Genf 2015 Vorschau: Mercedes-Benz zeigt die G-Klasse G 500 4×4²

4×4² = Geil! Nein, mit der Antwort bekommt ihr in Mathematik keine Bestnote, aber wenn auf einer Mercedes-Benz G-Klasse hinten 4×4² drauf steht, dann sollte man diese Rechenaufgabe auch gar nicht lösen (und die Lösung bitte auch nicht in den Lack kratzen), sondern man sollte sich in das Fahrzeug schwingen und los fahren. Die G-Klasse braucht keinen Weg, vermutlich nicht mal ein Ziel. Gezeigt wird die Studie in Genf 2015 und hier sind schon mal ein paar Fakten.

Der G 63 AMG 6×6 bekommt mit dem G 500 4×4² einen Modellbruder, der ein neues Highlight in der Historie der G-Klasse sein und alle Vorteile der Baureihe vereinen soll. Die Serienmodelle der G-Klasse liefern Karosserie und Leiterrahmen, die das deutlich gestiegene Leistungsvermögen des G 500 4×4² kompensieren sollen. Zu bieten hat der G 500 4×4² ansonsten den Permanenten Allradantrieb, eine Geländereduktion im Verteilergetriebe, Portalachsen und drei während der Fahrt sperrbare Differentiale.

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Von Außen ist der Offroader beeindruckend mit seinen großen Rädern, der enormen Bodenfreiheit, der Höhe von knapp 2,25 m bei einer Breite von knapp 2,10 m und dem geradlinigen Design. Dazu gehören unter anderem die Karbon-Blende mit den integrierten LED-Lichtleisten oberhalb der Windschutzscheibe, die teillackierten Karbon-Kotflügelverbreiterungen und der AMG Frontstoßfänger. Doppelte Sidepipes beidseitig vor den Hinterrädern modulieren den G-typischen Sound. Durch sie ergibt sich eine bessere Geländegängigkeit, weil im Heckbereich die Endschalldämpfer entfallen und so den hinteren Böschungswinkel nicht einschränken können.

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Im Innenraum ist der G 500 4×4² mit dem designo Exklusivpaket ausgestattet. Sitzwangen, Kopfstützen, Armaturenbrett, Mittelkonsole und Armauflagen in den Türen sind in schwarzem designo Leder mit weißen Kontrastziernähten bezogen, die Sitzflächen und Türpaneele mit Mikrofaser DINAMICA mit Rautensteppung. Hinzu kommen DINAMICA Verkleidungen für den Dachhimmel und die Karosseriesäulen.

Olle Karre? Wird seit 1979 so gebaut? Ja, aber nun kommt was ganz heißes in den Motorraum. Im 4,0-Liter-V8-Biturbomotor des G 500 4×4² kommt eine Biturbo-Aufladung zum Einsatz, bei der die beiden Lader im Zylinder-V, dem sogenannten „heißen Innen-V“, angeordnet sind. Die Gemischaufbereitung übernimmt die ausschließlich bei Mercedes-Benz eingesetzte Piezo-Benzin-Direkteinspritzung. Der Motor soll bei einem Serieneinsatz die Euro-6-Abgasnorm erfüllen und natürlich ist das auch der Motor der im Mercedes-AMG GT oder aber auch im Mercedes-AMG C63 (S) zum Einsatz kommt.

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Das Fahrwerk basiert auf dem Serien-G und umfasst eine neue, aus dem Rallye-Sport abgeleitete, Dämpferverstellung. Pro Rad sind zwei parallel geführte Feder-Dämpferbeine im Einsatz. Ein Feder-Dämpferbein arbeitet mit festgelegten Dämpferkennlinien, das zweite verfügt über eine elektronisch geregelte Verstelldämpfung. So gelingt eine deutliche Spreizung zwischen der SPORT- und COMFORT-Einstellung, die der Fahrer mit einem Taster in der Mittelkonsole anwählen kann.

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Die für vielseitige Einsätze entwickelten Portalachsen sind das technische Highlight des Showcars G 500 4×4². Im Unterschied zu herkömmlichen Starrachsen befinden sich hier die Räder nicht auf Höhe der Achsmitte, sondern liegen durch die Portalgetriebe an den Achsköpfen wesentlich weiter unten. Damit steigt beim G 500 4×4² die Bodenfreiheit auf 450 Millimeter und die Wattiefe auf 1000 Millimeter.

Die Portalachsen-Konstruktion hat aber noch weitere entscheidende Vorteile: Durch die unveränderte Lage der Starrachsen zum Chassis bleiben sowohl die Anlenkpunkte der Aufhängung, die Anbindung der Lenkung sowie die Lage der Kardanwellen identisch. Zudem gleicht die Untersetzung in den Portalgetrieben den großen Abrollumfang der Reifen aus. Übersetzungen, Tachoantrieb und ABS-Sensorik bleiben gleichfalls unverändert. Diese Untersetzung in den Radgetrieben bewirkt außerdem, dass die mechanischen Belastungen im gesamten Antriebstrang, besonders für die Antriebswellen, reduziert werden.mercedes-benz-gklasse-g-500-4x4-genf-2015-5

Bedingt durch die 299 mm breitere Spur der Portalachsen im Vergleich zum Serienfahrzeug, die großen 22-Zoll-Felgen mit Reifen der Dimension 325/55 R 22 und die Verstelldämpfung mit Sport-Modus, geht die gehobene G-Klasse trotz höherem Schwerpunkt dynamisch durch die Kurven. Speziell für echte Offroadtouren steht eine optimierte Bereifung zur Wahl: Mud Terrain-Reifen (M/T) auf speziellen, zweiteiligen 18 Zoll große Beadlock-Felgen.

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Bei dieser Bauart wird der Reifen bei der Montage zwischen den beiden Felgenhälften und einem inneren Beadlock-Ring so fest eingeklemmt, dass er selbst bei völligem Luftverlust nicht von der Felge abrutschen oder Sand eindringen kann. Sollte es doch einmal zum Aufsetzen des Chassis kommen, haben die Entwickler einen zweiteiligen Edelstahl-Unterschutz integriert.

Mit dem kann man sich doch wahrlich mal vor dem Kindergarten, der Grundschule oder der Uni blicken lassen, oder? Fotos: © Mercedes-Benz 2015

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