10 Gründe gegen den BMW i3 – #TOP10Auto

“Ich werde im Lauf der Woche zum Marktstart des BMW i3 am 16. einen “10 Gründe für den BMW i3″-Artikel veröffentlichen.” erzählte mir Thomas Gigold… lustig… ich finde wohl ganz schnell 10 Gründe dagegen, oder? Nein, ich möchte nun gar nicht wieder auf die Optik hinaus, das mir der BMW i3 rein optisch nicht gefällt, hatte ich euch ja bereits geschrieben. Hier geht es nun mal um ganz subjektive Gründe die (für mich) gegen den BMW i3 sprechen. Relativieren muss ich da heute nichts, denn die 10 Gründe die für einen BMW i3 sprechen gibt es ja (vermutlich, wahrscheinlich, eventuell) drüben bei Thomas zu lesen.

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10: Die hintere Tür! Diese öffnet sich gegenläufig und nimmt gleichzeitig auch noch den Gurt vom Fahrer mit. Das heißt. Ich kann die hintere Tür nicht öffnen wenn ich angeschnallt bin, wie soll ich denn so meine Kinder aus dem Auto lassen? Etwa mit aussteigen?

09: Die hinteren Fenster! Diese lassen sich nicht öffnen. Bei meinem eigenen Auto geht das übrigens auch nicht, aber ich fahre ein Nutzfahrzeug. Schon mal darüber nachgedacht, dass die hinteren Mitfahrer auch mal das Fenster öffnen möchten? Frischluft?

08: Ein allgemeines Problem in Deutschland: Die noch fehlende Infrastruktur – sprich die Ladesäulen die im öffentlichen Raum stehen. In den Niederlanden, bzw. in Amsterdam wo wir den BMW i3 Probe fahren durften war das kein Problem, aber ich könnte euch z.B. nicht sagen wo hier in meiner Nähe die nächste Ladesäule stehen würde.

07: Der Preis! Der ist für diese innovative Technik sicherlich gut, günstig und vor allem auch akzeptable, jedoch sehe ich mich als Familienvater und der hat nun einmal nicht Geld wie Heu. Warum sollte ich mir ein Fahrzeug kaufen, welches mich zwar ökologisch sinnvoll von A nach B bringt, aber unterm Strich doppelt so teuer ist wie ein vergleichbares Modell mit herkömmlichen Antrieb? Die Ersparnis durch den Elektroantrieb, fahre ich doch niemals ein.

06: Der Innenraum! Nein, ich spreche immer noch nicht über die Optik, sondern über die Haptik. Ich brauche kein Soft-Touch, wirklich nicht – für mich geht Hartplastik – im günstigen Preissegment – vollkommen in Ordnung. Aber wenn vorne und hinten ein BMW Emblem angebracht ist, dann erwarte ich – auch wenn es ein “i-Fahrzeug” ist – die Erfüllung meiner Premium-Ansprüche. Die sehe ich hier im BMW i3 einfach nicht erfüllt.

05: Innenraumbeleuchtung! Wieder so ein Thema für Familien, tja ich kann halt nicht raus aus der Rolle. Meine Kinder brauchen eine gut funktionierende Innenraumbeleuchtung hinten um etwas zu lesen, um sich anzuschnallen oder einfach nur um zwischendurch mal etwas zu trinken. Da mangelt es auch beim BMW i3!

04: Der fehlende Mitteltunnel! Ich sehe da wirklich Gefahren! Wie schnell könnte was von der Beifahrerseite (und wer kennt das nicht, dass man den Stauraum gerne mal für eine Einkaufstasche benutzt?) auf die Fahrerseite rollen (Ausweichmanöver) und dann ist das “Gut” auch nicht mehr weit entfernt von den Fahrpedalen. Ist sicherlich Umstellung, Gewöhnung usw. – aber mich stört es!

