Eine Runde mit dem Nismo Leaf RC – kein Fahrbericht!

“Willst du nicht mal eine Runde mit dem Nismo Leaf RC drehen?” – “Klar, wo ist die Fernsteuerung?” … immer wenn ich RC höre, denke ich an ferngesteuerte Fahrzeuge, dabei steht das RC für “Racing Competition” und damit wird auch schnell klar, dass ich keine Fernsteuerung bekomme. Nein, ich musste auch keine Runde mit einem Gamepad auf der Playstation fahren, sondern ich durfte auf die Rennstrecke. Leider wirklich nur für eine Runde, eigentlich schade, hatte ich mich doch sehr schnell an die kleine Rennversion vom Elektro-Leaf gewöhnt.

Die starkt modifizierte Rennversion wiegt 40 Prozent weniger als der serienmäßige Leaf. Der Elektrosportwagen ist aber auch flacher, etwas länger und wiegt gerade mal 930 Kilogramm. Das geringe Gewicht wurde durch den Einsatz von Kohlefaser-Verbundmaterial erreicht, außerdem wurde auf alles verzichtet was man im Rennsport nicht benötigt. ABS? Quatsch! Klimaanlage? Fehlanzeige! Hintere Türen, Dämmmaterial und sonstigen Schnick-Schnack? Nicht im Nismo Leaf RC, der ist ein Rennwagen – auch wenn er nicht so klingt.

Fotos vom Nissan Leaf Nismo RC:

Nein, vom Klang her da hört man nicht viel. Kein Motorengeräusch, kein sonorer Sound der durch Mark und Bein geht, keine Vibrationen in der Bauchgegend und auch kein Auspuffknallen wie man es bei herkömmlich betriebenen Rennfahrzeugen schon mal hört. In ca. 7 Sekunden ist der Nismo RC auf 100 km/h. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h kann er bis zu 20 Minuten auf der Rennstrecke verbleiben. Dank einem Schnellladesysteme dauert der Boxenstop nur 30 Minuten, sprich drei Fahrzeuge braucht man schon um eine Stunde im Rennbetrieb unterwegs zu sein. Ideal gelöst: Die Gewichtsverteilung: Motor, Batterie (48 Module / 192 Zellen / 24 kWh) und Inverter sitzen in der Fahrzeugmitte. Der Heckspoiler ist vom Cockpit aus verstellbar und unter der Karosserie findet man zahlreiche Motorsport-Artikel verbaut. Die 225er Reifen, die sich auf 8×18″ Felgen in den Radkästen drehen, versuchen die Kraft von 280 Nm (die von Anfang an anliegen) auf die Straße zu bekommen. Das Übersetzungsverhältnis liegt übrigens bei 7.9377 zu 1! Im Gegensatz zum serienmäßigen Nissan Leaf ist dieses Fahrzeug mit einem Heckantrieb ausgestattet und ja – ich glaube mit dem könnte man auch driften!

Nach einer Runde war schon Schluss. Damals wollte ich auf der Kirmes immer noch eine Runde mit dem Karussell fahren, genauso ging es mir gestern – ich wäre gerne noch eine Runde gefahren, oder zwei, oder drei…

4,46 Meter ist er lang, 1,94 Meter breit und gerade mal 1,21 Meter flach. Der Radstand liegt bei 2,6 Metern und dazwischen findet man wahrlich eine Menge Carbon, eine abnehmbare, einteilige Front, ein einteiliges Heck und moderne LED Rückleuchten und Scheinwerfer. Ja! Nissan macht (zusammen mit Nismo) verrückte Dinge und ja, ich stehe darauf, in ein paar Wochen fahre ich einen Elektro-Supersportwagen und seit gestern habe ich verdammt viel Lust darauf, auch wenn ich den Klang von einem Rennwagen auch nicht missen möchte.