Angetestet: neue E-Klasse 2013 : Limousine und T-Modell

Angesehen hatte ich mir die neue E-Klasse ja schon vor der eigentlichen, offiziellen Weltpremiere. Im Rahmen des #MBRT13 hatten wir die neue E-Klasse von Los Angeles nach Detroit begleitet. Angesehen! Ja, dass passt! Denn fahren durften wir die neue E-Klasse noch nicht. Mercedes-Benz arbeitet da extrem professionell und so mussten auch die Teilnehmer vom Roadtrip auf die offizielle Fahrvorstellung warten. Diese fand, für uns, gestern statt und ich habe die Gunst der Stunde genutzt, euch meine subjektiven Highlights der neuen E-Klasse aufzuzeigen und habe mir natürlich auch die “Angetestet” Fragen gestellt:

Was ist das für ein Typ?

“Wenn ich Mercedes fahren will, ruf ich mir ein Taxi!” – gähn! Was für ein alter Spruch, der Spruch hat so einen langen Bart… denn wenn ich ein Taxi fahren will, dann wähle ich den Mercedes! Das passt inzwischen wirklich, denn da weiß ich als Fahrgast, dass ich hinten bequem sitze. Die neue E-Klasse ist nicht nur hinten bequem sondern bietet auch technisch gesehen (teilweise optional und somit Aufpreispflichtig) einige Highlights. Eigentlich für die S-Klasse gedacht wurden diese nun von Mercedes auch in die E-Klasse gebracht, was für ein Ritterschlag für die “gute, alte” und jetzt ganz neue E-Klasse!

Wie fährt sie sich?

Ich müsste lügen wenn ich euch nun eine fundierte Meinung dazu abgeben könnte, ich war viel zu sehr beschäftigt damit sämtliche Assistenzsysteme zu probieren. Auf den spanischen Kurven (wir waren im Hinterland von Barcelona unterwegs) fühlte ich mich in der E-Klasse “wie zu Hause” und das spricht doch für sich, oder? Die Sitze? Bequem! Die Sitzposition? Für mich (1,75 cm, 72 kg) perfekt!  Das Fahrwerk tut das was es soll: Stöße dämpfen, ein aufschaukeln vermeiden und den Rücken vom Fahrer schonen. Genau das tut das Fahrwerk der E-Klasse.

Kann ich mich darin sehen lassen?

Aber nur wenn ich mich selber nun auch optisch anpasse, die neue E-Klasse ist optisch “jünger” geworden. Frisch, modern, sportlich gezeichnet. Der Mann mit dem Hut passt immer noch rein, doch die umhäkelte Klopapierrolle hat auf der Hutablage nun wahrlich nichts mehr zu suchen. Ein Mercedes-Benz gibt mir immer dieses Gefühl, dass alles dort ist wo es hingehört. Das ist auch bei der aktuellen E-Klasse der Fall. Neu ist nur die Uhr zwischen den Lüftungen im Armaturenbrett. Die kannte ich so vorher nur von der S-Klasse und bringt nun also ein Hauch “Luxus” in die Oberklasse. Ich mag die Uhr, sie hat etwas traditionelles und genauso traditionell geht Mercedes auch mit der E-Klasse um: Dieses mal muss man sich die Frage stellen: Mit oder ohne Stern auf der Motorhaube?

Ist sie praktisch und familientauglich?

Im Innenraum gibt es genügend Platz, bei der Limousine steht einem ein Kofferraumvolumen von 540 Litern zur Verfügung. Beim T-Modell sind es sogar 695–1.950 Liter. Mir fehlte es etwas an zusätzlichen Ablagefächern, da bieten inzwischen andere Hersteller verdammt clevere Lösungen. Keine Flaschen in die Türtaschen? Ja, wo leben wir denn?

Höhepunkt?

Die Fülle von den ganzen Assistenzsystemen, darauf ist Mercedes-Benz nicht ohne Grund stolz drauf. Hoffentlich werden diese durch den Großserien-Einsatz demnächst auch für andere Klassen erschwinglich. Das Fahrerassistenz-Paket Plus bittet mit einem  Aufpreis von 2678 Euro zur Kasse, ich würde zusätzlich noch zu den LED Scheinwerfern greifen und zum Comand Online (bei audiophilen Ohren dann gerne auch in Verbindung mit dem B&O Soundsystem).

Tiefpunkt?

Die Tatsache, die erfahrenen Assistenzsysteme in der nächsten Zukunft vermissen zu werden. Beeindruckt war ich schon im Mercedes-Benz Simulator, doch die neuen Features können schon einige. Andere Assistenzsysteme von anderen Herstellern müssen sich mit diesem Klassenprimus nun messen lassen. Der neue Spurhalte-Assistent mit Staufolge-Assistent (Distronic Plus), da wünschte ich mir nun für die Probefahrt schon einen kurzen Stau. Die Fahrzeuge, die bei der Fahrveranstaltung zur Verfügung standen, waren in der Regel sehr gut ausgestattet und wecken nun natürlich die Begierde, dabei darf ich nicht vergessen zu erwähnen, dass der Getränkehalter für die Mittelkonsole z.B. Aufpreis kostet.

Kann ich Ihn mir leisten?