03: Der Materialmix! Hey, nichts gegen neue – innovative Ideen. Ich liebe auch Carbon und finde es super, dass man diesen Wert- und Werkstoff hier einsetzt um nicht nur das Gewicht zu reduzieren, sondern auch die Steifigkeit zu erhöhen. Das macht Sinn, jedoch verderben zu viele Köche den Brei und zu viele unterschiedliche Materialien im Innenraum wirken für mich schnell unruhig. Dabei will ich doch nur möglichst gelassen von A nach B kommen.

02: Auch wieder ein ganz persönliches Problem: Ich kann bei mir in der Garage keine Wall-Box installieren, selbst wenn die mir (nach nur 1000 Euro Aufpreis) mir den Wagen innerhalb von 3 Stunden wieder komplett aufladen könnte und mir somit einen echten Mehrwert bieten könnte. Bei mir reicht einfach die Leitung bzw. deren Leistung nicht aus. Da würden hier die Sicherungen fliegen. Auf der anderen Seite sehe ich das Problem natürlich auch bei allen, die gar keine Garage haben – beschränkt sich die Zielgruppe der BMW i3 Fahrer also auf Garagen-Besitzer? Wie viele Garagen gibt es in Deutschland? In anderen Ländern muss man ja inzwischen beim Kauf eines Fahrzeuges einen Stellplatz nachweisen und auch wer in Deutschland neu baut, muss sich an die Stellplatzverordnung halten. Stellplätze sind aber, wie der Name es schon sagt, keine Garagen.

01: Die Reparaturkosten: Bei einem herkömmlichen Fahrzeug kann ich diese beziffern, sehr gut sogar. Beim BMW i3 redet man bei einem “schlimmeren Unfall” schnell von Teilersatz der Carbon-Karosserie. Wer schon mal Carbon-Teile besessen hat, der weiß, dass man da an empfindlichen Teilen nicht flicken kann – da ist oft guter Rat vor allem eins: teuer! Keine Frage, für sowas gibt es Versicherungen. Ohne Vollkasko-Versicherung wird vermutlich kein BMW i3 auf unserer Straße unterwegs sein, doch ich bin gespannt auf die Einstufungen der Versicherungen im kommenden Jahr. Die äußeren Verkleidungen sind mit Sicherheit gut und günstig zu ersetzen, doch alles was dahinter steckt dürfte teuer sein. Teuer ist auch noch ein gutes Stichwort, die BMW Händler und Werkstätten – die demnächst den BMW i3 warten und pflegen dürfen – dürfen sich vermutlich auch über besonderes Werkzeug und Schulungen freuen – wer bezahlt das am Ende? Ganz klar: Der Kunde / Käufer und der muss – unterm Strich – schon einen verdammt grünen Daumen haben.

Die Reihenfolge hat übrigens nichts mit der Priorität der Punkte zu tun, am meisten stört mich die hintere Tür, dass man die nicht öffnen kann wenn ich im Fahrzeug sitze und angeschnallt bin und die Tatsache, dass es dort keine Fenster gibt. Eventuell gibt es bald schon ja einen BMW i3² ? Über den BMW i3 habe ich in meinem BMW i3 Fahrbericht schon viele Worte verloren und sogar teilweise meine BMW i3 Ersteinschätzung etwas revidiert.

Hey, ich will hier nicht die Fortschritts-Bremse sein und ich mag wirklich die Elektromobilität. Ich könnte genauso gut 10 Punkte für den BMW i3 schreiben, doch die stehen ja drüben beim Thomas. Heute ist übrigens “die 10” Tag, so gibt es bei Mikhail z.B. 10 Alternativen zum BMW i3 – wobei ich persönlich da nur den Opel Ampera bzw. den Nissan Leaf sehen würde und etwas weiter Weg vom BMW i3, aber dennoch so nah dran: 10 Fahrzeuge, die die Welt verändern sollten und vor die Wand fuhren von Tom Schwede. Einen weiteren Thomas kann ich euch auch noch verlinken, Thomas Majchrzak hat sich mal Gedanken gemacht über die Zukunft vom BMW i3 und im BMW-Blog “Bimmertoday” gibt es heute passenderweise 10 Fahrzeuge die BMW verändert haben.

