Adios Mercedes-Benz SLK: Das Klappdach-Cabrio heißt nun SLC!

Aus dem Blechdach-Cabrio Mercedes-Benz SLK wird der Mercedes SLC. Die große dramatische Änderung? Etwa so, als wenn die Basisausstattung „Classic“ nun in „Klassik“ umbenannt würde. Also bleibt alles beim Alten? Nicht ganz, da der SLK, pardon, SLC nun mit einem dezenten Facelift vorfährt, das ihn auch in seiner zweiten Lebenshälfte jung und attraktiv halten soll. Wir beleuchten die Details.

Werksintern nennt sich das Cabrio auch weiterhin R172, was dem Laien außerdem zeigt, dass der Schwabe unter dem Blech ganz der Alte geblieben ist. Also nur ein MoPf (Daimler-Deutsch für Modell-Pflege oder Facelift)? Ganz klar: ja. So kommt der neue Mercedes SLC mit überarbeiteten Motoren und einer gestrafften Optik in die Showrooms.

Mercedes-Benz SLC 300, designo cerrusitgrau magno, AMG Line Mercedes-Benz SLC 300, designo cerrusit grey magno, AMG Line

Dementsprechend ist es fast unerlässlich, dass nun auch der Roadster mit dem mittlerweile typischen schwarzen Diamantgrill vorfährt. Dieser ist für die höhere Ausstattungen und Motorisierungen vorgesehen und nun etwas runder als bisher. Dennoch blieb die klassische Roadster-Form erhalten: Lange Haube, kurzes Heck, tiefe Sitzposition. An der Front warten die Scheinwerfer nun optional mit LED-Technik auf und wirken etwas rundlicher, während die Rückleuchten scharfkantiger erscheinen und ebenfalls mit LED-Komponenten ausgerüstet sind. Insgesamt verhelfen dem Stuttgarter viele horizontale Linien zu einem stämmigeren Auftritt.

Mercedes-Benz SLC 300, designo cerrusitgrau magno, AMG Line Mercedes-Benz SLC 300, designo cerrusit grey magno, AMG Line

Mit der Modell- und Namens-Pflege zieht nun eine neue Form des Variodachs in den Mercedes-Benz SLC ein. Das Stahl-Klappdach lässt sich bis 40 km/h zu öffnen bzw. schließen und hat zudem eine besondere Funktion. Befindet sich die Abtrennung für das maximale Kofferraumvolumen – nicht von schlechten Eltern stammende 335 Liter – in der oberen Position, so kann sie automatisch heruntergefahren werden, wenn man das Dach öffnet. Wenn der Platz dafür aber fehlen sollte, weil etwa (…wie so oft…), sperrige Weinkisten den Platz belegen, schließt das Verdeck. Das Resultat: Der Fahrer wird vom Kombiinstrument ermahnt: „Trennung Restkofferraum schließen“.

Ganz Roadster-untypisch, dafür aber sehr Mercedes-like: Die Komfortausstattung. Natürlich kann auch der auf der C-Klasse basierende Stuttgarter mit AIRSCARF, einer Kopfraumheizung für Fahrer und Beifahrer und weiteren Details vollgestopft werden, die das Wohlbefinden steigern. Dazu zählt zum Beispiel die MAGIC SKY CONTROL. Das Glasdach kann auf Knopfdruck hell oder dunkel geschaltet werden, damit bei geschlossenem Dach zumindest der optische Eindruck des Offenfahrens entsteht.

Mercedes-Benz SLC 300, Interieur, bengalrot/schwarz Mercedes-Benz SLC 300, interior, bengal red/black

Den Innenraum des Mercedes SLC tasteten die Stuttgarter ebenfalls nur behutsam an. So wanderte der Gangwahlhebel vom Lenkrad in die Mittelkonsole, weist nun ein Mini-Format auf und bekommt die handschmeichlerische SLC-Prägung. Zudem wurde das Command Online angepasst: Die Optik blieb fast gleich, nur das Display wuchs von 5,8 auf 7 Zoll. Zudem wurde die Software auf den neuesten Stand gebracht und bietet allerlei Konnektivität, Online-Dienste und weiterhin die bekannten Knöpfchen und Tasten. Unübersichtlich wirkt die Bedienung dabei jedoch nicht.

Überschaubar ist auch das Motorenangebot des Komfort-Roadsters: Vier Vierzylinder und ein Sech-Ender finden unter der Haube des SLC ihr Zuhause. Vorbei die Zeiten des 5,5-Liter V8. Vorbei auch die Zeiten des AMG. Er wird abgelöst durch den neuen Mercedes-AMG SLC 43 Biturbo V6 mit 520 Nm. Der 3,0 Liter V6 leitet 367PS über die 9G-Tronic an die Hinterachse, soll im Schnitt aber mit nur 7,8 l/ 100 km auskommen. Für dieses Aggregat sind zudem strammere Motorlager und angepasste Achsen verbaut worden. Optional kann man ein mechanisches Sperrdifferential und ein Sportfahrwerk mit adaptiver Dämpferverstellung bestellen, damit das AMG-Feeling nicht ganz ausbleibt.

Mercedes-Benz SLC 300, designo cerrusitgrau magno, AMG Line Mercedes-Benz SLC 300, designo cerrusit grey magno, AMG Line

Wer – typisch schwäbisch – mehr knausern möchte und auf die Beschleunigung von 0 – 100 km/h in 4,7 Sekunden verzichten kann, der sollte einen der Vierzylinder wählen, vielleicht sogar den 250d. Der Mercedes-Benz SLC wird mit diesem Aggregat, mit 2,1 Litern Hubraum, zum echten Kilometerfresser: 4,4 Liter sollen im Schnitt durch die Brennräume fließen. Dabei wirkt das Datenblatt jedoch nicht unsportlich. 6,6 Sekunden für den Standardsprint und 245 Spitze sind eine gute Ausbeute der 204 PS und 500 Nm. Benzinerseitig stehen ansonsten noch der SLC 180 (156 PS), der SLC 200 (184 PS) und der SLC 300 (245 PS) parat. Wir sind gespannt, ob der neue SLC mit den Retuschen, besonders aber ohne einen AMG, verweichlicht oder ob er sich einfach nur auf die klassischen Roadster-Tugenden beschränkt. Ob nun mit „K“ oder mit „C“.