Gesucht und gefunden: Deutschlands bester Einparker!

“Ich werde sowieso letzter…” – “Ich kann nicht einparken…” – “Wir lassen einfach die Lisa gewinnen…”, am Vorabend zur Einparkmeisterschaft von transparo hatte ich etwas Angst vor den Aufgaben die da vor uns lagen. transparo hatte zwei Gruppen eingeladen um sich einen sportlichen Wettstreit zu stellen. Facebook-Freunde, Gewinnspiel-Gewinner und Blogger waren vor Ort. Moderiert durch J.P. Kramer und unterstützt durch Jorge Gonzales ging es um die Wurst. Gesucht wurde der beste Einparker. Gefunden wurde er auch… doch dazu später.

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Landshut im Nebel. Aber trotzdem wunderschön! Ehrlich! Landshut wäre auch so mal eine Reise wert, doch uns zog es zum ADAC Fahrsicherheitsplatz Landshut / Ellermühle. Dort hatte das gut organisierte ORGA-Team von transparo zusammen mit dem Auto-Fritze einen Parcour und ein Catering-Zelt aufgebaut. Wie gesagt, gesucht wurde “Deutschlands bester Einparker” und hier sind die Aufgaben:

Lincoln Stretchlimousine einparken:

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Meine erste Aufgabe war es mit einer 9 Meter langen Lincoln Stretchlimousine (aus dem Jahre 1992) einzuparken, gar kein leichtes Unterfangen, denn man sieht nach hinten nicht wirklich viel. Ich war in einer “Gruppe” zusammen mit Moritz Nolte vom automobil-blog.de und mit Bjoern Habegger von mein-auto-blog.de – ich kann euch sagen, der Wettkampf ging schon bei der ersten Challenge los, der Siegeswillen wurde geweckt. 21,3 Sekunden brauchte ich um das Fahrzeug einzuparken, dazu kamen 2 Strafpunkte (á 10 Sekunden) da ich hinten die beiden Linien überfahren hatte. Wie hart der Wettkampf werden würde wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, denn Bjoern hatte auf die Zehntelsekunde den gleichen Wert hingelegt.

Ich mach mich zum APE-Liebhaber:

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Vom größten zum kleinsten Fahrzeug. Schon mal eine APE gefahren? Interessantes Gefährt! Bjoern schaffte es in 30 Sekunden, ich brauchte nur 21 Sekunden und Moritz legte mit 20 Sekunden die Bestzeit hin. Ihr seht schon, hier ging es wirklich (noch) sehr knapp zur Sache. Mit der APE hätte ich gerne noch eine Runde vorwärts gedreht, doch es ging weiter zur dritten Station.

Französisch-Deutsche Freundschaft:

Hier sehen wir gerade Robert Basic, der sämtliche Hinweise der Einparkhilfe ignoriert und mich auf eine glorreiche Idee gebracht hat:

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Taktische Kriegsführung, sonst hätte ich keine Chance auf den Sieg. Das wusste ich bereits bei der dritten Challenge und so hab ich eine Planänderung eingeschoben. Ich habe mit dem Citroen absichtlich die hintere Linie überfahren (10 Strafsekunden dafür bekommen) aber den Einparkvorgang innerhalb von 16 Sekunden absolviert. Moritz konnte ich so z.B. 8 Sekunden abknöpfen, hinter den Kulissen wurde also schon mit harten Bandagen gekämpft. Im normalen Straßenverkehr kann ich so natürlich nicht einparken. Obwohl? In Frankreich ist das Kontaktparken ja schon olympisch. Mein olympischer Gedanke “Dabeisein ist alles” war zu dem Zeitpunkt allerdings schon verflogen, ich wollte gewinnen und es sah auch gar nicht schlecht aus:

Zur Mittagspause führte ich also, es war aber wahrlich knapp. Uns trennten nur Sekunden, die ersten 4-5 Plätze in der Bloggerwertung waren sehr nah beieinander und ich glaubte schon nicht mehr an den Gesamtsieg, da nun die (für mich) schwierigsten Aufgaben folgten.

Netter Side-Kick übrigens: Ein anderer Teilnehmer (ich habe “natürlich” vergessen wer das war), hat mit dem Citroen die “Bande” umgekippt, diese hätte fast Jorge Gonzales von seinen Schuhen geholt. Dafür kam es dann 0-Stil-Punkte (die natürlich nur ausserhalb der Wertung vergeben wurden):

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Auf High-Heels in den LKW

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Klingt nach einem Film den man in den Videotheken ganz hinten rechts finden könnte, oder? Ich fühlte mich nicht wirklich wohl in den glitzernden Schuhen mit hohem Absatz. Ich hatte Angst vor der ein- oder anderen Bänderdehnung doch ich wollte auch nicht der Spaßverderber sein. Also: Schuhe aus, rein in die High-Heels, ab zum LKW und einparken. Das Einparken klappte mit einer Zeit von 1,17 auch ganz gut. Im Dreikampf zwischen Bjoern und Moritz lag ich damit ganz weit vorne, doch dann sah ich die Zeit von Jan Gleitsmann: 0,27! Er hatte von Jorge ein paar Style-Punkte mehr bekommen, dadurch wurden ihm ein paar Sekunden abgezogen. Dennoch, eine phänomenale Leistung, vermutlich hat er im Mercedes-Benz Museum heimlich mit dem Mercedes-Benz 407 geübt.