13 Gedanken zu „10 Gründe gegen den BMW i3 – #TOP10Auto

  1. Lieber Kollege Strattmann:

    Ich halte den neuen BMW i3 für ausgesprochen gelungen. Er ist ein wichtiger Beitrag für bessere und sauberere Fortbewegungsmittel für die Zukunft und bestimmt noch ausbaufähig.

    Zu dem Beitrag “10 Gründe gegen den BMW i3” erlaube ich mir wie folgt Stellung zu nehmen:

    Zunächst ist die Äußerung, ob der BMW i3 gefällt oder nicht reine Geschmacksache.
    Aber die “10 Gründen” kann ich so nicht stehenlassen:

    10: Auch beim 2-Türer muss man sich abschnallen und sogar aussteigen, damit ein hinteren Passagier einsteigen kann. Die hintere Türe ist beim i3 als Einstiegshilfe gedacht und stellt gegenüber einem 2-Türer eine komfortable Lösung dar. Wem die hintere Türe nicht gefällt, der soll sich einen 2-Türer kaufen, dann braucht er darüber nicht zu nörgeln.

    09: Bei den meisten 2-Türern gibt es keine hinteren Fenster zum Öffnen. Das ist weiter nichts Ungewöhnliches.

    08: Wozu externe Ladesäulen. Der i3 ist ein typisches Zweit-Fahrzeug in der Prämiumklasse, wenn man so will. Das Fahrzeug schafft real zwischen 100 und 160 km am Stück, je nach Fahrweise vielleicht auch etwas mehr. Damit kann jedenfalls die durchschnittliche tägliche Fahrtstrecke locker abgedeckt werden. Dafür ist das Fahrzeug ausgelegt. Längere Strecken fährt man mit dem Erst-Fahrzeug. Laden kann man in Ruhe in der Nacht, wenn man ohnehin schläft. Externe Ladesäulen werden schon irgendwann kommen. Dadurch wird die Flexibilität noch zusätzlich gesteigert.

    07: Wer kennt die Geschichte vom Fuchs und den Weintrauben? Wem der BMW i3 zu teuer ist, braucht sich auch nicht näher damit zu befassen. Wer sich aber wirklich damit befasst wird draufkommen, dass der i3 im Vergleich zu einem gleich ausgestatteten BMW 118i in Erhaltung und Verbrauch nach 5 Jahren ca. € 10.000.– und nach 10 Jahren ca. € 20.000.– kostengünstiger ist. Entsprechende Akzeptanz für seine Fahrzeugtypischen Eigenschaften als Zweitfahrzeug vorausgesetzt.

    06: Der i3 soll in gewissem Maße Nachhaltigkeit ausdrücken. Mit Hanf versetzte Kunststoffe, Holzapplikationen, Sitze aus Recyclingmaterial und natürlich gegerbtes Leder drücken aus, dass möglichst naturnahe Werkstoffe verwendet wurden, die allesamt wieder recycelbar sind. Es stellt sich die Frage, ob man lieber in chemisch gegerbten Lederstühlen sitzen und sich an den Kunstroffausdünstungen eines Neuwagens vergiften möchte, oder sich an neue ungewohnte Haptik gewöhnen kann. Zumindest bietet der Innenraum eine völlig neue Architektur, die man in der sonst üblichen Ausstattungsmonotonie vergeblich suchen kann.

    05: Ein völlig unnötiges Argument! Es stellt sich die Frage, ob Kinder auf den Kurzstrecken, die man mit dem i3 normaler Weise zurücklegt, unbedingt animiert und durch Lesen unterhalten werden müssen. Sich anzuschnallen, das können bereits 3-jährige nach kurzer Zeit blind.

    04: Der fehlende Mitteltunnel ist zusätzlicher Raumgewinn. Wenn Gefahr besteht, dass im Auto Getränkedosen und sonstiger Kram herumfliegt und rollt, sollte man ein wenig an seiner Kultur für Ordnung und Sauberkeit feilen.

