Angetestet: Nissan GT-R

Geht es nach einem Werbeslogan, dann ist der Nissan GT-R der ultimative Sportwagen für jeden Tag. Ein Grund mehr für einen kurzen Testbericht über den ehemaligen Porsche-Killer, denn inzwischen fischt der GT-R in ganz anderen Gefilden.

Was ist das für ein Typ? Ein brachialer Sportwagen mit 4 Sitzplätzen, 2 Turboladern, 3,8 Liter Hubraum und in der aktuellen Version 550 PS. 632 Newtonmeter liegen an der Kurbelwelle an und innerhalb von 2,8 Sekunden durchbricht man die 100 km/h Grenze. Schluss mit Lustig ist bei Tempo 315 km/h, bzw. wenn die Autobahn nicht mehr her gibt. Damit dürfte klar sein: Der Nissan GT-R ist ein Sportwagen, der den Vergleich nicht scheuen muss.

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Wie fährt er sich? Bei der kurzen Probefahrt habe ich das brettharte Fahrwerk gespürt, den brachialen Motor und das Getriebe, welches scheinbar die Gänge mit dem Vorschlaghammer reinknallt. Positiver Nebeneffekt: Einen Abfall vom Ladedruck kann man so nicht feststellen. Angetrieben werden alle 4 Räder und die drehen nur selten durch. Für die maximale Beschleunigung gibt es die Launch-Control, eingeschaltet – auf Gaspedal getreten – und man bekommt einen Tritt ins Kreuz, wird in den Sitz gepresst und hält sich am Lenkrad fest. Kurz: Der GT-R ist eine Fahrmaschine!

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Kann ich mich darin sehen lassen? Nun, einen GT-R sieht man recht selten, leider sind einige Fahrzeuge im “Fast n Furios Style” aufgemotzt, was die einen schön finden ist für andere eventuell peinlich. Wer Benzin im Blut hat, kann sich in einem GT-R natürlich sehen lassen, ganz egal ob in der Stadt, auf der Landstraße oder auf der Autobahn. Auf Grund der 4 Sitzplätze könnte man mit dem GT-R sogar die Kinder zum Kindergarten oder zur Schule bringen.

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Ist er praktisch und Familientauglich? Was ist praktisch? Praktisch gesehen hat der Nissan GT-R ein 315 Liter großen Kofferraum, auf die Rücksitzbank (ohne Kopfstützen) passen Zwerge, also Kinder – Erwachsene sollte man dort nicht platzieren, es sei denn es ist die Schwiegermutter und diese ist nicht groß-gewachsen. Empfehlen würde ich die optional erhältliche Einparkhilfe für vorne und hinten, denn fast jedes andere Fahrzeug ist in Punkto Übersichtlichkeit dem GT-R überlegen, aber das dürfte auch die einzige Disziplin sein wo der GT-R scheitert, es sei denn man sucht den Spritsparmeister, aber das ist eine andere Baustelle.

Höhepunkt? Das Gefühl wenn man auf das Gaspedal drückt und man Sekunden später den Tunnelblick erleben darf, die Beschleunigung ist so brachial – das kann man kaum beschreiben. Im GT-R gibt es noch eine große Anzahl von Anzeigen, doch auf die schaut man kaum – man hat schließlich den Blick auf die Straße gerichtet und dort findet man vermutlich so schnell kein schnelleres Fahrzeug wenn man unterwegs ist.

Tiefpunkt? Wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Lasst uns nun nicht über den Verbrauch reden, doch er ist natürlich der Tiefpunkt vom GT-R. Der Wert wird mit 11,8 Liter angegeben, ich gehe jede Wette ein, dass der sportlich ambitionierte Fahrer diesen Wert locker verdoppeln kann. Anders rum muss man natürlich auch sagen, dass derjenige der sich einen GT-R in die Einfahrt stellen kann auch gerne der beste Freund vom Tankwart ist.

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Kann ich ihn mir leisten? Wo bekommt man einen Sportwagen mit 6-Zylinder Turbomotor, Allradantrieb, 550 PS, 632 Newtonmeter und einem Kofferraum mit Kompaktwagengröße für den Preis von unter 95.000 €? Bei Nissan! Vergleichbare Werte würden vermutlich ein Ferrari oder ein Lamborghini auf die Straße bringen, doch diese Fahrzeuge kosten etwa das Doppelte. So viel Spaß für “wenig Geld”… für die meisten sicherlich ein unerreichbarer Traum, doch für die gibt es den Nissan GT-R ja auch in zahlreichen Computer- und Konsolenspielen!

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Fotos und Text: Jens Stratmann

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