehen sein, denn ab 2013 wird der NV 200 in New York als Taxi eingesetzt und – ja – so in gelb – finde ich ihn auch gleich viel attraktiver:

 

3 Gedanken zu „Fahrbericht – Test – Meinung: Nissan NV 200 – Evalia 2012

  1. deine Caddy- Heckklappe geht vermutlich leichter zu wenn du n Fenster oder ne Tür auf hast. Sonst fabrizierst du n Unterdruck und dann ist klar das du die Klappe mit viel Kraft zu drücken musst ;) lass einfach ein Fenster n kleinen Spalt auf dann gehts leichter, ich weiss im Winter ist das doof …

    1. Ja, aber ganz ehrlich Muetze, was ist das denn für eine Lösung? Die hat man mir bei VW auch erzählt! Tür aufmachen, dann geht die Heckklappe leichter zu. Funktioniert! Tadellos, aber ich renn doch nicht erst um das Auto um eine Tür zu öffnen wenn ich mal nur an die Heckklappe will…

      1. wie gesagt du kannst auch einfach abends wenn du heimkommst ein Fenster n Spalt offen lassen. Dann ist die Scheibe am nächsten Morgen auch nicht so beschlagen.

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