Video / Fahrbericht: BMW 2er Active Tourer (218d – 2014)

Der BMW 2er Active Tourer hat mich wahrlich überrascht. Nicht etwa wegen dem quer eingebauten Front-Motor, nicht wegen dem Frontantrieb, nicht wegen dem Platzangebot in Fond und Heck und auch nicht wegen der großartigen Zuladung von bis zu 620 kg im 218d. Auch das Head-Up Display oder das gestochen scharfe freischwebende Display welches auf dem Armaturenbrett trohnt. Nein, der BMW 2er Active Tourer hat mein Herz im Sturm erobert, weil man merkt, dass die BMW Ingenieure Kundenwünsche umgesetzt haben. Das Fahrzeug passt zur Zielgruppe wie die Faust aufs Auge. Beispiele gefällig?

activetourer

Die Rücksitzbank! Die lässt sich nicht nur im Verhältnis 40:20:40 umlegen und vergrößert so den Gepäckraum von 468 auf sagenhafte 1510 Liter, nein – sie lässt sich auch noch verschieben. Somit hat der Besitzer vom BMW 2er Active Tourer die Wahlmöglichkeit:

Größerer Kofferraum oder mehr Beinfreiheit für die Passagiere im Fond. Die freuen sich z.B. auch über die Tatsache, dass sich die Rückenlehne verstellen lässt. Optional gibt es im BMW Active Tourer auch noch einen umlegbaren Beifahrersitz. Dann kann man 2,40 Meter lange Gegenstände transportieren, sonst sind es immerhin 1,40 Meter lange Gepäckstücke die mitgenommen werden dürfen. Reicht nicht? Kein Problem! Die Anhängerkupplung verfügt, genauso wie das Dach, über eine Stützlast von 75kg und die gezogenen Anhänger dürften ein Gewicht von 1,3 Tonnen haben. Anhänger sehe ich gar nicht, ich sehe eher Fahrradträger und da ist die Stützlast von 75kg entscheidend und Kundenorientiert dimensioniert.

Überzeugt hat mich aber auch der Innenraum. Die Sitze zeigen sich in der gefahrenen Sportline sportlich kontiert, das Lenkrad liegt gut in der Hand und dank individiueller Verstellungsmöglichkeiten von Sitz und Lenkrad lässt sich schnell eine gute Sitzposition einstellen. Über eine Gurthöhenverstellung hätte ich mich ggf. noch gefreut, aber ich habe gar keine benötigt.

Die Kennlinien der elektromechanische Servolenkung lassen sich per Tastendruck verstellen und so bringt man den Active Tourer auch vom Eco-Modus, entweder in den komfortablen oder gar in den Sport-Modus. Mit dem 2.0 Liter – 150 PS Diesel liegen 320 Nm an der Vorderachse an. Wer es da übertreibt, der schiebt – vermutlich zum ersten mal – einen BMW über die Vorderachse. Ansonsten passt der Antrieb zu dem Fahrzeug und ich würde mich nicht wundern, wenn es zukünftig auch weitere Fahrzeuge von BMW geben wird, die ebenfalls über einen Frontantrieb verfügen.

Ich finde wirklich nichts zu meckern, das Raumangebot, die Haptik, das Platzangebot im Kofferraum, die ausreichenden Abblageflächen – alles sehr gut abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden. Die Getränkehalter in der Mitte könnten etwas größer dimensioniert sein, aber in die Türtaschen passen 2x 1,5 Liter Flaschen. Besser geht es nicht!

Auf der Suche nach dem Haar in der Suppe bzw. nach der Mängel-Nadel im Heuhaufen könnte ich nun erwähnen, dass ich mir bei meiner Sonnenbrille einen Fehlkauf geleistet habe. Meine Ray Ban ist polarisierend, damit meine ich nicht die Optik, sondern die Tatsache, dass die Gläser über einen Pol-Filter verfügen. Habe ich die Sonnenbrille auf, erkenne ich im Head-Up Display nichts. Das wird beim BMW 2er Active Tourer nicht in die Glasscheibe, sondern auf eine extra Plastikscheibe gespiegelt und gibt dem Fahrer alle notwendigen Informatioenn wie Geschwindigkeit, Navigationsanweise und Hinweise auf ggf. Überholverbote bzw. Tempolimits. Wie gesagt, die Sonnenbrille war ein Fehlkauf, so ein HUD ist meiner Meinung nach das beste Assistenzsystem in jedem Fahrzeug.

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Assistenzsysteme im neuen BMW 2er Active Tourer, doch bei solchen Fahrveranstaltungen hat man nur die Zeit mal kurz reinzuschnuppern und somit ist das natürlich kein richtiger Test. Einen ganz guten Ersteindruck vom BMW Active Tourer vermittelt nachfolgendes Ausfahrt.TV Video welches zusammen mit Sarah Sauer und Jan Gleitsmann entstanden ist:

Fazit: Der BMW 2er Active Tourer ist meiner Meinung nach ein Hit. Der Basispreis liegt bei 27.200 Euro (für unser gefahrenes Fahrzeug müssen vermutlich 35.000 Euro den Besitzer wechseln) und die Aufpreisliste ist natürlich auch Hitverdächtig, aber irgendwas ist ja immer – goldene Schallplatten bekommt man schließlich auch nicht umsonst.

