Nissan Qashqai 2014 – Fahrbericht / Test – Lohnt das Upgrade?

Wo wäre Nissan wohl heute wenn es den Nissan Qashqai nicht geben würde? Der Nissan Qashqai verkauft sich in Deutschland besser als z.B. namhafte Mitbewerber aus Ingolstadt, Rüsselsheim, Wolfsburg oder Mlada Boleslav. Sind alle SUV Modelle so erfolgreich? Nein, aber der Nissan Qashqai war damals, im Jahre 2007, als einer der ersten, der in die Nische gedrückt wurde. Irgendwas zwischen kompakt und SUV, optisch ansprechend und darüber noch günstig im Preis, gut im Restwert und beliebt bei den Kunden. Der Nissan Qashqai ist kein “richtiger” Geländewagen – und das will er auch gar nicht sein. Der Nissan Qashqai ist die CashCow von Nissan, läuft in England vom Band und zeigt sich nun wirklich in einer toll überarbeiteten neuen Version. Ich nehme schon mal vorweg: Ich bin begeistert!

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Nicht nur ein optisches Highlight: Die neuen Scheinwerfer! Optional gibt es auch (bei der Ausstattungsvariante TEKNA) die Voll-LED Scheinwerfer. So oder so sind LED Tagfahrlichter integriert. Serienmäßig gibt es nun auch bessere Sitze und eine Sitzheizung (ab der Ausstattungslinie Visia), damit keiner vergisst diese zu konfigurieren. Die Sitze sind gut ausgeformt und bestimmt auch auf längeren Strecken bequem.

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All-Rad? Nicht alle Kunden brauchen das und so gab es auch den Vorgänger ohne diese Funktion. Die meisten Kunden haben sich für den 130 PS Diesel entschieden, dicht gefolgt vom 115 PS und 141 PS Benziner. Der Name Qashqai spielt übrigens auf das iranische Nomadenvolk der Kaschgai an. Mit Indianer hat der Begriff also nichts zu tun, dennoch ist der Nissan Qashqai das richtige Gefährt für Groß- und Kleinstadtindianer. Indianer mit einem großem Stamm müssen sich allerdings demnächst ein anderes Fahrzeug suchen, denn der 7-Sitzer (Nissan Qashqai +2) wird vorerst nicht mehr angeboten.

Viel Platz gibt es im Kofferraum! 430-1585 Liter stehen hier zur Verfügung und auch die Zuladung von über 500 kg kann sich sehen lassen. Die Heckklappe öffnet nun um ca. 20 cm weiter nach oben als der direkte Vorgänger, die Ladekante ist mit 75 cm im vertretbaren Rahmen. Der Kofferraum selbst überzeugt durch pfiffige Detaillösungen die wir euch im kommenden Ausfahrt.TV Video zeigen werden. Ein Meter breite und bis zu 1,70 m lange Transportgüter können transportiert werden.

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Kein 7.Sitzer mehr? Hin und wieder hat man halt diesen Platzbedarf und ich denke, dass sich so auch viele Kunden für den +2 entschieden haben, das zusätzliche Platzangebot ebenso wenig nutzen wie ich bei meinem eigenen 7-Sitzer. Aber mal eine ganz andere Frage? Wann haben eigentlich die Designer sich gedacht: Wir lassen die Fensterlinie hinten zum Heck einfach mal Coupéhaft ansteigen? Das man dabei den Blick auf die Rundumsicht verlor, das hätte einem doch klar sein müssen. Dieses ist meiner Meinung nach übrigens der einzige Punkt, der nun schlechter gelöst wurde als beim Vorgänger.

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Der 430 Liter große Kofferraum und das Platzangebot im Fond stimmen da natürlich versöhnlich. Den Sitzen hinten fehlt es etwas an Kontur, aber ein Nissan Qashqai ist ja auch bekanntlich kein Sportwagen. Ziel dürfte sein an den Erfolg des erfolgreichen Vorgänger anzuknüpfen. Sinn macht es daher einige Fehler des ersten Qashqai auszumerzen. So wurde z.B. das Navigationssystem vergrößert und höher platziert und neu sind auch zahlreiche Sicherheits- und Assistenzssysteme die sich nun um Fahrer und Mitfahrer kümmern. Der Spurwarner warnt nun akustisch und optisch bei unabsichtlichem Verlassen der Fahrspur, die Bewegungserkennung warnt beim Ein- bzw. Ausparken wenn sich z.B. spielende Kinder oder Tiere (andere Fahrzeuge auch) hinter dem Nissan Qashqai befinden. Der Fernlicht-Assistent blendet auf Landstraßen das Fernlicht automatisch auf und bei entgegenkommenden Verkehr kurzzeitig wieder ab. Dank der Frontkamera und der Verkehrszeichenerkennung (welche auch in Spanien funktioniert hat) warnt das Fahrzeug vor Tempoverstößen und die sensorgesteuerte Müdigkeitserkennung weiß ob der Fahrer müde bzw. unkonzentriert ist. Ein autonomer Notbrems-Assistent warnt vor Kollisionsgefahren und kann auch im Notfall eine Notbremse einleiten. Bis zu Geschwindigkeiten von 30 km/h soll dieses System sogar die Kollision, sprich den Unfall vermeiden können. Ich gestehe: DAS haben wir nicht ausprobiert!

