Fahrbericht: Nissan Navara 3.0 V6 Automatik 2012

Für ca. 46.000 Euro bekommt man einen nigelnagelneuen Nissan Navara in der Topausstattung. Unter der Motorhaube befindet sich dann ein 3.0 Liter V6 Common Rail Diesel der mit einer Leistung von 231 PS und 550 Nm den viertürigen Pickup (Doppelkabine) wahrlich zügig nach vorne schiebt. Geschaltet wird bei dem Fahrzeug über eine 7-Gang Automatik, die mir teilweise etwas zu träge reagiert, aber ein Pick-Up ist ja kein Sportwagen auch wenn der Navara 3.0 locker die Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h erreicht.

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Sportlich sind eher andere Werte: Eine maximale Steigung von 81% kann sich durchaus sehen lassen und ich war ja schon mal mit einem Nissan Navara auf dem kleinen Grand Prix Kurs vom Nürburgring und dort konnte ich mich davon überzeugen, dass das Fahrwerk durchaus Nehmer-Qualitäten hat. Vorne Drehstab, hinten Blattfedern – wer hätte das gedacht, denn im Innenraum poltert es nicht wirklich, auch wenn andere behaupten, dass die hintere Starrachse den Fahrkomfort schmälert.

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Eine Starrachse hinten hat aber ganz andere Vorteile. Die große Ladefläche kann dank der Starrachse mit Blattfederung nämlich auch dementsprechend beladen werden, fast eine Tonne kann der Pick-Up zusätzlich laden und 3,0 Tonnen ziehen ist bis zu einer Steigung von 12% auch kein Problem. Der 80 Liter Tank reicht für eine theroretische Reichweite von 800 km, wenn man die Kraft des Motors aber öfters mal ausnutzt reduziert sich dieser Wert gewaltig.

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Auf die Ladefläche passt auch locker eine Euro-Palette, in den Innenraum fünf Personen die sich dann auch noch auf attraktive Ledersitze platzieren dürfen. Ledersitze im Nutzfahrzeug? Natürlich, die mit Ziernähten veredelte Sitze sind auch leichter zu reinigen. Leicht zu reinigen ist so ein offener Pick-Up wahrlich nicht, so ein Fahrzeug darf nämlich nicht in die normale Waschanlage.

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Was möchte ich kritisieren? Kein wirkliches Nissan Navara Problem, doch auch Nissan konnte keine Abhilfe schaffen: Die Heckklappe vom Pick-Up muss man mit viel Kraftaufwand schließen, da wird man schnell zum Wecker der Nachbarschaft. An der Vorderachse gibt es eine Scheibenbremse, hinten eine Trommel und das ist meiner Meinung nach keine gelungene Kombination um das Fahrzeug zügig abzubremsen.

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Was möchte ich loben? Auf der Ladefläche gibt es optional ein Schienensystem zur Befestigung des Ladeguts, ein Thema was viel zu selten thematisiert wird. Die Ladungsicherung und die Folgen. Im Innenraum bietet der Nissan Navara wirklich ausgesprochen viel Platz, viel Kopffreiheit und für ein Nutzfahrzeug auch viel Luxus. Elektrische Fensterheber, Zwei-Zonen Klimaanlage, ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz mit Sitzheizung. Der Navara Pick-Up ist besser ausgestattet als mein privater PKW und darüber hinaus ist er verdächtig leise. Also ich meine nun nicht wenn man Vollgas gibt, ich meine eher wenn man mit Tempo 120-130 auf der Autobahn unterwegs ist. Wir dürfen nicht vergessen, der Navara ist ein Pick-Up, ein Arbeitstier, ein Geländewagen und trotzdem lässt es sich entspannt reisen. Die Verarbeitung möchte ich schon fast mit einem PKW vergleichen auch wenn man teilweise merkt, dass bei dem Fahrzeug der Sparstift angesetzt wurde. Der Tankdeckel wird nicht über einen Hebel sondern mit dem Schlüssel geöffnet, aber das sind wahrlich Kleinigkeiten. Kindersitze passen ohne Probleme auf die hintere Sitzbank, ist diese unbesetzt kann man diese umklappen um so z.B Einkäufe dort unterbringen.

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Weitere Nissan Navara Beiträge findet ihr hier:

auto-geil.de: Fahrbericht von Jan

rad-ab.com: Mit dem Navara auf dem Nürburgring

Mein Fazit: Der Nissan Navara ist ein Nutztier, welches aber auch im Haus gehalten werden kann. Manierlich kann man mit ihm “vorfahren” ohne negativ aufzufallen, brachial kann er transportieren und gönnt sich dabei nicht einmal zu viel Kraftstoff. Mit einem Verbrauch von ca. 10 Litern Diesel auf 100 km ist der Navara natürlich kein Sparschwein, aber die “Sau” wühlt sich ja auch nicht durch Dreck, Matsch und Waldwege. Einen Platz vor dem Kindergarten / der Schule und der Respekt der anderen ist einem sicher. Doch ein kleines Problem hatte ich schon mit dem Pick-Up: Man hat auf einmal ganz viele Freunde in der Nachbarschaft: “Du hast doch da so ein großes Auto, können wir mal kurz…” aber was tut man nicht alles für die Nachbarschaft. Fliesen transportieren, Holz für den Ofen holen oder einfach auch nur Rindmulch für den Garten, alles kein Problem für den Navara. Kleiner Tipp: Gönnt euch das Schiebedach und die Rückfahrkamera. Das Schiebedach macht den Innenraum schön hell und die beiden großen Rückspiegel machen in der Kombination mit der Rückfahrkamera das Einparken zum “Kinderspiel” (für größere Kinder).