Fahrbericht: Toyota Prius Plus Life

Der Toyota Prius und das CVT-Getriebe. Dritter Teil, neue Version? Ruckfrei schaltet das stufenlose Getriebe und wenn man das Gaspedal nur streichelt fährt man auch sicherlich mit einem optimalen Übersetzungsverhältnis. Der Motor bewegt sich dann mit niedrigen Drehzahlen und ist somit spritsparend unterwegs und das möchte der typische Prius Fahrer doch, oder? Ökologisch wertvoll, effizient von A nach B kommen. Für mich als Umsteiger heißt das umgewöhnen, denn einmal zu feste aufs Gaspedal gedrückt und schon dröhnt der Motor als wollte er einen Formel 1 Start gewinnen. Leider folgt die Karosserie dem Appell des Motors nicht und die erwartete Beschleunigungsorgie bleibt aus. Die Geräuschkulisse die der Toyota Prius in der hohen Übersetzung entwickelt kann wahrlich als “enorm” bezeichnet werden.

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Enorm sind dann eher andere Dinge. So z.B. die Tatsache, dass ich im “ersten Van mit Hybridantrieb” sitze, denn den Titel hat sich der aktuelle Toyota Prius Plus verdient. Van? Ja, hinter der Karosserie verstecken sich sieben Sitzplätze. Vorteil? Die Batterie für den Hybrid Antrieb ist nun leichter und unter der Mittelkonsole angebracht. Der Plus bietet also 2 Plätze mehr, ist etwas länger und bietet somit auch vorne etwas mehr Platz. Abgerechnet wird zum Schluss! Mit 7 Sitzen bietet der Kofferraum kein großes Volumen mehr, aber da kann ich auch von “richtigen Vans” ein Liedchen singen, denn der kurze Caddy hat dann auch keinen Kofferraum mehr. Die beiden zusätzlichen Sitze verstecken sich im Kofferraum, einmal hochgeklappt können Personen bis zu einer Größe von 1,75 dort relativ bequem sitzen.

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Mit maximal 7 Personen geht es also auf die Reise, die 136 PS reichen für die Pendel-Wege von A nach B und kurzzeitig sind auch reine elektronische Wege möglich. Komfortabel? Das Fahrwerk! Mir eventuell sogar einen Punkt zu weich. Bemüht? Der Motor! Versucht er hörbar doch mehr aus dem Prius zu holen als er zu liefern bereit ist! Die Höchstgeschwindigkeit ist bei etwas unter 170 km/h erreicht. Reicht! Natürlich reicht das und natürlich bewegt man sich dann auch schon längst nicht mehr im NEFZ-Bereich.

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Im NEFZ-Bereich punktet der Toyota Prius Plus mit Verbrauchswerten von 4,1 Litern. Das sind die Dinge die zählen. Grün und blau ärgern kann man sich über das Getriebe, aber an der Tankstelle kann man sich dann freuen. Mit einem Preis von etwas über 30.000 Euro muss man allerdings schon einen grünen Daumen haben, denn vergleichbare Fahrzeuge ohne Hybrid-Technologie gibt es schon günstiger, die haben dann allerdings kein HUD-Display, kein futuristisches Cockpit und vermutlich auch etwas weniger Luxus.

Ausreichend Getränkehalter vorne sind vorhanden, die Mittelarmlehne birgt allerdings kein großes Staufach und auch im Handschuhfach kann man gerade noch seine Parkscheibe unterbringen wenn sämtliche Anleitungen dort untergebracht sind. Anleitungen? Sollte man mal lesen, denn nicht alles erklärt sich gleich auf den ersten Blick.

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Hier sieht man den 6. Sitz und den 7. hat man im Sinn… wie man hier schön erkennen kann muss man schon etwas gelenkig sein um auf den letzen beiden Sitzen Platz nehmen zu können. Hand aufs Herz? Ich besitze einen 7-Sitzer, meine eigene letzte Sitzreihe steht seit über 1 Jahr unberührt in der Garage.