Nehmen wir mal den E 250 CDI, dieser fängt an bei 46.320 Euro (Kombi 49.533 Euro). Mit etwas Ausstattung liegen wir also bei ca. 60.-70.000 Euro und bekommt dafür dann ein Fahrzeug welches um die Pole Position in der Oberklasse fährt, sich dabei beim Kraftstoffverbrauch eher zurückhaltend verhält. Dieses Fahrzeug sind wir als T-Modell gefahren, der 2,2 Liter Diesel zieht mit seinen 204 PS auch ordentlich an und stieß auch nicht in den spanischen Bergstraßen an seine Grenzen, auch wenn man dem Fahrzeug dort sein Gewicht schon etwas angemerkt hat. Man darf nicht vergessen: Vollbeladen wären 2,5 Tonnen ohne weiteres möglich!

Fotos:

Einige der Features wie z.B. die Distronic Plus oder das automatische Ausparken haben Jan Gleitsmann und ich zusammen in dem nachfolgenden Video festgehalten, dort verrate ich euch auch meinen größten Kritikpunkt an der neuen E-Klasse:

Meine Wunschkonfiguration inkl. Preis und Leasingrate der neuen E-Klasse:

Damit ihr mich besser einschätzen könnt, hier mal ganz genau die E-Klasse die ich mir persönlich, für mich und meine Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder, 1 Hund) konfigurieren würde:

E 250 CDI 4MATIC T-Modell als Grundmodell, anschließend muss ich mich entscheiden ob ich den Stern auf der Motorhaube möchte (Elegance) oder ob der gute Stern im Kühlergrill mitfahren darf (Avantgarde) – ich habe mich für das letztere entschieden, obwohl ich beide Versionen sehr attraktiv finde. Die Memory-Funktion brauche ich nicht, da meine Freundin und ich fast die gleiche Sitzposition haben. Für 523,60 Euro habe ich mich für die Alarmanlage entschieden. Natürlich habe ich auch das schon beschriebene Assistenzsysteme-Paket gewählt: “Das Fahrassistenz-Paket Plus ist eine Kombination von verschiedenen sich ergänzenden Sicherheits- und Komfortfeatures. Dazu gehören DISTRONIC PLUS, Brems-Assistent BAS PLUS, PRE-SAFE® Bremse, Aktiver Totwinkel-Assistent sowie Aktiver Spurhalte-Assistent.”

Das kleine Sportpaket muss reichen, man muss ja schließlich auch auf den Geldbeutel achten. Da ich auch auf meine Kinder achte bekommen diese hinten den Sonnenschutz und das Fondsicherheitssystem (inkl. Sidebags und Gurtstraffer hinten). Bei der Farbe wüsste ich jetzt schon, dass meine Freundin und ich uns tierisch streiten würden. Ich finde die neue E-Klasse in weiß verdammt sexy, vermutlich würden wir uns auf silber einigen – eine Farbe die der E-Klasse auch sehr gut steht. Bei den Felgen würde ich mich für die 19″ Felgen entscheiden – ja ich weiß – ist nicht so bequem, aber da fährt das Auge dann halt doch mit. Nun wird es kleinlich, das Brillenfach kostet fast 30 Euro, aus Kostengründen habe ich mich gegen das fast 2.200 Euro teure Panorama Glasdach und mich für die Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC entschieden. Den Flaschenhalter für 77 Euro finde ich frech, aber da ich mich kenne (und ich somit den Bedarf von diesen Halter ermitteln konnte) muss ich in den sauren Apfel beißen, dabei wurde es nun – gerade im Hinblick auf ein Smartphone mit Apfel erst richtig kostspielig: Fast 9000 Euro für das Infotainmentsystem, dafür muss eine alte Oma lange für stricken und da selbst eine Fernbedienung mit 142 Euro berechnet wird, steigt der Gesamtpreis in die Höhe. Mit dem LED Licht, was man, wenn man es einmal gefahren ist, nicht mehr missen möchte komme ich auf einen Gesamtpreis von 76.624 Euro. Mist, ich bin inzwischen echt verwöhnt, oder? Knapp unter 70.000 Euro bleibe ich also in dem ich auf das B&O Soundsystem und weitere Annehmlichkeiten verzichten würde, dann würde ich auch bei einer Leasingrate von 600 Euro landen und dann sieht die Welt doch schon wieder ganz anders aus.

Genau damit kommen wir zum Punkt: Das Fahrzeug ist sicherlich sein Geld wert, doch Hand aufs Herz: Ich sehe dieses Fahrzeug als Flottenfahrzeug, als Geschäftsfahrzeug, für Außendienstmitarbeiter, für Vorstandsmitglieder, für Betriebsleiter und dafür ist die E-Klasse ein ideales Fahrzeug. Häufiger durch die Arbeit mal abgelenkt im Fahrzeug können die elektronischen Helfer zur Seite stehen, optional kann man sich auch SIRI ins Fahrzeug holen und die neue Schildererkennung rettet einen sogar wenn man mal die “falsche” Autobahnauffahrt nehmen möchte. Ich weiß, wir sind alle super Autofahrer und wollen uns nicht bevormunden lassen, doch in dem Fall gebe ich den guten Stern gerne an Mercedes und bedanke mich dafür, dass der Hersteller die Straßen wieder ein wenig sicherer macht.

Weitere Berichte über die neue E-Klasse: Jan Gleitsmann – Auto-geil.de