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Die Lenkung, die musste auf den Straßen in und um Madrid leiden und die ist meiner Meinung nach famous! Im Stadtverkehr und beim Einparkvorgang leicht zu lenken. Auf der Landstraße muss sie auch im “normalen Modus” ein wenig von der  “indirekt Art” und von der Leichtgängigkeit einbüßen.  Im Menü gibt es dann noch den Sport-Modus, welches das Lenkverhalten noch straffer machen soll.

Das Fahrwerk würde ich als komfortabel beschreiben, den Kunden vom Qashqai dürfte dieses gefallen. Von einem CVT-Getriebe würde ich aus persönlichen Gründen abraten. Das stufenlose Automatikgetriebe gibt es sowieso nur im 1.6 dCI und nicht in Verbindung mit Allrad-Antrieb. Ich persönlich mag diese CVT-Getriebe nicht, sie reduzieren die Fahrleistungen und treiben den Verbrauch in die Höhe. Der neue Nissan Qashqai ist länger, größer und besser ausgestattet als der direkte Vorgänger. Der Basispreis von ca. 20.000 Euro ist geblieben. Der Innenraum zeigt sich wertig verarbeitet. Was machen nun Kunden die mehr Platz benötigen? Die dürfen sich den neuen Nissan X-Trail kaufen, bzw. hat Nissan ja auch noch den Nissan Kleinbus im Angebot.

Der neue Nissan Qashqai verfügt über axial und vertikal verstellbares Lenkrad und über eine Gurthöhenverstellung. Eine passende Sitzposition ist somit schnell gefunden. Umsteiger kommen auch schnell mit der Bedienung des Fahrzeuges klar. Sensationell schnell lässt sich z.b. ein iPhone via Bluetooth mit dem Nissan Qashqai verbinden, aber in der Disziplin ist Nissan meiner Meinung nach sowieso führend. Spotify ist kein Problem und mit der richtigen App, kann man diese nun auch auf dem Infotainment-System anzeigen lassen. Facebook, Twitter etc. – doch die Funktion möchte ich gerne mal ohne Zeitdruck in Deutschland testen – quasi unter realen Bedingungen.

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Dank dem Bordcomputer mit 5″ Display im Bereich der Instrumente ist man stets im Bilde. Abbiegeinformationen vom Navi werden dort genauso dargestellt wie z.B. die Audio-Informationen, die Assistenzsysteme usw.

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Sollten Nissan Qashqai Besitzer upgraden? Wer auf den +2 verzichten kann, der wird mit dem neuen Nissan Qashqai glücklich! Im Vergleich zum Vorgänger gibt es nun mehr Platz, die elektronische Parkbremse (e-PKB) mit automatischer Deaktivierung beim Anfahren, das serienmäßige LED Tagfahrlicht, das Kraftstoffsparende Stopp-/Start-System, die oben schon erwähnten Assistenzsysteme, 19″ Felgen beim Tekna-Modell und und und…

Ich gehe aber davon aus, dass auch viele Neukunden den Weg zum Nissan Qashqai finden werden. Denn im direkten Vergleich z.B. zum VW Tiguan, Skoda Yeti, KIA Sportage oder Hyundai iX35 bietet er oft mehr Ausstattung zu einem geringeren Preis bei einer wirklich ansehnlichen Optik und Verarbeitung.  Die Neuwagenkäufe gingen im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück, ob der neue Nissan Qashqai da nun die Kehrwende einleiten wird? Das wird uns das KBA Ende 2014 mitteilen können! Die einzige Auswertung, die man nur durch weitere Zulassungen / Tageszulassungen etc. manipulieren kann. Ob man sich nun für den 1.2 Liter Benziner entscheidet oder doch lieber zum Diesel greift ist Geschmacksache, mir würde der 1.2 Liter Benziner für den Alltag reichen, auch wenn man diesen Antrieb nun wahrlich nicht schaltfaul fahren kann. Wer also mehr Drehmoment haben möchte, der muss zum Diesel greifen. Achtung: Nur den 1.6 Liter Diesel gibt es auch mit Allrad-Antrieb, wer darauf also Wert legt, muss diesen Motor wählen.

Kommen wir kurz noch zu den technischen Fakten:

Motor

KW/ PS

Antrieb

Getriebe

CO2 g/km

kombinierter Verbrauch 

 Drehmoment

 0-100 km/h

V/max

1.5 dCi

81 / 110

Front

MT

99

3,8

260 Nm (bei 1750 U/min)

12,4 s

182 km/h

1.6 dCi

96 / 130

Front

MT

115

4,4

320 Nm (bei 1750 U/min)

10,5 s

190 km/h

1.6 dCi

96 / 130

Front

CVT

119

4,6

320 Nm (bei 1750 U/min)

10,7 s

183 km/h

1.6 dCi

96 / 130

4WD

MT

129

4,9

320 Nm (bei 1750 U/min)

10,9 s

190 km/h

Benziner

KW/ PS

Antrieb

Getriebe

CO2 g/km

Verbrauch kombiniert

Drehmoment

0-100 km/h

V/max

1.2 DIG-T

85 / 115

Front

MT

129

5,6

190 Nm (bei 2000 U/min)

11,3 s

185 km/h

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