Auto News: Nissan GTR 2017 – Facelift zum neunten Geburtstag

Nissan GTR 2017, ein Facelift zum neunten Geburtstag! 3.8 Liter Bi-Turbo. Mehr muss man nicht sagen und Nissan Fans schnalzen mit der Zunge, denn sie wissen genau, worum es geht: Um den Nissan GTR. Seit 2007 ist der japanische Bolide nun auf dem Markt und verführt mit überragenden Fahrleistungen, Allradantrieb und einem – verhältnismäßig – niedrigen Preis. Wo sonst bekommt man 570 PS für knapp 100.000 Euro? Auf der New York International Auto Show haben die Japaner nochmals Feinschliff betrieben und den Supersportler nochmals verbessert. Das erkennt man aber nicht auf den ersten Blick. Deshalb habe ich ein zweites Mal hingesehen.

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Es war eine riesige Sensation als Nissan 2007 den GT-R auf den Markt brachte. Über 500 PS, Allradantrieb und Rundenzeiten auf der Nordschleife, die schier unglaublich schienen. Damit wollte der Japaner im Jagdrevier des Porsche 911 Turbo wildern – zumal er fast die Hälfte kostete. Mittlerweile haben die Zuffenhausener aber natürlich nachgelegt und lassen sich fahrdynamisch nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Aber Nissan blieb am Ball und pusht den Bi-Turbo V6 mit dem Modelljahr 2017 auf 570 PS.

Außen bekam „Godzilla“, wie ihn seine Fans liebevoll nennen nun endlich den markentypischem „V-Motion“-Kühlergrill spendiert. Ausgeführt ist dieser in einem matten Chromfinish und wird durch ein Netzmuster im Hintergrund betont. Außerdem wuchs der Grill etwas, was eine bessere Luftzufuhr zum Motor bewirken soll. Zudem wurde die die Motorhaube verstärkt, um die Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu verbessern. Insgesamt führten die Ingenieure feine Optimierungen an der Aerodynamik durch. So sollen die Spoilerlippe sowie der neue Frontspoiler für ein hohes Maß an Abtrieb sorgen, während die stärker ausgestellten Seitenschweller den Luftfluss verbessern sollen. Auch am Heck fanden die Japaner Optimierungsbedarf und fügten seitliche Luftauslässe neben den vier Auspuffrohren hinzu, womit sie einen verringerten Luftwiderstand erzeugt haben wollen. Dennoch soll der Abtrieb genauso hoch bleiben, wie beim bisherigen Modell und damit die Stabilität beim Schnellfahren gewahrt bleiben.

Gut so, schließlich ist die bisherige Version mit ihren 550 PS schon 315 km/h schnell – mit den 20 Extra-PS des Faceliftes dürfte sich daran noch etwas ändern. Für die Leistungssteigerung verantwortlich sind ein Leistungsschub für den Turbolader sowie die variable Steuerung des Zündzeitpunkts, sodass der handgefertigte 3,8 Litern-Sechsender nun 633 Nm auf alle Viere leitet. Die Kraftübertragung übernimmt auch weiterhin ein Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe, das aber optimiert wurde. So soll der Schaltkomfort durch weichere und ruhigere Gangwechsel verbessert worden sein. Für einen noch raueren Klang soll eine neue Titan-Auspuffanlage sorgen, davon dürfte man im Innenraum aber nur wenig mitbekommen, da der Geräuschkomfort gesteigert wurde – schade eigentlich. Einem waschechten Sportwagen wird wohl niemand nachsagen, dass er zu laut sei.

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Damit wären wir auch schon beim Interieur, das einer der Hauptkritikpunkte am GT-R war. Hier wollen die Japaner nun ein Premium-Ambiente geschaffen haben und entwarfen das Armaturenbrett sowie die Instrumententafel neu. Zudem sind diese Elemente nun mit hochwertigem Leder bezogen, was den Qualitätseindruck nochmals steigern dürfte. Ein großes Plus stellt die Entrümpelung der Mittelkonsole dar: Die Knöpfchenzahl wurde von 27 auf elf reduziert und der Touchscreen auf acht Zoll Bildschirmdiagonale vergrößert. Für eine leichtere Bedienung wurde die Menüführung auf Vordermann gebracht und um größere Icons ergänzt. Für ein angenehmeres Ambiente sollen zudem neue Innenraumfarben sorgen, in denen das „Semi-Anilin-Leder“ in der „Prestige Edition“ erstrahlt. Es kann in Tan, Samurai Black, Amber Red oder Pale Ivory gewählt werden. Neu hinzugekommen ist außerdem die Außenlackierung im Farbton „Katsura Orange“. Damit dürfte der Nissan GTR 2017 mit seiner kantigen Karosse nicht mehr als Stealth-Bomber durchgehen, denn unauffällig ist der Supersportler damit nicht mehr.