Angetestet? Chevrolet Trax Fahrbericht!

Was für eine perfekte Fahrveranstaltung. Genug Zeit um Content zu erstellen, ein motiviertes Chevrolet-Team, eine tolle Location und sogar Foto-Tipps gab es obendrauf. Uns Bloggern (ich war zwar der einzige Deutsche, aber dennoch nicht allein vor Ort) hat es Chevrolet nicht nur schön, sondern auch leicht gemacht die Fahrzeuge in Szene zu setzen. Ich muss gestehen, ich habe mich verliebt! Nicht in den Chevrolet Trax, so schnell kann ein “Vernunftsauto” nicht mehr mein Herz erobern… …ich meine das Land. Gefahren sind wir in Kroatien, zwischen Zadar und Pag und was soll ich sagen? Aus dem Staunen kam ich nicht mehr raus! So habe ich fast sämtliche Zeit genutzt und bin den Chevrolet Trax gefahren, insg. 550 km – daher kommt heute auch schon ein umfassendere Fahrbericht und kein typischer Angetestet-Beitrag.

Über den Chevrolet Trax habe ich in diesem Blog ja bereits ein paar Worte verloren, von Freitag bis Sonntag hatte ich die Chance das Fahrzeug auf Herz und Nieren zu testen. Als Gesprächspartner hatte ich nicht nur ein kompetentes Chevrolet-Team vor Ort sondern auch Blogger aus Frankreich und Italien, die mich herzlich in ihren Kreisen aufgenommen hatten. Auf einmal fühlte sich der “Deutsche” auch gar nicht mehr so allein, sondern eher wie bei Freunden. Genug der Vorworte, kommen wir zum Chevrolet Trax:

Kroatien bietet tolle Kulissen...
Kroatien bietet tolle Kulissen…

Was ist das für ein Typ?

Mit einer Länge von 4,25 Metern, einer Breite von 1,77 Metern und einer Höhe von 1,67 Metern fällt der Chevrolet Trax in das SUV-B-Segment. Ein Fahrzeug also was aussieht wie ein kleiner SUV, auch über Allrad verfügt, sich aber nicht ins härtere Gelände wagen sollte. Den Trax durfe ich nicht nur in 3 Farben sondern auch mit zwei verschiedenen Motorisierungen fahren. Auf der einen Seite den 300 Nm bzw. 130 PS starken 1.7 Liter Turbo-Diesel und auf der anderen Seite den 140 PS starken 1.4 Liter Turbo-Benziner mit der Kraft von 200 Nm. Das Drehmoment muss auf die Straße! Dafür gibt es entweder den Frontantrieb oder optional auch ein elektronisch geregleten Allradantrieb der z.B. in bergigen Regionen durchaus Sinn machen dürfte.

Kann ich mich darin sehen lassen?

Das Fahrzeug hat ein Bowtie-Emblem in der Front, was ist denn das für eine Frage! Natürlich! Der Chevrolet Trax sieht aus wie der kleine Bruder vom Chevrolet Captiva, er ist nicht weichgekocht sondern strahlt die Optik eines SUVs aus, auch wenn wir vermutlich alle wissen, dass der Trax nicht wirklich ein Geländewagen ist. Der Name Trax stammt übrigens vom Chevrolet Tractor, den gab es in den 40er Jahren und der wühlte sich damals durchs Gelände. Der Chevrolet Trax wühlt sich lieber durch den Großstadtdschungel und fährt hin und wieder mal auf Wald- und Wiesenwegen und wenn man das tut, kann man sich durchaus in einem Chevrolet Trax sehen lassen. Wenn der Tank, der übrigens 53 Liter fasst, leer ist darf man sich auch gerne beim Tankwart blicken lassen – der Tankdeckel ist rechts!

Ist er praktisch und familientauglich?

Wenn die Kinder aus dem Kinderwagenalter sind, ist der Chevrolet Trax durchaus ein Familienfreundliches Fahrzeug. Ein Buggy passt in den 354 Liter (Volumen) großen Kofferraum, durch die vielen Ablageflächen gibt es ausreichend Verstaumöglichkeiten und selbst im Fond gibt es noch Netze bzw. Taschen an den Vordersitzen die von den Mitfahrern genutzt werden können.

Höhepunkte?

