Fahrbericht mit Video: Audi RS7 – meine Meinung, meine Kritik, Preise und Fakten!

Audi RS7 – klingt schon irgendwie sportlich, oder? Hält das viertürige Coupé aus dem Hause Audi was es verspricht? Der Sache wollte ich auf den Grund gehen und habe zusammen mit Kollegen Jan Gleitsmann das Fahrzeug auf Herz und Nieren getestet. Dabei sind wir bei bis zu 30° quasi auf dem Zahnfleisch gekrochen um uns ein umfassendes Bild zu machen.

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Hier die Kurzversion: Genug Leistung, genialer quattro-Antrieb, gutes Fahrwerk, sehr gute Haptik, ansprechende Optik (mir gefällt vor allem die Front und der Innenraum, das Heck ist sicherlich “anders”) und ein sehr schöner Innenraum. Wer gerne Auto-Quartett spielt, darf sich diese Zahlen merken: 4,0 Liter, 560 PS, 700 Nm, 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und mit dem Dynamik-Paket Plus fährt der Audi RS7 über 300 km/h schnell.

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Geschwindigkeit ist wie eine Droge, falsch eingesetzt furchtbar gefährlich. Mir persönlich reicht das Gefühl zu wissen, dass ich könnte wenn ich denn wollte. Die Beschleunigung musste unser Testwagen ein paar mal unter Beweis stellen, auf Grund von einer zu vollen Autobahn bin ich persönlich “nur” 280-290 km/h gefahren. Was fällt auf? Durch das, optional erhältliche und im Testwagen verbaute, RS-Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control (DRC genannt) liegt das Fahrzeug wie ein Brett auf der Straße. Einige werden sicherlich den mangelnden Komfort bzw. die Anfälligkeiten für Spurrillen ansprechen, aber genau so muss sich das Fahrzeug fahren. Wer vermisst denn Komfort bei einem Brett, mit dem man sich auf die Straße begibt?

So, nun erst einmal das deutsche Video von Jan & meiner Wenigkeit über den Audi RS7:

Deutsches Video? Wenn die Zeit es zulässt versuchen wir bei deutschen Herstellern stets auch noch ein englisches Video zu erstellen, bei diesem Fahrzeug macht das sicherlich Sinn, dürften sich doch viele Amerikaner, Chinesen und Japaner für dieses Fahrzeug interessieren:

Zurück zum Text: Wer es komfortabler mag, der kann ja in den Comfort-Modus zurückschalten. Ich empfehle übrigens ausgesprochen das Dynamikpaket Plus. Denn damit bekommt man für einen Aufpreis von 11.400 Euro die Keramikbremse, die Dynamiklenkung, das Sportdifferenzial, das eben angesprochene Fahrwerk und die V/max von 305 km/h. Bei einem Basispreis von 113.000 ist da doch sicherlich noch etwas “mehr” drin, oder? Unser Fahrzeug hatte neben dem 4.500 Euro teuren Carbon-Optikpaket (Front, Flaps, Diffusor, Lufteinlässe etc. aus Carbon) auch die Carbon-Außenspiegelkappen verbaut. Diese schlagen mit 1400 Euro dann allerdings doch etwas über die Strenge, die würde ich mir dann sparen und lieber für 1140 Euro das Glas-Schiebe-Dach hinzubestellen. Ein Muss für jeden Audi RS7 Fahrer sollte die RS-Sportabgasanlage sein. Nicht nur weil der Nachbar auf dem ersten Blick diese erkennt (schwarze Endrohre, anstatt chromglänzende) sondern auch weil die Klappensteuerung für noch mehr Klang sorgt, wenn man es denn möchte.

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Ja, heute geht alles auf Knopfdruck. Aus dem bequemen Reise-Coupé macht man auf Knopfdruck einen Sportwagen, der sich mit seinen Fahrwerten nicht hinter irgendwelchen Sportfahrzeugen verstecken muss. Übertrumpfen wird der Audi RS7 andere Fahrzeuge durch den Kofferraum. Mit einem Volumen von 535 Litern (umgeklappt etwas mehr als 1300 Liter) ist dort ausreichend Platz . Im Fond haben Personen bis zu einer Körpergröße von 1,75 keine Probleme mit der Kopffreiheit. Die Sitzposition ist ausgesprochen gut und auch an die Kleinsten hat Audi gedacht. Neben starren Gurtpeitschen gibt es einen Einklemmschutz für die elektrischen Fensterheber und natürlich ISO-Fixhalterungen. Optional gibt es diese auch für den Beifahrersitz.

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Die Sitze sind sehr gut gepolstert, bietet ausreichende Einstellungsmöglichkeiten und auch das Lenkrad lässt sich axial und vertikal verstellen. Eine gute Sitzposition habe ich schnell gefunden, der Blick auf das Kombi-Instrument untermalt noch mal die Motortechnische Überlegenheit und der Griff zum Gangwahlhebel verspricht: Heute wird ein schöner Tag!

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Der Blick auf das Head-Up Display verrät mir nicht nur die gefahrene sondern auch die erlaubte Höchstgeschwindigkeit und gibt mir auch noch die Fahrhinweise vom Navi. Perfekt! So muss ich den Blick nur minimal von der Straße nehmen, ein Sicherheitsgewinn der mir durchaus 1.380 Euro Wert wäre (da hätte ich im Vergleich zu den Carbon-Außenspiegel ja sogar noch 20 Euro gespart).

