Angetestet: Opel Adam

Über den neuen Opel Adam habe ich hier auf Rad-ab.com ja schon einige Worte verloren, war bei der Vorpremiere vom Opel Adam zugegen und jetzt hat sich die Möglichkeit ergeben, den Adam einmal persönlich kennenzulernen. Vorgestellt wurde er mir schon in Paris, doch nun sind wir gemeinsam ein paar Kilometer unterwegs gewesen.

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Was ist das für ein Typ? In meinem ersten Beitrag habe ich Ihn “Mini-Killer” genannt, das muss ich nun noch ausweiten, denn auch den Fiat 500 steckt der Opel Adam locker in die Tasche. Der Opel Adam ist frisch, hat keinen direkten Vorgänger den man nun “retrorisch nachempfinden” kann. Der Adam ist frisch, fröhlich und man hat dabei auch noch Spaß dabei. Über den Namen brauchen wir heute keine Witze mehr machen, der Plan von Opel (wenn es ein Plan war) ist dermaßen aufgegangen den Kleinstwagen kennt nun jeder (und jeder spricht ihn anders aus).

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Wie fährt er sich? Der 3,70 Meter lange Opel Adam ist dabei unglaublich wendig und bietet vor allem eine sehr tolle Rundumsicht. Mit dem Opel Adam an seiner Seite gelingt also auch jeder Einparkvorgang, zur Not halt mit der Einparkhilfe die den Opel Adam auf Knopfdruck in die Parklücke lenkt. Der Fahrer / die Fahrerin muss nur noch Gas geben und bremsen. Unter der Haube kommen zunächst bewährte 4-Zylinder mit einer Range zwischen 70, 87 und 100 PS. In etwa 1 1/2 Jahren dürften dann auch die neuen Motoren von Opel im Adam verbaut werden. Getestet habe ich den 87 PS Benziner, meine Wahl wäre dann wohl eher der 100 PS Antrieb, bzw. der Motor der in Planung ist (Turbo, 6-Gang Getriebe und vermutlich mit einer Leistung zwischen 120-150 PS). Wie von den Opel Motoren bekannt, bringen die mit steigender Drehzahl auch etwas Fahrspaß, wer flott unterwegs ist wird vermutlich den Normverbrauch knacken, selbst wenn man die optionale Start-Stopp Automatik hinzu bestellt. Wie immer ist der Verbrauch von der Fahrpedalstellung abhängig, wer vorausschauend fährt und nicht ständig Vollgas gibt, der kann sparsam durch die Stadt oder über Land fahren. Während der Fahrt ist mir besonders positiv aufgefallen, dass der Opel Adam mit wenigen Schaltern auskommt, der Innenraum wirkt nicht überfrachtet. Das Lenkrad (neu, sportlich designt) liegt gut in der Hand und verfügt über gut erreichbare Schalter.

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Kann ich mich darin sehen lassen? Der Käufer gestaltet sich seinen Adam so wie er ihn gerne hätte. Ob nun 18″ Felgen und Sportfahrwerk oder 16″ Felgen und LED-Sternenhimmel. Der Kreativität sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Der Opel Adam ist ein Lifestyle-Produkt, wer sich “jung” genug fühlt um damit klar zu kommen, der kann sich auch in einem Opel Adam sehen lassen. Bis dato war ich immer der Meinung, dass der Adam für die jüngere Zielgruppe gedacht wäre, aber ich fürchte, der Adam wäre auch ein Fahrzeug für meinen Vater und der geht im nächsten Jahr in die Rente.

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Ist er praktisch und Familientauglich? Eine besonders hohe Familientauglichkeit würde ich dem Opel Adam nicht unterstellen, auf die beiden Rücksitze passen Kinder, in den Kofferaum 170 Liter. Familientauglichkeit gehört aber auch nicht zu den Kernkompetenzen des Opel Adam, hier geht es eher um die Individualisierungsmöglichkeiten, die ansprechende Haptik und die Qualität der verbauten Werkstoffe. Praktisch ist der Opel Adam für 2-Personen Haushälte oder als Zweitwagen, für Singles oder oder oder… denn er ist klein, frech und gewinnt schnell den Kampf mit der Parklücke. Im Innenraum gibt es einige Ablagefächer, das Lenkrad ist gut verstellbar, eigentlich fehlt nur noch die Gurthöhenverstellung für die etwas kleineren Mitmenschen. Praktisch ist auch die Möglichkeit, sich seinen Adam aufzuwerten: Lenkradheizung? Kein Problem! Totwinkelwarner? Kein Thema! Ledersitze? Klar, ist möglich! Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Dinge die sonst nur in der Luxusklasse verbaut wurden finden nun auch Einzug in den Opel Adam, praktisch für diejenigen die auf etwas Luxus nicht verzichten möchten aber kein großes Fahrzeug benötigen.