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Sind die Sitze flach gelegt hat man eine plane Fläche:

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Früher, da konnte man bei so einem Motor noch eine ganze Menge selber schrauben. Heute bin ich froh wenn ich weiß wo ich Öl kontrollieren und Wischwasser nachfüllen kann. Bei den Hybrid-Modellen hat es sich eingebürgert, dass die Hochspannungsleitungen die Farbe Orange tragen, da sollte ein Marder besser nicht rein beissen.

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Fazit: Ich mag das mit dem mittigen Tacho nicht, ich hab gerne alles im Blick, aber das ist reine Geschmacksache. Wenn ich durch mein Lenkrad (oder wie beim Peugeot 208 über das Lenkrad) schaue, dann sehe ich gerne die wichtigsten Dinge. Das geht beim Prius durch das HUD, doch dort wird mir halt auch nicht alles angezeigt. Ich mag auch nicht das Getriebe, dafür kann der Hersteller nichts, der Prius schon gar nicht, wir kommen da einfach nicht auf einen grünen Nenner. Ich kann aber verstehen, dass sich viele Pendler für einen Prius entscheiden, ich kann auch verstehen, dass es in Bielefeld inzwischen ein Prius als Taxi gibt denn unbequem ist er ganz und gar nicht. Die Gurtlängen lang genug, vorne ist die Gurthöhe auch einstellbar. Selbst für die letzten beiden Sitze gibt es noch Getränkehalter, da wurde an alles gedacht. Eventuell wurde nicht bei allem “zu Ende” gedacht, aber eventuell wird das auch noch gemacht?! Stilbruch: Die 80er Jahre Retro-Uhr, doch die hatte ich ja bereits im Toyota GT86 beschmunzelt. Das Panoramadach macht den Innenraum zwar schön hell, ist aber leider nicht zu öffnen. Bei der Farbe, da hat Toyota mit dem schneeweiß allerdings genau meinen Geschmack getroffen. Ich habe leider keine Angabe zur Zuladung gefunden, ziehe ich von dem maximalen zulässigen Gesamtgewicht von 2115 kg das Leergewicht von 1570 – 1640 kg ab komme ich auf Werte zwischen 475 und 545 kg. Nun, ein Schwerlaster ist der Prius also auch nicht als Plus-Version, aber das wollte er auch ja auch nicht sein.

Ihr möchtet gerne eine weitere Meinung lesen? Kein Problem: Jan´s Fahrbericht zum Toyota Prius Plus Life

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11 Gedanken zu „Fahrbericht: Toyota Prius Plus Life

  1. Hallo Jens,

    Hiermit lade ich dich offiziel ein, dich von der CVT hinter nem schönen Benziner zu überzeugen.
    Ich stelle Sprit und Kaffee, sowie das Testfahrzeug, du musst nur nach Krefeld kommen. Ich Wette mit dir, dass du diesen Wagen noch nicht Gefahren bist.
    Das ist kein Scherz, ich mein das wirklich ernst.

    Gruß
    Bastian

  2. schade das zumindest mir bisher noch kein prius gefiel, weder außen noch innen. allgemein das toyota-design, incl. mitsubishi, auch wieder zunehmend in alten japan-barock verfällt.
    den koreaner kann das nur recht sein…, was die zulassungen bestätigen !

  3. Suzuki, brrr….. neben einem zugegeben netten SWIFT + preiswerteren Splash (statt Agila) ist es bei diesem Japaner auch so ziemlich trostlos geworden.

    Ein Grand Vitara schaut zumindest noch immer proper aus, was man stattdessen vom neuen SX-4 überhaupt nicht sagen kann, geschweige dass der hierzulande eine Zukunft hat.
    Und einen Kizashi sieht man einmal im Showroom aber auf der Straße ?

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