IAA 2013: Toyota Yaris Hybrid-R

Die Jungs  (und Mädels) bei Toyota haben doch wirklich ein Rad ab, ein Ei am wandern, nicht mehr alle Tassen im Schrank oder einfach nur Spaß bei der Arbeit. Da nimmt man sich einen 300 PS starken 1.6 Liter Benziner, zwei durchaus leistungsstarke Elektromotoren (jeweils 40 PS – kurzzeitig sogar 60) und packt diese in einen… YARIS! Kein Witz! In diesen dreitürigen Kleinwagen. Kurz zusammengerechnet addiert sich die maximale Systemleistung von dem Concept-Fahrzeug auf 420 PS! Die 300 PS radieren die Vorderräder, die Elektromotor schieben über die hinteren Räder – somit verfügt der Cityflitzer über einen “elektrischen Allradantrieb”. Beim Bremsen fungieren die Elektromotoren als Generatoren, beim Beschleunigen unterstützen sie den Verbrennungsmotor.

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Wie wird die Energie gespeichert? Wie wird sie wieder abgegeben?

“Wie beim WEC Hybrid-Rennwagen TS030 wird die beim Bremsen gewonnene Energie in einem Super-Kondensator gespeichert. Im Vergleich zur Nickel-Metallhydrid –Batterie des Yaris Hybrid weist der Kondensator des Konzeptfahrzeugs eine höhere Leistungsdichte auf, außerdem kann der Kondensator die Energie schneller aufnehmen und abgeben als eine Batterie. Somit erfüllt er perfekt die Anforderungen für den sportlichen Rennstreckeneinsatz, wo eine hohe und schnelle Leistungsabgabe gefragt ist.”

Wie sieht es denn nun mit der Leistung aus?

“Die effektive Leistung ist abhängig von der Dauer der Energieabgabe. Im „Road“-Modus gibt der Super-Kondensator bis zu 10 Sekunden lang die beim Bremsen gewonnene Energie ab, wobei die Leistung der beiden Elektromotoren ungefähr 40 PS beträgt. Im „Track“-Modus können die hinteren Elektromotoren bis zu fünf Sekunden lang eine Gesamt-Leistung von bis zu 120 PS abgeben. Dieser Modus spiegelt die typische Fahrt auf einer Rennstrecke mit häufigen Brems- und Beschleunigungsphasen wider.”

Die Leistung bekommt man doch gar nicht auf die Straße, wie will Toyota das denn realisieren?

“Im Antriebsstrang des Yaris Hybrid-R befindet sich zwischen dem Verbrennungsmotor und dem Sechsgang-Schaltgetriebe ein dritter 60 PS starker Elektromotor. Dieser arbeitet als Generator: Beim Verzögern lädt er den Super-Kondensator auf. Wenn beim Beschleunigen die Leistungsabgabe des Verbrennungsmotors so groß ist, dass ein Traktionsverlust droht, versorgt er die Elektromotoren an den Hinterrädern mit elektrischer Energie. Er arbeitet also wie eine High-Tech-Traktionskontrolle, die überschüssige Antriebsleistung an den Vorderrädern in elektrische Energie zum Antrieb der Hinterräder umwandelt. So können die Beschleunigung unterstützt und das Handling optimiert werden.”

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Sportliche Fahrzeugen brauchen ein Sperrdifferential! Hat Toyota daran gedacht?

“Die hinteren Elektromotoren können unabhängig voneinander als Generator oder als Antriebsmotor eingesetzt werden. Sie wirken somit wie ein elektronisch gesteuertes Sperrdifferential. Je nach Bedarf erhöht oder reduziert die Steuerung das Antriebsmoment am kurveninneren und kurvenäußeren Hinterrad, es kann sogar ein Rad abgebremst und das andere gleichzeitig beschleunigt werden. Damit wird die Gierrate reduziert, der Lenkwinkel verringert und einem Untersteuern entgegengewirkt. Mit seiner hohen Systemleistung, seinem an maximaler Fahrleistung ausgerichtetem Energie-Management und mit dem gezielten Einsatz der Elektromotoren zur Optimierung des Handlings zeigt der Yaris Hybrid-R eine Möglichkeit, wie Hybrid-Technologie und maximaler Fahrspaß zusammen passen.”

Wieso habe ich an der Aussage, dass dieses Concept-Fahrzeug einen maximalen Fahrspaß bietet nun gar keine Zweifel? Allein der 1.6 Liter Benziner mit 300 PS dürften schon für Jubelschreie hinterm Lenkrad sorgen, wenn der Garrett Turbolader mit Nachdruck dafür sorgt, dass die Luft durch den Motor veredelt wird.

Quelle und © Zeichnung: Toyota 2013