Ihr wollt mehr lesen? Kein Problem! Sarah auf auf Ausfahrt.TV ihre Meinung bereits veröffentlicht: klick

5 Gedanken zu „Video / Fahrbericht: BMW 2er Active Tourer (218d – 2014)

  1. “…weil man merkt, dass die BMW Ingenieure Kundenwünsche umgesetzt haben.”

    Aha !?
    Wer sind denn die Kunden hierfür, bisherige BMW-Klientel oder neue/andere ?
    Letztere werden in dem Segment doch seit xx Jahren doch recht gut + preiswert bedient werden !?

    Bzw. wieso hat BMW so ziemlich alles vertraute zu seiner Marke dafür aufgegeben, waren das die “Kundenwünsche”, bzw. hält es bisherige Klientel dann auch bei diesem Modell nicht auf, bzw. dran ?!

    Nicht mal beim den Design/Proportionen bekommt BMW seinen Charakter hin. Denn Länge/Radstand, letztlich die Überhänge sind wie bei den anderen !

    Schön das ihr zu Dritt die Rückbank mal so richtig “ausreizt”, das ist gelebte Praxis ;o)

    1. Hier redet BMW ganz klar von den “neuen Kunden”, denn der bereits existierende Kundenstamm hat sich ja aufgebaut, weil es eben den 3er / 5er / 7er usw. gibt – als Limousine und als Kombi. Ich behaupte mal, dass nur ein minimaler Anteil dieser Fahrer auf so einen Mini-VAN umsteigen würden. Somit muss man sich in erster Linie an die Leute richten, die so einen Wagen kaufen würden und in zweiter Linie an die Leute aus dem eigenen Lager, die einen Mini-Van wollen und das Lager wechseln würden und ERST in dritter Linie richtet man sich nach den restlichen BMW-Kunden, die unbedingt einen Heckantrieb und längs eingebauten Motor haben wollen, sich dennoch nie einen Mini-Van mit diesen beiden Eigenschaften kaufen würden.

      Das ist in meinen Augen nämlich auch das Problem. Ziehmlich viele BMW-Fahrer maulen rum: “Kein längs eingebauter Motor mehr, kein Heckantrieb mehr, …”. Hätte der 2er Active Tourer diese “Highlights” aber, würde man den Wagen trotzdem nicht kaufen – ist ja schließlich ein Mini-Van und keine Limousine, Kombi oder SUV. Soll BMW deswegen auf der Stelle treten (was das Portfolio angeht) und somit Marktanteile verlieren?

      Deswegen finde ich das garnicht so schlecht, dass BMW mit seinen Traditionen bricht.

  2. Der Active Tourer ist in meinen Augen der interessanteste Mini-Van. Das liegt bei mir zum einen an dem tollen Design und zum anderen an der Tatsache, dass man den Wagen später mit dem 190ps Diesel + Allrad + Automatik bestellen kann.

    Schade finde ich, dass BMW in der Serie so weit vom Cockpit der Studie abgewichen ist. Zugegeben, das Cockpit der Studie sah schon fast futuristisch aus, allerdings hat die Ambiete-Beleuchtung etwas Abwechslung in den Cockpit-Alltag gebracht. Ich versteh auch nicht, wieso man bei BMW von diesen Kipp-Wipp-Automatik-Wahlhebeln abgekommen ist – ich fand und finde die Klasse. Was dem 2er Active Tourer aber definitiv im Cockpit fehlt ist ein helles Holzdekor – man hat die Auswahl zwischen, Schwarz, dunkelbraun und helleres dunkelbraun – hier hätte man ruhig mal einen Holzton wie im Audi A6 umsetzen können. Das würde auch zum freundlichen, luftigen und aktiven Image des Wagens passen.

    Etwas an der Zielgruppe vorbei ist die Tatsache, dass man die ISOFIX-Kindersitz-Befestigung für den Beifahrersitz mit 90€ extra bezahlen muss (klar ist bei den anderen auch so – aber bei einem Auto für junge dynamische & mobile Familien – ernsthaft???) und dass man die Rücksitzbänke nur verschieben kann, wenn man die “Sitzverstellung für Fondsitze” für 300€ ordert. Keine Ahnung wieso man hier nicht einfach mal Zielgruppen-relevante Features in die Basis-Ausstattung integriert hat – an den 400€/Fzg. geht BMW sicherlich nicht krachen.

    Ansonsten ein sehr schönes und interessantes Fahrzeug. Die Preise sind halt auf BMW-Niveau, aber dafür bekommt man auch ein paar andere Gestaltungsmöglichkeiten (Antriebsseitig), als bei der Konkurrenz. Gespannt bin ich auf die Anfangs erwähnte Motor-Getriebe-Antrieb-Variante und auf den 7-Sitzer.

    Beste Grüße,
    Schü

  3. Ich fuhr rund zehn Jahre lang einen Opel Zafira OPC (7-Sitzer-Kompaktvan, hatte schon im Kaufjahr 2003 seine 200 PS Motorleistung und eine Werksangabe von 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h). Wie sieht denn heute das Angebot an leistungsstarken Kompaktvans aus? Wenn BMW den Active Tourer mit sieben Sitzen, Allradantrieb (ist einfach beruhigender im Winterurlaub in den Bergen) und 231 PS (es dürfen auch gerne noch ein paar PS mehr sein) auf den Markt bringt, gehört er für mich in die engste Wahl. Fünf Sitze reichen mir momentan noch nicht.

Kommentare sind geschlossen.