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Ich war nie gut in Mathematik, aber kurz überflogen stand für mich klar: Ich führe, muss aber noch zur schwierigsten Prüfung. Da waren alle Zeiten vertreten von 1,44 bis hin zu 3,30 Minuten. Moritz legte in der Blogger-Wertung mit 1,44 die Bestzeit hin und Jan holte gerade mächtig auf. Ich musste mir also etwas einfallen lassen für die letzte Prüfung:

Blind einparken mit dem Renault R4

Die anderen Teilnehmer hatten eine Begleitperson auf dem Beifahrersitz die dann mit (mehr oder weniger) guten Ratschlägen den Fahrer, der einer undurchsichtigen Brille erblindet war, helfen sollten. Ich hätte nicht den rad-ab.com Blog wenn ich nicht etwas außergewöhnliches probieren wollte. Einmal komplett blind und ohne Hilfe einparken… und das obwohl ich zu dem Zeitpunkt an der Spitze lag.

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Ich sprach mich kurz mit dem Besitzer des Renault R4 ab, schließlich wollte ich sein Kapital nicht gänzlich zerstören. Der Wagen fuhr schließlich auch schon im Kinofilm “Bibi Blocksberg” über die Kinoleinwand. Anschließend hatte ich noch schnell J.P. Kramer und das Kamera-Team informiert und dann saß ich auch schon allein, im R4, auf meinen 4 Buchstaben. J.P. hat damals wohl zu viel “Wetten dass…?!?” gesehen und machte den Thomas-Gottschalk-Gedenk-Test. Er hat mich nicht dabei geschlagen, aber mit dem Mittelfinger doch sehr getroffen. Wir hatten das anschließend noch geklärt ;).

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Mein Plan: Ich lenke voll ein, fahre 3 Sekunden rückwärts – halte kurz an – lenke in die andere Richtung und fahre weitere 3 Sekunden – finde dann die Hupe und gebe damit das Signal für die Stoppuhr. Damit lag ich gar nicht so schlecht, denn mein Vorteil war: Die anderen hatten sich mehr Strafpunkte eingesammelt! Ich stand zum Schluss mit 3 Reifen in der Parklücke, bekam also 10 Sekunden Strafe aufgebrummt und erzielte eine Gesamtzeit von 0,32!

Ganz allein, ganz erblindet klappte das mit dem Einparkversuch doch gar nicht so schlecht, so stand das Fahrzeug dann da, da hab ich in der Innenstadt schon mal schlechtere gesehen ;)

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22 Sekunden blind im Auto – ich empfehle es euch nicht, ihr habt kein Raumgefühl! Mit der guten Zeit war zu dem Zeitpunkt klar, ich lag vorne, nicht nur in der Blogger-Wertung, nein auch in der Gesamtwertung, doch bleiben wir hier nur bei den Bloggern!

3,07 war meine Gesamtzeit, auf Platz 2 folgte Jan Gleitsmann und auf den dritten Platz Moritz Nolte. Damit ihr mal wisst wie knapp das ganze verlaufen ist: Auf den vierte Platz parkte sich Bjoern Habegger, genau 3 Sekunden hinter Moritz! 3 Sekunden! Fabian auf dem 5., Lisa auf dem 6. und das dynamische Duo – bestehend aus Robert Basic und Nicole Männl verparkten sich etwas auf dem letzten Platz. Da zählt dann allerdings auch wieder der olympische Gedanke – dabei sein war alles. Mir hat es viel Freude gemacht, ich möchte mich bei meinem Vater bedanken, der mir (natürlich auf einem abgesperrten Gelände) schon recht früh das Einparken beigebracht hat. Ich möchte meinem Fahrlehrer danken, der mir das Lenkradwischen beim Einparken nicht ausgeredet hat, denn sonst wären mit dem Citroen die 0,16er Zeit nicht möglich gewesen. Danken möchte ich auch meiner Freundin, denn schließlich war heute ja ein Familiensonntag doch dafür nehme ich sie auch mit.

Was habe ich gewonnen?

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Ruhm und Ehre? Auch! Viele neue Erkenntnisse und Fahreindrücke? Auch! Ich wusste am Anfang gar nicht, dass auch die Blogger etwas gewinnen können umso mehr habe ich mich über den Preis gefreut. Moritz bekam für den 3. Platz einen Tankgutschein und einen ADAC Fahrsicherheitskurs, Jan bekommt nun für ein halbes Jahr das Auto regelmäßig gereinigt und ich? Ich nehme meine Freundin im nächsten Jahr mit nach Monte-Carlo. Wir fliegen zur Formel 1, nächtigen im Hotel und werden die Zeit hoffentlich geniessen. Genossen habe ich heute die Gastfreundschaft und ein tolles Orga-Team. Vielen Dank transparo & an Fritz Rössler – dem Auto-Fritze aus München für sein Vertrauen bei der “Blindfahrt” mit seinem Renault R4! Ich gehe nun jede Wette ein, dass die bloggenen Kolleginnen und Kollegen in naher Zukunft zahlreiche Fotos und Videos veröffentlich werden…  und das ist auch gut so!

9 Gedanken zu „Gesucht und gefunden: Deutschlands bester Einparker!

  1. Hi Jens, ich verneige mich vor dem Einpark Gott. Das blinde Parken versuche ich auch einmal ;-)
    Also nochmals Herzlichen Glückwunsch zum Sieg.

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