CES 2016: Rinspeed Etos – Autonom mit Strom

Frank M. Rinderknecht. Sagt euch nichts? Vielleicht eher Rinspeed? Der Schweizer Autobauer arbeitet seit Jahren an Studien für Messen und dient als Vorreiter und Visionär der Autoindustrie. Was er in die Hand nimmt, ist nicht selten wegweisend für die Zukunft. So auch beim Rinspeed Etos: Der Hybrid-Sportwagen wird auf der CES in Las Vegas vorgestellt und bedient sich der Basis eines BMW i8. Der technische Clou wartet im Innenraum des autonom fahrenden Autos.

Rindspeed-Etos-2016-Rad-Ab-Com (1)-1

Dadurch, dass der Rinspeed Etos gänzlich allein fährt, ist ein Lenkrad fast nicht mehr nötig und deshalb lässt es sich einfach falten und einziehbaren. Es verschwindet innerhalb weniger Sekunden in der Instrumententafel und bietet viel Platz vor dem Fahrer, etwa zum Arbeiten am Laptop. Das wäre auch sehr praktisch für uns: So könnten wir von Termin zu Termin fahren und könnten währenddessen Arbeiten – oder einfach nur relaxen.

Rindspeed-Etos-2016-Rad-Ab-Com (3)-1

Bleiben wir aber beim Rindspeed. Im Heck verfügt der Etos über eine Drohne, die als verlängerter Arm des Fahrers fungieren kann. So ist im hinteren Bereich eine Landeplattform installiert, die zudem mit 12 000 einzeln ansteuerbaren LEDs bestückt ist. Sie dienen als Infotafel oder können als optischer Dancefloor eingesetzt werden – falls man im Stau mal Bewegungsdrang verspürt.

Rindspeed-Etos-2016-Rad-Ab-Com (2)

Im Innenraum wartet ein zentrales Bedienfeld auf die Passagiere, das aus zwei 21,5-Zoll Ultra-HD-Breitbild-Monitoren besteht. Sie lassen sich, je nach Wunsch, verschieben und verbinden das Fahrzeug mit der Außenwelt. Schließlich überwachen acht HD-Außenkameras das Fahrzeugumfeld. So hat man beispielsweise beim Einparken einen direkten Blick auf die Vorderräder und verkratzt sich nicht die schönen Leichtmetallräder. Ähnlich dem System vom Bosch, leitet der Rinspeed Etos das Fahrzeug bis zum vorgebuchten Stellplatz. Außerdem bietet es entlang der gewählten Navigationsroute eine realitätsgetreue 3D-Ansicht von Gebäuden, Bäumen, Bushaltestellen, U-Bahn-Stationen und so weiter. Damit sollte man sich nicht mehr verfahren können. Um dies gänzlich zu vermeiden, kann man sich auf das autonome Fahren verlassen: Hierfür wurden Straßen zentimeter- und spurgenau erfasst, damit man sich vollkommen entspannt zurücklehnen kann und das Auto als Chauffeur fungieren kann. Schöne neue Welt oder Entmündigung des Fahrers? Entspannung oder Raub des Fahrspaßes? Wie auch immer! Am Hoover Damm sind Drohnen inzwischen verboten und ich kann mir nicht vorstellen, dass sehr viel von dieser Studie auch in die Serie übertragen wird, was Spielereien wie Drohnen etc. betrifft. 3D Displays, die werden kommen… das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.