Fahrbericht: Mercedes-Benz GLA 45 AMG und die Frage nach dem Sinn!

Nein! Ein 360 PS starker, kompakter, SUV macht keinen Sinn. Punkt. Ende. Ein 450 Nm starker Antrieb macht aber verdammt viel Spaß. Doppelpunkt. Der 2.0 Turbobenziner aus der Edelschmiede AMG hat mich ja bereits im CLA 45 AMG und im A 45 AMG überzeugt, warum sollte es im GLA 45 AMG anders sein? Die Erwartung war also hoch, hat der Mercedes-Benz GLA 45 AMG mich enttäuscht?

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Nein! Nein! Nein! Der GLA 45 AMG ist eine ideale Kombination aus mehreren Segmenten. Die leicht höhere Sitzposition eines SUVs, das bessere Platzverhältnis im Innenraum, der Kofferraum von einem Fahrzeug aus der Kompaktklasse und das ganze gepaart mit der Leistung von einem – Achtung ich übertriebe nicht! – Sportwagen!

Mein persönliches Highlight? Die Recaro – AMG – Sportsitze! Die passen wie angegossen, wie ein Maßanzug (den ich übrigens nicht besitze) schmiegt sich der Sitz an den Körper und stützt ihn in schnellen Kurven gekonnt ab. Herrlich, wirklich herrlich!

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Von 0 auf 100 km/h innerhalb von 4,8 Sekunden. Das schafft der GLA 45 AMG dank dem Allradantrieb und dem modifizierten 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe. Das Getriebe verfügt nun über den von AMG genannten “Speedshift” und ja, die Schaltzeiten stimmen. Fast ohne Unterbrechung beschleunigt der GLA 45 AMG und untermalt dieses freudige Ereignis mit einem tollen Klang durch die Auspuffanlage. Wenn der Fahrer es schafft die Launch-Control zu aktivieren, sprintet der Mercedes-Benz GLA 45 AMG los und glänzt durch die AMG typische Performance.

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Nicht ganz so glänzend ist die Rundumsicht, aber hey – wer dreht sich heute noch um? Da wird die aufpreispflichtige Rückfahrkamera hinzubestellt und man schaut auf das freistehende Display. Ich kann diese ständige Kritik an diesem Display übrigens nicht mehr hören / lesen. Muss man denn immer alles was neu ist, bzw. anders verteufeln? Das frei stehende Display lässt sich gut ablesen und die einzige Kritik die ich zulasse: Es verfügt über keine Touch-Funktion. Das mag man bei Mercedes-Benz nicht, mir würde es besser gefallen wenn man die Kunden entscheiden lassen würde ob die nun Fingerabdrücke auf den Displays sehen mögen oder nicht. Ich kann das Comand-Online System inzwischen blind bedienen und darauf kommt es doch an. Das Navigations- und Infotainmentsystem soll mich – zusammen mit den anderen Assistenzssystemen – so wenig wie nur möglich vom eigentlichen Fahrgeschehen abhalten. Das schafft Mercedes-Benz, ich kann mich auch im GLA 45 AMG voll und ganz auf meinem bevorstehenden Fahrspaß konzentrieren.

Den Fahrspaß kann man nicht nur beschreiben, man kann ihn auch zeigen und hier im nachfolgenden Ausfahrt.TV Video sehen. Nicht wundern! In dem Video gibt es auch den Mercedes-Benz GLA 220 CDI zu sehen, über den ich schon umfassend bei den Mercedes-Fans geschrieben habe:

Vorrausschauend ist man gut unterwegs! Fahrer und Beifahrer sitzen auf Sportsitzen und alle Insassen – auch die im Fond – freuen sich über – in der Klasse – nahezu großzügigen Platzverhältnisse. Wer schon mal hinten im Mercedes-Benz CLA mitgefahren ist, der würde denken, dass der GLA ein unehelicher Bruder ist.

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Ausreichend dimensioniert ist nicht nur die Leistung unter der Motorhaube sondern auch der Kofferaum. Jetzt mal unter uns, mit einem kompakten Fahrzeug will man doch nicht umziehen. Mit einem Volumen von 421 Litern schlägt der Mercedes GLA auch die Mitbewerber. Die Zuladung liegt bei 520 kg. Schlagende Argumente gibt es auch in Sachen Spritverbrauch: 7,5 laut NEFZ – das doppelte sag ich! Ich gestehe, der Kraftstoffverbrauch ist von der Gaspedalstellung abhängig. Wer den Fahrspaßschalter von Comfort auf Sport bewegt, der wird den Spritverbrauch in die Höhe treiben. Auf den Weg von Granada nach Malagá konnte ich – mit etwas Fahrfreude – auch Werte um die 11-12 Liter auf 100 km realisieren.

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Macht so ein Mercedes GLA 45 AMG Sinn? Nein! Natürlich nicht. Ein Smartphone für 1000 Euro macht übrigens auch kein Sinn. Ein Fernseher für 2000 Euro übrigens auch nicht und man kann auch in einer Küche kochen, die unter 10.000 Euro kostet. Worauf will ich hinaus? Solange es Traumwagen gibt, die noch in “Reichweite” sind – sprich solange es Menschen gibt, die sich durch viel Fleiß und harte Arbeit diese Träume erfüllen können, ist es doch gut, dass die Automobil-Industrie genau solche Fahrzeuge auf die Räder stellt. Zu solchen Traumfahrzeugen zähle ich für mich persönlich den A 45 AMG und den CLA 45 AMG, mit dem GLA 45 AMG zielt Mercedes-Benz nun auf weitere neue Kunden.

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Mercedes-Benz hat sich nun wieder in einer Nische platziert und mit dem GLA 45 AMG direkt auch mal die Spitzenposition eingenommen, das natürlich auch beim Preis.

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Der Mercedes-Benz GLA 45 AMG fängt bei etwas über 55.000 Euro. Ja, dafür bekommt man schon eine Eigentumswohnung, dafür bekommt man auch zwei kompakte SUVs von anderen Herstellern oder sogar fünf Kleinstfahrzeuge – doch bringen die einen auch so schnell von a) nach b)? Verfügen die über eine derartige Haptik / Qualität? Müssen wir immer alles über den Preis bestimmen? Gutes Essen ist auch etwas teurer, ein guter Wein teilweise unbezahlbar und manchmal, da muss man sich einfach mal etwas gönnen. Ich gönne jedem, der sich einen Mercedes-Benz GLA 45 AMG leisten kann dieses Fahrzeug. Gerne auch in der Edition 1, dann muss man über 63.250 investieren. Wer es gerne flacher hätte, greift zum CLA 45 AMG, die anderen dürfen den A 45 AMG nehmen und ich? Ich spare noch etwas und warte auf den CLA 45 AMG Shooting-Brake!

Ein Gedanke zu „Fahrbericht: Mercedes-Benz GLA 45 AMG und die Frage nach dem Sinn!

  1. Wo ist da ein SUV ?…mm höhergelegte A-Klasse um (AMG-) mm wieder abgesenkt. Jeder Kleinwagen ist höher ;o) Die (offiz.) Innenraum-Maße bringen auch keinen maßgeblichen Vorteil.

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