Im Chevrolet Trax sind mir so einige Höhepunkte aufgefallen, daher wird es heute nicht nur ein Punkt der beleuchtet wird, sondern es folgt ein ganzes Feuerwerk von kleinen Highlights die mir bei der Probefahrt aufgefallen sind:

Fangen wir im Innenraum an: Der Sitz bietet ausreichend Seitenhalt, der Gurt ist in der Höhe einstellbar und auch das Lenkrad lässt sich gut einstellen. Ich habe recht schnell eine gute Sitzposition gefunden. Beim Einstieg ist mir aufgefallen, dass in der Tür der Aufkleber mit den jeweiligen Reifendrücken angebracht ist. Prima, da muss man dann im Falle eines Falles nicht lange suchen.

Nicht lange suchen muss man im Chevrolet Trax nach Möglichkeiten seine Getränke unterzubringen. Der Getränkelaster verfügt über 4 (VIER) Getränkehalter in der Mittelkonsole, dazu passen in die Türtaschen jeweils auch noch eine Flasche und hinten im Fond gibt es ebenfalls 2 Halterungen.

Ich sehe den Chevrolet Trax durchaus als familientaugliches Fahrzeug, hinten können Kindersitze gut montiert werden, die Gurtlänge ist ausreichend für eine Maxi-Cosi Befestigung und natürlich verfügt das Fahrzeug auch über die ISOFIX-Verankerung. Auf dem Beifahrersitz gibt es ebenfalls die Möglichkeit, der Beifahrerairbag ist durch einen Schlüsselschalter ausschaltbar. Hinten gibt es ebenfalls eine Beleuchtung für die Mitfahrer, diese dürfte ausreichend sein.

Das Platzangebot auf den hinteren Sitzen ist ausreichend, ich habe den Fahrersitz auf meine Größe (1,75) eingestellt und hatte hinten nicht nur viel Kopf- sondern auch Beinfreiheit. Gefreut habe ich mich als iOS-Device Benutzer über die 220 Volt Steckdose, diese bietet nicht nur eine weitere Lademöglichkeit sondern könnte ggf. auch zur Unterhaltung der Kinder im Fond sorgen (ich sag nur Playstation) oder aber auch der Kamera-Akku der ja vermutlich auch mit einem 220 Volt Ladegerät aufgeladen werden muss.

Während der “Konzern-Bruder” namens Opel Mokka im Innenraum mit einer wahren Tastenflut “glänzt” gibt sich der Trax mit dem MyLink System sehr bescheiden. Wenn das Smartphone (iPhone) in dem extra Fach (mit USB und Klinkenanschluss) untergebracht und angeschlossen ist, kann es auch schon los gehen. Navigiert wird über die BringGO-App, Musik wird über die iPod Funktion abgespielt und natürlich gibt es auch die Möglichkeit auf Internetradio zuzugreifen. Ihr wollt Musik vom USB-Stick abspielen? Das ist gar kein Problem! Das Bild der Rückfahrkamera wird auch auf dem ausreichend großen 7″ Touchscreen angezeigt, da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht. Die Haptik der Bedienelemente finde ich vollkommen in Ordnung, die Lüftungsdüsen sind gut positionierbar und das Soundsystem reicht auch aus. Chevrolet hat Siri integriert (wenn ein iPhone 4S oder höher) angeschlossen ist. Per Tastendruck kann man mit Siri sprechen, Siri fragen stellen oder sich einen Witz erzählen lassen: “Two iPhones walk in a bar, i forget the rest”…

MyLink ist wirklich (Achtung: Schlechter Wortwitz) eine ATRAXION! Auch wenn ich mir selber noch eine Spotify App gewünscht hätte, doch was noch nicht ist, kann ja noch kommen. Leider konnte mir keine Auskunft darüber gegeben werden was für ein Datenvolumen bei der Navigation verbraucht wird, beim Streaming vom Internetradio kann ich es mir vorstellen – daher nutze ich ja auch die Spotify App mit der Möglichkeit die Lieder Offline zu speichern.

Der Chevrolet Trax verfügt über einen Berganfahr- und einen Bergabfahr-Assistenten, die Start-Stop Automatik hilft Kraftstoff zu sparen und ist abschaltbar. Der Allradantrieb hingegen ist ausschließlich elektronisch geregelt, hier hat der Fahrer keinen Eingriff auf die Verteilung der Kräfte. Ich denke, zu 80% fährt der Chevrolet Trax ohnehin ausschließlich mit Frontantrieb. Das hilft Kraftstoff und Emissionen einzusparen, nur bei Bedarf wird die Hinterachse zugeschaltet. Ich bin nur die Schalter gefahren, kurze Schaltwege und ein Grinsen im Gesicht auf den schönen bergigen Landstraßen. Hin- und wieder merkte ich beim Benziner, der ansonsten über eine schöne Laufkultur verfügte, in den berigen Straßen von Kroatien eine leichte schwäche, dort würde ich also eher den 100 Nm stärkeren Diesel empfehlen.