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Höhepunkt? “Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt” hatte mal Pippi Langstrumpf gesungen. Im automobilen Bereich war dieses bis dato eher nur begrenzt möglich. Mit dem Opel Adam setzte Opel in Paris alles auf eine Karte und präsentierte auschließlich das neue Modell, denn schließlich musste man sämtliche Indivualisierungen ja auch mal zeigen. Es gibt 12 verschiedene Farben, 3 verschiedene Dachlackierungen, über 30 verschiedene Designs für die Räder, 15 verschiedene Designs für die Sitze, 6 verschiedene Dachhimmel (davon einen mit einem LED Sternenhimmel für gerade mal ein paar Euro Aufpreis) und und und… einen zweiten “gleichen” Adam wird man vermutlich nur finden, wenn man sich direkt zwei gleiche Fahrzeuge konfiguriert und bestellt. Opel denkt mit und spendiert dem kleinsten Opel aller Zeiten auch das FlexFix Fahrradträger System. Ein Fahrrad (bis zu einem Gewicht von 30 kg) kann hier transportiert werden.

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Tiefpunkt? Der Tiefpunkt ist eine zu hohe Ladekante, vermutlich dem Unfallschutz geschuldet, ist die Kante von ca. 30 cm doch etwas zu hoch und stört vermutlich nicht nur beim Einkauf. Der große Vorteil: Die direkten Mitbewerber um die Lifestyle-Krone machen es auch nicht besser! Ich hätte mir einen Start-Knopf für den Motor gewünscht, ein weiterer Wunsch geht ja in Erfüllung – ein 6-Gang Getriebe ist im Anmarsch!

Kann ich ihn mir leisten? Ja! Einen Opel Adam kann man sich leisten! Qualtität made in Germany, geplant in Rüsselsheim, gefertigt in Eisenach, zu einem Einstandspreis der überzeugt. Ich hab mal in die Preisliste geschaut, für ca. 14.000 Euro bekommt man einen sehr gut ausgestatteten kleinen Flitzer. Zu teuer? Ich habe für meinen Opel Corsa B (90 PS) im Jahre 1997 30.000 DM ausgegeben und hatte weniger Lifestyle, weniger Luxus und vor allem weniger Fahrspaß! Ein paar Details vom Opel Adam werde ich in weiteren Beiträgen “beleuchten”… das war ja nun erstmal nur der Angetestet-Beitrag.

20121109-181841.jpgText & Fotos: Jens Stratmann

17 Gedanken zu „Angetestet: Opel Adam

  1. Schöner Bericht. Auto gefällt mir, wie z. B. auch der Mokka. Problem ist und bleibt, dass die Motorenentwicklung aus nachvollziehbaren Gründen hinterherhinkt. So werden eben immer noch die ‘üblichen Verdächtigen’ eingebaut. Das war letztlich auch der Hauptgrund, warum ich nach Corsa und Meriva dann doch zu VW mit ihren besseren Common Rail-Dieseln gewechselt bin

    1. bei den Kleinsten wird sich das vermeintliche Motoren-Defizit wohl noch am ehsten relativieren, in tests mit meßwerten erst recht.
      Ob 2-Zylinder (Fiat) oder (up!-)3-Zylinder, als auch MINI-teuer ab Basis(motor), sie alle vollbringen keine Wunder bei Verbrauch + Fahrleistungen !
      Und 6-Gang ist auch nicht überall, geschweige ein Allheilmittel (der Notwendigkeit).

      Aber sicherlich wird’s mit den neuen SIDI bei Opel in vielen Modellen demnächst noch richtig interessant !

    1. “Amok”? Oh gott, wie soll ich denn nun den Suchbegriff wieder verschweigen? Den Innenraum kannst du dir so machen wie du ihn gerne hättest, kein Adam sah aus wie der andere, leider gab es bei der Fahrveranstaltung nicht die Möglichkeiten öfters die Fahrzeuge zu wechseln.

    2. hat doch was, irgendwie vom mosaik-badezimmer-look der 70er ;o) aber es gibt ja reichlich auswahl + tausch-möglichkeiten auch später noch !

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