Probefahrt: Opel Corsa OPC mit Performance Paket (2015)

Das ist er also, der aktuelle Opel Corsa OPC. OPC steht übrigens für Opel Performance Center und performant ist der Corsa, eine richtige Pocket Rocket. Müssen wir über Sinn oder Unsinn sprechen wenn man einen Kleinwagen mit 207 PS unterm Hintern hat? Nein, wir können einfach auch Zahlen sprechen lassen. Ca. 23.000 Fahrzeuge wurden vom Vorgängermodell verkauft, schaut da doch mal in die Zulassungszahlen der Elektrofahrzeuge, die automobile Welt braucht auch Spaßmobile und Spaß macht der aktuelle Opel Corsa OPC definitiv.

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Werfen wir ganz kurz ein Blick auf die Optik. Vorne erkennt man ihn an den größeren Lufteinlässen, an der geänderten Front und am Heck sieht man den Sppiler und die zweiflutige Abgas-Anlage, die von Remus stammt und mir persönlich etwas zu brav klingt, aber das ist Geschmacksache.

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Auch im Innenraum zeigt sich der OPC eher dezent, Fahrer und Beifahrer sitzen auf serienmäßigen Recaro-Sportsitzen, die sich, das kann ich jetzt schon mal sagen, wie ein Maßanzug um den Körper schmiegen. Der Seitenhalt, gerade in sportlich gefahrenen Kurven ist perfekt und dennoch sitzt man nicht unbequem. Auch nicht wenn man das Performance Paket gebucht hat, bei dem das Fahrwerk noch etwas straffer abgestimmt wurde.

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Als Familienvater blicke ich, auch bei einem sportlichen Fahrzeug einmal kurz auf die Rücksitzbank. Da passen zwei Kinder hin, nicht mehr und nicht weniger, aber wer will in einem 207 PS Kleinwagen auch schon hinten sitzen.

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Einen Kofferraum bzw. ein Kofferräumchen hat der OPC natürlich auch, doch ich will euch heute gar nicht mit den langweiligen Fakten langweilen, denn heute dürfen wir auch mal unvernünftig sein und Spaß haben.

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Wie sieht das ideale Rezept aus? Viel Leistung, wenig Gewicht. Beim Gewicht landet unser Fahrzeug hier bei 1.293 kg – das spürt man nicht nur bei der Beschleunigung, sondern auch beim anbremsen vor der Kurve. Ich würde dem Fahrzeug sogar noch etwas mehr Leistung zutrauen, man was haben die Ingenieure denn da für ein kleines Meisterwerk auf die Räder gestellt?

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Werfen wir also einen ganz kurzen Blick unter die Haube, dort findet man den 1.6 Liter Turbo-Benziner. 207 PS bringt diese Maschine auf den Leistungsprüfstand. Die Kraft geht über ein kurzes und knackiges 6-Gang Handschaltgetriebe auf die Vorderachse. Das maximale Drehmoment liegt bei 245 Nm bzw. mit der Overboost Funktion bei 280. Von 0 auf 100 km/h geht es innerhalb von 6,8 Sekunden und wie die meisten Fahrzeuge, die über die Vorderräder angetrieben werden, schiebt er durchaus auch mal über die Vorderachse wenn man es übertreibt. Bei nasser Fahrbahn muss man mit dem Gasfuß halt etwas vorsichtiger umgehen und geregnet hatte es leider in Dudenhofen.

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Der Fahrer sitzt, wie schon erwähnt, auf bequemen Recaro-Sitzen und greift zum unten abgeflachten Lederlenkrad. Die Lenkung ist direkt und leichtgängig, das Fahrzeug gibt eine gute Rückmeldung. Der OPC zeigt sich, im Vergleich zum zivilen Corsa, etwas tiefergelegt, das Fahrwerk ist sportlich abgestimmt aber nicht sonderlich unbequem. Ideal für die Stadt, das Land oder die Autobahn. Die Höchstgeschwindigkeit liegt übrigens bei Tempo 230 und die sind wir in Dudenhofen auf dem Testgelände auch gefahren.

Hinter Volker Strycek auf der vierspurigen Hochgeschwindigkeits Steilbahn. Bis zu 40° Neigung, ich kann euch sagen, das war ein Mega-Spaß, denn den Corsa OPC kann man hier mit Höchstgeschwindigkeit ohne Querkräfte fahren. Man könnte also sogar seine Hände vom Lenkrad nehmen, der Wagen würde sich selber seine Spur suchen, aber das macht man natürlich nicht, die Hände bleiben immer am Lenkrad und der Fahrer somit ideal mit dem Fahrzeug verbunden.

Was verbraucht so ein Corsa OPC wohl? NEFZ sagt 7,5, ich sage „Ja, ja“ – mein 90 PS starker Opel Corsa B aus dem Jahre 1997 hatte sich damals ca. 10 Liter genehmigt, der OPC dürfte das gleiche verbrauchen und dabei mindestens doppelt so viel Fahrspaß liefern.

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Was dürfte sportlich ambitionierte Autofahrer freuen? Die Traktionskontrolle, aber auch das ESP lässt sich ausschalten, wer es also kann (oder der Meinung ist), der kann auch ohne technische Hilfsmittel das Fahrzeug beherschen, die Elektronik bremst den Fahrspaß aber auch nicht aus.

Kommen wir zum Preis. Basis? 24.395 Euro, wir sind das Fahrzeug mit Performance Paket gefahren, damit landet er zusammen mit einigen anderen Ausstattungsfeatures knapp unter 30.000 Euro, denn technisch lässt er sich noch aufwerten. Der Corsa OPC macht auf der Rennstrecke, aber auch im Alltag eine gute Figur, das Handling ist vorbildhaft und der Spaßfaktor ziemlich hoch, was verlangt man eigentlich mehr von so einer kleinen Rakete?

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Mein Fazit? Wäre ich 10 Jahre jünger und hätte ich keine Familie, dann wäre der Opel Corsa OPC definitiv auf meiner Liste, der noch zu fahrenden Fahrzeuge. Das Performance-Paket enthält neben den 18-Zoll-Schmiederädern eine größere Bremsanlage von Brembo, eine noch straffere Fahrwerksabstimmung sowie eine mechanische Drexler-Differenzialsperre.

Wer sich mit dem OPC also auch mal auf einer Rennstrecke rumtreiben möchte, der sollte das Performance-Paket wählen. Das Fahrwerk wurde mit Koni entwickelt, damit liegt er richtig satt auf der Straße, wippt nicht nach, alles so wie man es sich wünschen würde.

4 Kommentare zu “Probefahrt: Opel Corsa OPC mit Performance Paket (2015)

  1. Das angesprochene Gewicht, da ist der Wettbewerb doch teils sogar schwerer, wie zuletzt die Gazetten-Tests zeigten !

      1. Joh, einen 900-kg-Karl aufgepeppt – zumindest der Spark-II-Bruder könnte sich ja mal wieder TRANSFORMERn ;-)

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