BMW X4 M40i Fahrbericht

Prolog: Ich habe mir auf dem Weg zur Mini Cooper S, BMW M2 und BMW X4 M40i Fahrveranstaltung eine ganz fiese Klimaanlagen-Erkältung eingefangen. Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Stimme weg. Ganz und gar nicht schön, von daher ist auch alles anders gelaufen als geplant. Aber so ist das. Die drei Fahrzeuge bin ich dennoch gefahren, wenn auch nicht so ausführlich wie ich es es mir eigentlich vorgenommen hatte. Über das Mini Cooper S Cabrio hatte ich schon ein paar Worte verloren, die BMW M2 Liebeserklärung steht auch schon online, fehlt nur noch der Fahrbericht zum BMW X4 M40i.

BMW X4 M40i Fahrbericht - Test - Preis - Fakten

Ein Satz mit X? Oder doch M? Oder so halb. Naja jedenfalls von der sportlichen Sorte. Wobei, völlig sportlich auch nicht. Zumindest aber ein Coupé. Mit vier Türen und ein Stockwerk über den Tatsachen. Ach, ich weiß auch nicht: Der BMW X4 M40i hat von allem etwas und lässt sich einfach nicht in eine Schublade stecken. Außerdem bleibt unklar, ob er noch einen stärkeren Bruder bekommt, einen X4M. Schließlich gibt es den von seinem Vorbild, dem BMW X6 auch. Aber die Vergangenheit lehrt uns geduldig zu bleiben. Den ganz normalen BMW X4 Fahrbericht gibt es übrigens auch noch hier, doch zurück zur Motorenfrage.

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Der BMW Z4 ist nämlich so ein Fall: Es gibt ihn mit vier Zylindern und mit sechs. Als 35i und als 35is. Unterschied? Immerhin 34 PS und eine schärfere Abstimmung. Aber ein besonders heißes M-Modell lässt weiterhin auf sich warten. Dabei war doch gerade der Vorgänger-Z4 als M besonders attraktiv. Aber genauso verhält es sich mit dem BMW X4 und dem X4 M40i. Die bislang stärkste Version hält 306 PS und 400 Nm Drehmoment bereit, womit der Bayer an und für sich gut im Futter steht. Da man die Frage, ob es ein bisschen mehr sein darf, aber meistens mit „ja“ beantwortet, hat der M40i eine klare Daseinsberechtigung.

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So stellt er neben dem X6 ein zweites SUV-Coupé in der Modellpalette der Bayern dar, das mit Leistung verwöhnt. Unter seiner Haube schlummert ein 3.0 Liter Reihensechszylinder – wie es sich für einen guten BMW gehört – der 360 PS und 465 Nm auf alle Viere loslässt. Damit will BMW das Angebot der X4-Baureihe nach oben erweitern, ohne sich aber die Chancen auf einen X4M zu verhageln.

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Doch der große Bruder X6 macht es vor: Neben der regulären Topmotorisierung gibt es natürlich auch einen BMW X6M. Allerdings scheint es hier eine Lücke zu geben, sodass es ein M-Performance-Modell gibt. Und wie es mit kleinen Geschwistern nun mal ist, machen sie den Großen alles nach.

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Was kostet der BMW X4 M40i?

Preislich geht das Vergnügen bei 65.400 Euro für den BMW X4 M40i los, was 5.700 Euro mehr sind, als ein BMW X4 35i kostet. Was bekommt man dafür: Zum einen natürlich den erstarkten Motor und zum anderen eine angepasste Optik. So fährt der BMW X4 M40i mit 19-Zoll-Rädern und grauen Akzenten vor. Neben dem üblichen großen Kühlluftöffnungen, wie sie eines M würdig sind, kommen zudem graue Streben im Kühlergrill und farblich entsprechende Spiegelkappen zum Tragen. Am Heck zieren den bislang sportlichsten aller X4 zwei schwarze Endrohre, die für dumpfen Sechszylinder-Rock sorgen. Sie sind schon ein Teil der Motoranpassungen – zumindest das ganze Auspuffsystem wurde angefasst. So wurde der Abgasgegendruck reduziert, die Ansaugluftführung optimiert sowie eine geschmiedete Stahlkurbelwelle, Kolben, Kurbelwellenlagerschalen und Zündkerzen des BMW M3 installiert. Soweit zur Hardware. Für den Rest sorgen Bits und Bytes, wie Ihr es neulich schon im Video zu Racechip sehen konntet, denn nicht nur die Tuner greifen da an, sondern auch die Hersteller. Das bedeutet für den M40i eine Erhöhung des Ladedrucks sowie der Einspritzmenge.

