Tests von Opel und TÜV Rheinland bestätigen Kältemittel-Sicherheit R1234yf

Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Ganz ehrlich? Dieses ganze Klimaanlagen-Thema ist völlig an mir vorbei gegangen. Wir haben im Auto ca. 15 Liter Flüssigkeit (grobe Schätzung) wenn der Tank leer ist die der Umwelt gefährlich werden könnten, eines davon ist halt das Kältemittel der Klimaanlage. R1234yf (wer hat sich eigentlich diese Bezeichnung ausgedacht?) Ich weiß nicht genau was der Test gekostet hat den Opel da nun hat machen lassen, aber das Ergebnis dürfte nun einige beruhigter schlafen lassen:

Was hat der Crashtest ergeben?

Das neue, klimafreundliche Kältemittel R1234yf kann gefahrlos in Klimaanlagen von Automobilen verwendet werden. Dies haben jetzt realitätsnahe Crashtests bestätigt, die Opel gemeinsam mit dem renommierten technischen Dienstleistungskonzern TÜV Rheinland durchgeführt hat. Testobjekt war der preisgekrönte und mit fünf Euro NCAP-Sternen ausgezeichnete SUV Opel Mokka.

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Warum musste der Crashtest eigentlich sein? Wo liegen die Vorteile vom R1234yf?

Die Klimaanlagen aller Mokka, die seit Januar 2013 hergestellt werden, sind gemäß der neuen, strengen Anforderungen der EU-Richtlinie 2006/40/EG mit einem klimafreundlichen Kältemittel zu befüllen. Die Vorschrift besagt, dass alle neu typgeprüften Autos mit einem Kältemittel ausgerüstet sein müssen, dessen Treibhauspotenzial (GWP = Global Warming Potential) unter 150 liegt. Während das herkömmliche Kältemittel R134a ein GWP von 1.430 hat, weist das neue R1234yf nur ein GWP von 4 auf, hat also einen um 99 Prozent geringeren Treibhauseffekt. R134a baut sich in der Erdatmosphäre zudem erst nach 30 Jahren ab – R1234yf bereits nach elf Tagen.

Unterm Strich war also vorher schon klar, dass R1234yf besser ist für die Umwelt – nun musste nur noch die Sicherheit bewiesen werden, richtig? Wie wurde das überprüft?

Die von Opel und TÜV Rheinland unter realitätsnahen Bedingungen durchgeführten Crashtests bestätigen die Sicherheit des neuen Kältemittels in Opel-Fahrzeugen. Dieses Ergebnis wird durch Untersuchungen weiterer Organisationen gestützt, darunter die SAE International, die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) sowie europäische, nordamerikanische und asiatische Automobilhersteller.

Langweilt mich, langweilt mich, langweilt mich, ich will Fakten: Welches Fahrzeug wurde wie schnell gegen die Wand gefahren?

Opel und TÜV Rheinland haben den Mokka 1.4 Turbo einem dynamischen Crashtest unter Extrembedingungen mit 50 km/h gegen eine bewegliche, verformbare Barriere unterzogen. Diese Testparameter entsprechen einem Unfall auf der Autobahn, bei dem ein voll beladenes Fahrzeug, das zuvor mit Höchstgeschwindigkeit bewegt wurde, am Stauende auf ein stehendes Fahrzeug auffährt.

Uih, und was ist da passiert?

Der heftige Aufprall im Crashtest verursachte beim Mokka Schäden am Klimasystem, die zu einem Leck und damit zum Austritt von Kältemittel in der Nähe des heißen Auspuffkrümmers führten. Dennoch kam es nicht zu einer Entzündung des Kältemittels.

Ich darf davon ausgehen, dass das Fahrzeug vorher auch schön heiß gefahren wurde? Na toll, nun weiß ich also, dass bei einem Aufprall bei Tempo 50 km/h der Krümmer reißen könnte. Auch ein Ergebnis was die “Welt” schockieren dürfte, oder? Wäre doch eine Schlagzeile wert ;)…

…jetzt wissen wir auch, dass die Warnblinkanlage nach einem Aufprall angeht und vor allem, dass so ein Fahrzeug nicht sofort in Alarm für Cobra 11 Art und Weise explodiert. Hier ein Video mit entsprechender Nachlaufzeit um dieses zu verdeutlichen:

Lassen wir noch kurz Michael F. Abelson sprechen, er sitzt im Opel-Entwicklungsvorstand und ist zugleich GM Europe Vice Presindent Engineering:

“Die Sicherheit unserer Fahrzeuge und unserer Kunden hat für Opel oberste Priorität. Und Umweltfreundlichkeit hat in unserem Unternehmen eine lange Tradition. Der Mokka stärkt mit dem neuen Kältemittel unsere führende Rolle bei der Verknüpfung von Mobilität, Umweltschutz und Sicherheit. Wir sind stolz, ein gleichermaßen sicheres, effektives und umweltfreundliches Klimasystem einzuführen. In der nahen Zukunft führt kein Weg an R1234yf vorbei. Mögliche Alternativen wie Kältemittel auf CO2-Basis sind noch in der Entwicklung und damit Jahre von der Marktreife entfernt.”

Der Pressemitteilung von Opel konnte man auch entnehmen, dass bereits 90.000 Fahrzeuge bestellt wurden. Wenn ich nun meinen Taschenrechner zur Hand nehme und mir mal so überlege wie viele Fahrzeuge wohl täglich das Werk verlassen können komme ich auf Lieferzeiten von 6 Monaten. Respekt! Wer hätte das gedacht? Ich! ;)

© Foto: Opel 2013 / Quelle: Pressemitteilung Opel 2013

3 Gedanken zu „Tests von Opel und TÜV Rheinland bestätigen Kältemittel-Sicherheit R1234yf

  1. CO2 ist als Kältemittel verfügbar und wird in stationären Anlagen durchaus eingesetzt. Das Problem ist nur, dass für CO2 die komplette Kälteanlage umkonzipiert werden muss, und auf Grund der hohen Drucklage von CO2 die Anlage Material und kostenintensiver wird. Aber das die automotive Jungs das hinkriegen könnten, steht außer Frage. Dieser Kältemittelkrieg Deutschland gegen den Rest der Welt geht inzwischen nur in die, ich glaube 3. Runde.

    Das R steht für Refrigerant 1234 beschreibt die chemische Zusammensetzung und yf das Molekül. Das ist für alle Kältemittel so genormt.

  2. tja, gegen die mehrkosten streubt man sich wohl hierzulande…;o)

    denn wenn sonst überall das andere, ach so gefährliche zeug zum einsatz kommen darf (man beachte u.a. US-Produkthaftungsgesetze…)…

    es soll ja allzu oft auch noch viel entzündlicheres an bord sein, siehe Gefahrentafel/UN-Nummer: 33/1203

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