Lexus LC 500 h und was sonst noch so in Genf steht

Die Japaner blicken in diesem Jahr auf eine 26-jährige Geschichte zurück und können für einen Moment inne halten. Im letzten Jahr verkauften sie über 582.000 Einheiten, also so viel, wie noch nie – und die Tendenz steigt. Davon gehen etwa 50% auf die Kappe des amerikanischen Marktes, wo die Japaner etwa elf Jahre an der Spitze des Premium-Segments stand. In Deutschland fristet die Premium-Marke von Toyota hingegen eher ein Schattendasein und setzte knapp 1.700 Einheiten ab, was etwa einem Marktanteil von 0,1 % entspricht. Das soll sich aber zukünftig ändern: Bis 2020 will Lexus rund 100.000 Fahrzeuge allein in Europa verkaufen. Wie diese Zukunft aussieht, zeigen die Japaner auf dem Genfer Automobilsalon.

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Einen wichtigen Schritt in diese Richtung will Lexus mit der Hybridversion des Lexus LC Coupés machen. Der LC 500 h soll dem Establishment eines Audi A5, 4er BMW oder dem kommenden Mercedes-Benz C-Coupé Konkurrenz machen. Fragt sich nur, welche Rolle da noch der Lexus RC spielt? Schließlich sei auch eine F-Variante des LC geplant, die mit einem 5.0 Liter V8-Sauger vorfahren soll, der aus dem Lexus GS-F bekannt ist. Ansonsten planen die Japaner, neben dem Hybrid und der Sportkanone, den bekannten 2.0 Vierzylinder –Turbo zu verbauen, der sich mittlerweile durch fast alle Baureihen zieht. Dabei ist gerade der Hybrid-Antrieb des Lexus LS 500 h interessant: Dieser wird die nächste Generation des Lexus Hybrid Drive mit mehrstufiger Untersetzung bekommen und soll dabei ein Plus an Leistung, mehr Fahrspaß und vor allem eine höhere Effizienz bieten.

Erstmalig auf der NAIAS in Detroit vorgestellt, soll das Luxus- Coupé aber nicht nur mit seinem Antrieb punkten, sondern auch mit seinem Styling, der Performance und Verarbeitungsqualität zeigten, dass hier das Flaggschiff der Marke vorfährt. Das wird durch gleich zwei „EyesOn Design Awards“ noch verstärkt: Zum einen wurde das Design des besten Serienfahrzeugs gekürt, zum anderen das beste Innraum-Design. Damit soll eine neue Phase des Designs bei Lexus eingeleitet werden, die den Wandel bei der Fahrzeugherstellung – ökologische Nachhaltigkeit – verdeutlicht.
Lexus zeigt aber auch eine Studie, die einen Ausblick auf die Gestaltung und Technologie der künftigen Lexus Flaggschiffe bietet. So soll im Lexus LF-FC eine Hochleistungs-Brennstoffzelle Verwendung finden, die wir bereits aus dem Toyota Mirai kennen. Für den Premium-Japaner wird allerdings schon die nächste Generation eingeplant. Zudem sollen ein berührungsloses Bediensystem und neue Technologien für das autonome Fahren Einzug halten.

Bei der Technologie können die Japaner noch überzeugen, aber vielen scheint das Design zu forsch und wenig Europa-tauglich zu sein. Das sei aber gewollt, da man so Eigenständigkeit ausdrücke und polarisiere. Denn nur so könne man Kunden zu sich locken. Das sollen auch die SUV NX und RX schaffen, die den aktuellen Trend zu Crossovern und hochsitzgien Fahrzeugen mitsurfen. Zudem gesellt sich bald die fünfte Generation des Lexus LS hinzu, die aber etwas gemäßigter gezeichnet wurde, da die Klientel schlicht konservativer ist. Hier sollen auch die Brennstoffzelle des Mirai, ergänzend aber ein V8- Benziner und ein V6-Hybrid eingebaut werden. Die Kraftübertragung übernimmt eine Zehngang-Automatik. All die Technik mag zukunftweisend sein, aber wenn die Optik nicht passt, nutzt die Technik herzlich wenig. Ich hoffe also, dass es die Japaner nicht übertreiben.