1200 Watt für 6000 Euro! Ja, die Bang & Olufsen Anlage im Audi RS7 schlägt auch ordentlich auf das Budget, aber es lohnt sich. Alleine das Gimmick, dass die beiden Hochtöner (?) beim Start automatisch aus dem Armaturenbrett herausfahren ist schon ein kleines Show & Shine Highlight. Wenn dann die 15 Lautsprecher den Klang freigeben, der Bass kraftvoll drück, dann lacht sicherlich nicht nur der Fahrer verzückt.

Verzückt war ich auch von den 21″ Felgen, die endlich so luftig gestaltet wurden, dass diese den Blick auf die Bremsen freigebeben. Ja, Bremsen brauchen Luft, aber ich finde schöne Bremsanlagen müssen sich auch nicht hinter Felgen verstecken. Serienmäßig ist eine 19″ Bremsanlage im Wave-Design verbaut. Natürlich gelocht und innenbelüftet! Wir hatten eine Carbon-Keramik-Bremsanlage verbaut, optisch ein Knaller und wenn die zupacken wirft man wahrlich einen Anker.

Die 8-Gang Automatik ist über jeden Zweifel erhaben, durch die Schaltwippen bleibt der Fahrer der Chef im Ring. Will er runterschalten, so kann er – wobei die Automatik auch so schon den sportlich ambitionierten Fahrer gut unterstützt. Ärgerlich, vergessen zu testen: Den Spurhalteassistenten und die automatische Distanzregelung (Tempomat) mit Folgefunktion. Jetzt sogar inkl. Stop & Go Funktion (auf Fahrerwunsch). Auch den Parkassistenten der den Audi RS7 halbautomatisch einparken lassen kann, haben wir nicht getestet. Aber ich weiß, es wird der Tag kommen wo ich den Audi RS7 noch einmal wiedersehen werde. Ihr kennt das mit der Sucht, oder? Dann schaue ich mir auch das Google-Earth Feature vom Navi noch mal etwas genauer an, denn eigentlich finde ich das schon ziemlich abgefahren:

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Kritik? Ich könnte euch nun erzählen, dass wir den NEFZ-Wert nicht erreicht sondern fast verdoppelt hätten. Dabei bin ich mir sicher, dass man den NEFZ-Wert auf Grund der Zylinderabschaltung sicherlich erreichen kann, wenn man möchte, wenn man will, wenn man… ach wisst ihr was? Ich will gar nicht die Nadel im Heuhaufen suchen. Wer ein Fahrzeug für ca. 150.000 Euro (ich hab mir mal einen konfiguriert) kauft, der bekommt bei Herstellern wie Audi (aber auch den anderen deutschen Herstellern) ein Fahrzeug welches hochwertig verarbeitet ist, welches dem Anspruch mehr als nur gerecht wird und welches so individualisiert werden kann wie man es gerne hätte. Unser Nardo-Grauer Flitzer hat mir an dem schönen Tag in Neckarsulm viel Spaß bereitet… und den Spaßfaktor kann ja nur jeder für sich selbst beurteilen, oder? Klar, ich könnte nun kritisieren, dass das Display über kein Touchscreen verfügt, ich habe aber auch keinen gebraucht. Kritik zu äußern fällt mir bei diesem Fahrzeug nach ca. 4-5 Stunden im Auto verdammt schwer, also lasse ich es doch einfach, oder?

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Ähnlich gut haben übrigens auch der Audi RS4 Avant und der Audi RS6 Avant abgeschnitten, von dem Audi RS6 wird es künftig wohl keine Limousine mehr geben, dafür hat man bei der Audi quattro ja nun den RS7. By the way: Happy Birthday Audi quattro – euch gibt es nun seit 30 Jahren. Viele sportliche Erfolge, viele Erfolgsmodelle sehe ich eine großartige Zukunft für sportliche Modelle aus eurem Hause. Danke auch für den sportlichen Wettbewerb mit den anderen Herstellern aus Deutschland, ohne euch würde echt was fehlen.

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Natürlich sind Jan und ich den Audi RS7 nicht allein gefahren, der erfahrene Automobil-Blogger  Moritz Nolte hat seinen Fahrbericht ebenfalls schon fertig! Hier ein kleiner Auszug: “Der neue RS7 verleitet aber auch geradezu diabolisch dazu, konsequent über die Strenge zu schlagen. Allein die Beschleunigung des sicherlich rund zwei Tonnen schweren und 5,01 Meter langen Kaventsmann ist so fulminant, dass einem der Atem stockt.” und er legt verbal noch eine Schüppe (das ist eine Schaufel) drauf: “Beim beherzten Tritt aufs Gaspedal sollte man schon eine Sekunde später den nächsten Gang ausgewählt haben. Verantwortlich dafür: die exorbitante Leistung von 560 Pferden, die der auf geringe Ladungswechsel- und Strömungsverkuste ausgelegte Vierliter-V8 in Verbindung mit seinem eng abgestuften Getriebe leistet – und den langen Schaltpausen unter Voll-Last im oberen Drehzahlbereich. Diese dürften dem hohen maximalen Drehmoment von 700 Newtonmeter geschuldet sein: bevor das Getriebe die Zahnräder ausspuckt, nimmt die Elektronik da wahrscheinlich vor dem eigentlichen Schaltvorgang etwas Leistung, und somit Zeit weg.” – ihr seht schon, der Audi RS7 beflügelt! Im Gegensatz zu den technischen Highlights vom Technik-Museum Sinsheim, gehört das Leichtbau-Coupé aus dem Hause Audi quattro allerdings noch lange nicht zum “alten Eisen”!

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