Das Lenkrad ist griffig und gut verarbeitet, die Bedienung der Tasten ist selbsterklärend. Von der Sonne, oder der Schönheit geblendet? Im Chevrolet Trax gibt es beleuchtete “Schminkspiegel” auf Fahrer- und Beifahrerseite.  Sehr gut finde ich die stark getönten Scheiben im Fond, sowas würde ich ansonsten nämlich für meine Kinder nachrüsten.

Die Seitenspiegel sind groß und bieten einen gute Sicht nach hinten, auf der Vorderseite sind LED-Blinker (mit jeweils 3 LEDs) untergebracht. Die Geräuschentwicklung im Innenraum liegt durchaus im Rahmen, im direkten Vergleich ist der 1.7 Liter Diesel Motor natürlich etwas lauter als der 1.4 Liter Turbo-Benziner, doch wen überrascht das nun? Gefahren sind wir das Modell mit den 18″ Felgen (bereift mit 215/55 R18) und somit war das Abrollgeräusch auch etwas höher. Den Kontakt zur Fahrbahn haben die Conti Premium Contact Reifen allerdings prima gehalten, selbst wenn man mal versucht hat den Trax etwas in die “Traktions-Grenzen” zu bekommen. Wer die Grenzen durchbrechen will, schafft das – doch ich denke 99% der zukünftigen Kunden werden das nicht wollen bzw. tun. Das Fahrwerk ist toll abgestimmt. Ich würde es als straff aber dennoch nicht unkomfortabel bezeichnen, schneller durchgefahrene Kurven sind kein Problem. Die Lenkung ist direkt und gibt eine gute Rückmeldung, Antriebskräfte spürt man im Lenkrad nicht – gut gemacht!

Anhänger? Ungebremst 500 kg, gebremst 1200 kg – jetzt sehe ich schon die Besitzer von größeren Wohnwagen in die Papiere schauen, ja das könnte eng werten, aber wir reden hier schließlich über ein SUV im “B-Segment”. Die Höchstgeschwindigkeit vom Benziner liegt bei 194 km/h, von 0 auf 100 km/h geht es unter 10 Sekunden – interessantere Werte sind dann eher die vom Laderaum. Ist die Rücksitzbank umgelegt (geht im Verhältnis von 60/40) passt z.B. ein Billy Regal von Ikea in den Trax! Schon wird aus dem Getränkelaster ein Lastesel und wenn man zusätzlich hinten auch noch Kinder transportiert, kann man die Türen so einstellen, dass diese nur von aussen geöffnet werden können (Kinderschutz). Die hinteren Fensterheber verfügen über keinen Einklemmschutz (darauf komme ich gleich noch zu sprechen), von der Fahrerseite kann man allerdings die Funktion der Fensterheber komplett sperren. Interessanterweise kann Fahrer und Beifahrer die Zentralverriegelung vom Innenraum aus steuern, eigentlich ein pfiffiges Detail.

Fotos:

Tiefpunkte?

Was wäre dies hier für ein Beitrag wenn ich nur voller Lob wäre? Hier kommt die Kritik, nachfolgende Sachen sind mir nach ca. 550 km mit dem Chevrolet Trax negativ aufgefallen:

Der wohl gewichtigste Punkt ist der fehlende Einklemmschutz bei den Scheiben für Beifahrer bzw. im Fond. Wer nun richtig kombiniert wird erkannt haben, dass der Fahrersitz über einen dementsprechenden Einklemmschutz verfügt. Wenn ich als Familienvater den Trax allerdings als Familienfahrzeug einsetzen möchte, dann möchte ich meine Kinder umfassend geschützt haben und nicht nur dann wenn ich den Kindern hinten die Funktion der Scheibenheber elektronisch unterbinde.

Wenn man die Lehne vom Fahrersitz verstellt (vor und zurück) verstellt man auch die Höhe der Mittelarmlehne. Das teilt sich der Chevrolet Trax dann mit Fahrzeugen wie dem Citroen Berlingo, bei einer korrekten Sitzeinstellung stört das nicht im geringsten, aber wer im Auto “liegen” möchte, wird bei der Benutzung der Mittelarmlehne den rechten Arm unweigerlich anheben. Die Mittelarmlehne ist außerdem nur vom Fahrer nutzbar, ein Umstand den man dem Trax sicherlich verzeihen kann wenn man auf dem Fahrersitz sitzt. Das Chevrolet (der Trax läuft übrigens in Korea vom Band) im Interieur Hartplastik einsetzt ist okay, man wollte ein Fahrzeug zu einem günstigen Preis auf die Räder stellen, das wurde konsequent umgesetzt.