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BMW X4 M40i Fahreindruck

Das alles führt zu 360 turbogeladenen Pferdestärken, die dem Münchner zu standesgemäßen Fahrleistungen verhelfen. Die 100 km/h erreicht das immerhin fast zwei Tonnen schere SUV in 4,9 Sekunden. Schluss ist bei obligatorischen 250 km/h. Neben diesen Stammtischwerten zählt aber vor allem die Performance in Kurven. Soviel vorab: Der X4 mit der M-Schule schlägt sich wacker. Durch den vergrößerten Sturz an der Vorderachse, verstärkte Querlenker und optimierte Dämpfer, durch härtere Federn und verstärkte Stabis liegt das SUV in Kurven, wie das sprichwörtliche Brett. Er wirkt agil und lässt den Fahrer fast im Unklaren über die Größe und Masse des X4. Dabei hilft auch die Sportlenkung, die eigens für den M40i neu abgestimmt wurde. Mit ihr lassen sich kurven sauber sezieren, da sie trocken und klar reagiert – von Taubheit keine Spur. Der serienmäßige Allradantrieb tut sein Übriges und steigert das leichtfüßige Handling zudem, da er etwas hecklastiger ausgelegt wurde. Hinzu gesellen sich verstärkte Bremsen, die einen sauberen Druckpunkt zulassen und beim hohen Gewicht wohl mit der wichtigste Punkt im Lastenheft waren.

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Aber der BMW X4 M40i kann nicht nur hart und schnell, sondern auch komfortabel sein. Durch einen Wechsel des Fahrmodus´, etwa von Sport auf Comfort, kann das SUV angenehm über Holperpisten gleiten, ohne die Kids auf der Rückbank zum Unwohlsein zu regen. Dazu tragen natürlich auch die lobenswerten Sportsitze bei, die nicht nur guten Seitenhalt bieten, sondern auch sehr gemütlich sind und die Fahrt zum Wochenendeinkauf erträglicher machen, während die Achtgang-Automatik sanft durch ihre Stufen fegt. Damit man aber nicht vergisst, wessen Geistes Kind der M40i ist, wenn man im Interieur sitzt, erinnert das Sportlenkrad zusammen mit einem digitalen Modell-Schriftzug an das dynamische Potential.

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Schließlich zeigt sich am BMW X4 M40i wieder, wie wichtig ein Sechszylinder im Portfolio der Bayern ist und wie wandlungsfähig dieses Aggregat zudem ist. Sein seidiger Lauf, gepaart mit dem Schub des Turbos, der sonore Klang und die überschaubaren Trinksitten – laut NEFZ – machen das Triebwerk einmalig. Klar, wenn man ordentlich Gas gibt, gönnt sich das SUV einen Express-Zuschlag. Aber bei welchem Fahrzeug ist das nicht so. Dementsprechend ist die weite Verbreitung des Motors kein großes Wunder, da er ein Tausendsassa ist und in fast allen Baureihen seinen Platz findet.

So auch demnächst im BMW M2, den ich ebenfalls für Euch gefahren bin. Hier leistet der Reihensechser allerding 370 PS bei ebenfalls 465 Nm. Also wieder alles eine Frage der Bits und Bytes. Nun aber noch zum Abschluss des M40i. Was bleibt zu sagen? Eigentlich kann er alles und das auch richtig gut.

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Er ist schnell, selbst in Kurven, bietet mit 500 Litern genügend Platz für das Gepäck, hält genug Raum für die Insassen bereit und ist, wenn man es möchte, sogar komfortabel. Einzig die Optik bleibt eine Geschmacksfrage. Mir wollen die hochbeinigen SUV-Coupé nicht so recht schmecken. Zu viele Richtungen wurden hier zusammengewürfelt. Das betrifft aber nicht nur BMW mit dem X4 und X6, sondern auch die Stuttgarter von Mercedes-Benz mit dem GLE. Doch die Erfolge geben beiden Herstellern Recht: Mercedes-Benz GLE und BMW X6 verkaufen sich prächtig. Zum Glück lässt sich über Geschmack streiten. Aber vielleicht könnte mich ja ein echter BMW X4M überzeugen. Mit richtig ausufernden Schürzen und noch mehr Leistung. Mit dem Aggregat aus dem BMW M3 beispielsweise. Mal sehen, ob die Controller bei BMW auch diese Lücke noch besetzen wollen. Oder wartet man damit lieber bis zur nächsten Generation? Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, ein neuer BMW X3 könnte 2017 präsentiert werden, da würde dann auch ein BMW X4 Update anstehen. Weitere Informationen zum BMW X4 M40i gibt es übrigens auch bei meinem Kollegen Bjoern, drüben im mein-auto-blog.de

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