    03: Auch dieser Punkt ist reine Geschmacksache. Wem das nicht gefällt, der soll sich einen der üblichen biederen, eintönigen, langweiligen und altbackenen Kleinwagen kaufen.

    02: Eine Wallbox lässt sich in fast jeder Garage installieren. Eine Absicherung mit 16 Ampere hat im Normalfall jeder Haushalt. Wer keine Garage oder einen passenden Stellplatz mit Anschlussmöglichkeit hat, für den kommt ein Elektrofahrzeug vermutlich vorläufig auch nicht in Frage.

    01: Die Reparatur von Carbonteilen ist heutzutage dank moderner Klebstoffe kein großes Problem mehr. Im übrigen sind dank der gesamten Carbon- und Kunststoffkarosserie Dellen und kleinere Parkschäden Vergangenheit. Lackschäden lassen sich ebenfalls problemlos und günstig reparieren. Tatsache ist, dass die Versicherungen für Elektroautos sehr oft günstigere Prämien verlangen, als für herkömmliche Fahrzeuge.

    Ich hoffe, ich kann damit die Ausführungen etwas relativieren.

    Schöne Grüße

    M. Höfer

    1. Hallo Herr Höfer,

      wie ich schon geschrieben habe, ich finde auch durchaus 10 positive Punkte zum BMW i3, vermutlich sogar 20. Das war eine Blogantwort auf den durchaus positiven Beitrag von Thomas Gigold. Ihre Punkte kann ich fast alle stehen lassen, aber ein Fahrzeug mit 4 Türen nun als 2 Türer zu bewerten, das käme mir dann doch nicht in den Sinn. Dann sind ja andere Fahrzeugkonzepte mit Suicid-Doors nun auch nur noch 2 Türer, oder? Ihre Kritik zum Punkt 5 kann ich nicht dahingestellt lassen, denn 100 km sind für Fahrten mit Kindern keine kurze Strecke und manch 6 jähriger hat noch Probleme sich bei losen Gurtpeitschen anzuschnallen. Punkt 2: Eine Absicherung mit 16 Ampere gibt es sicherlich in vielen Haushälten, in die Röhre schauen diejenigen, die in der Garage eben nicht über diese 16A Leitung verfügen. Ich hab übrigens in der Garage Strom, leider nicht abgesichert mit 16A. Die Rechnung mit der Versicherung kommt ja nun erst einmal auf, der BMW i3 ist günstig eingestuft worden, da wird dann abgerechnet zum Schluss.

  2. Eine interessante Gegenüberstellung des Neuwagen, insbesondere in den Kommentaren ;) Ich denke das für Elektro Neuwagen nach wie vor die Infrastruktur die grösste Rolle spielt. Bis das geregelt ist, wird dieser Vorführwagen wohl nur als Zweitwagen gekauft.

    1. Ich glaube einfach, dass wir uns alle mal auf das Experiment einlassen müssen. Ich komme im normalen Familienalltag gut mit der Reichweite aus, jedoch muss ich 1-2 mal in der Woche zum Flughafen. Nach Paderborn könnte ich es schaffen, nach Hannover wird es schon knapp, für den Weg nach Münster / Osnabrück müsste ich vermutlich eine Zwischenstop einlegen. Daher käme für mich aktuell nur das REX-Modell in Frage, den ich vorher aber gerne mal testen würde.

  3. Der ZOE gefällt nicht? Ist eigentlich meiner Meinung nach das derzeit einzige ernstzunehmende Elektroauto auf dem Markt. Warum? Wegen dem AC-Schnelllader! An 43kW in 30 Minuten wieder voll. An den 4000 Ladesäulen in Deutschland mit 22kW bereits in 60 Minuten wieder voll.

    Hab in meinem Blog einen Artikel geschrieben, wie ich 30 Tage mit meinem ZOE das Laden in meinen Alltag integriert habe und erfolgreich komplett ohne Garage ausgekommen bin: http://www.danzei.de/archives/tag/experiment-alltag

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