In den Straßen von Kroatien (die übrigens besser sind als ihr Ruf) ist mir die breite C-Säule aufgefallen, zusammen mit den Kopfstützen hinten nimmt diese wirklich viel Platz ein. Die Rundumsicht ist also etwas eingeschränkt, über den Punkt kann man aber hinweg sehen, da der Chevrolet Trax über große Außenspiegel und einer gut funktionierenden Rückfahrkamera verfügt.

Technisch unbedenklich aber nicht unbedingt sonderlich attraktiv ist die Tatsache, dass der Motorraum stark verschmutzt. Ich weiß nicht ob es an einer fehlenden Verkleidung oder einfach der Bauweise geschuldet ist. Wir fuhren über einen stark matschigen Boden (ein SUV sollte das ja schließlich auch mal machen) und anschließend fand man zahlreiche Spuren im Motorraum wieder. Technisch gesehen ist das wie schon gesagt kein großes Problem, aber das Auge fährt ja schließlich auch mit ;).

Das Fahrzeug verfügt über keine Klimaautomatik sondern nur über eine typische Klimaanlage. Diese hat allerdings im warmen Kroatien einen guten Job gemacht und das Fahrzeug gut heruntergekühlt. Bei einsetzendem Regen hat es auch gut die Frontscheibe (die kurzzeitige Beschlagen war) frei gemacht.

Frei machen sollte man sich auch von den Gedanken mit 5 Personen und viel Gepäck in den Urlaub zu fahren und dabei noch die zulässige Dachlast von 75 kg auszunutzen. Warum? Nun, ich habe mir mal “meinen” Trax konfiguriert. Mein Fahrzeug hätte inklusive mir und sämtlichen Betriebsmitteln ein Leergewicht von 1522 kg gehabt. Das maximale Gewicht wird mit 1876 kg angegeben – nun kann man Adam Riese oder Eva Zwerg befragen, wenn man den letzten Wert vom ersten abzieht kommen wir zur maximalen Zuladung: 354 kg! Da wird es mit 5 Personen und Gepäck schnell eng. Platz genug haben hinten 2 Personen, dann passt es auch wieder mit den Gewichtsverhältnissen oder man fängt einfach mal beim Fahrer mit dem Downsizing an ;).

Kann ich Ihn mir leisten?

Mein Trax würde mit Lederlenkrad, Sitzheizung, MyLink und 18″ Felgen als 1.4 Liter Turbo genau 23280 Euro kosten. Lackiert wäre er in dem Fall in dem Boracay Blue Metallic, einer Farbe die bei der Fahrveranstaltung in Kroatien nicht nur mir gefallen hat. Los geht es ab 16.990 Euro, damit ist er günstiger als der Bruder aus Rüsselsheim.

Fazit: Der schönere Zwilling? Ich mag den Bowtie, ich mag vor allem aber die Tatsache, dass dieser kleine SUV auch aussehen darf wie ein SUV. Der Opel Mokka verfügt nicht nur über einen ungewöhnlichen Namen, sondern auch über das “liebere Gesicht”, nahezu ein “happy Face” – im direkten Vergleich (und ich glaube ich hatte es auch so schon mal geschrieben) finde ich den Chevrolet Trax attraktiver und auch im Innenraum gefällt mir, dass der Hersteller getreu der Devise “weniger ist mehr” ein paar Schalter einfach mal weggelassen hat. Man darf allerdings auch nicht versäumen zu erwähnen, dass es im höherpreisigen Opel Mokka auch mehr Assistenzssysteme und Ausstattungsmöglichkeiten (Fahrradhalterung) gibt, die dann beim Chevrolet Trax eher eingeschränkt bzw. beschnitten wurden. Damit greift Chevrolet also nicht einmal den Konzernbruder an, sondern kümmert sich eher um die Zielgruppe, die gerne 2-3.000 Euro weniger in das Fahrzeug investieren möchte.

4 Gedanken zu „Angetestet? Chevrolet Trax Fahrbericht!

  1. Ich hatte den Trax gestern im Rückspiegel erblicken dürfen – brrr, die Scheinwerfer gehen heutzutage mal gar nicht, gelb-funzelige Grubenlampen ! H4-Technik ?

    Die Preisdifferenz Chevi/Opel schrumpft, wo einer ohne Klima in der Ausstattung anfängt…!

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