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Renault Clio RS 16 – Die Bodenrakete

Er war eine herbe Enttäuschung, der Renault Clio RS der aktuellen Generation. Besonders, da sein Vorgänger als Nonplusultra der Fahrdynamik galt, wenn man von Kleinwagen spricht. Doch die Franzosen legten nach und gaben dem Kleinwagen etwas mehr Pfeffer – unter anderem mit speziellen Semislicks. Doch jetzt kommt ein Franzose, der sich gewaschen hat und alle Vorgänger in den Schatten stellt. Der Renautl Clio RS 16. Beim Grand Prix von Monaco wird der besonders wilde Clio vorgestellt. Was ihn zum echten Boliden macht, lest ihr in den folgenden Zeilen.

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273 PS! Bekannt, damit fährt der alte Megane R.S.275 Trophy-R herum. Falsch! Die Franzosen implantieren das Aggregat aus eben jenem Sportler unter die kleine Motorhaube des Clio RS 16. Damit leistet der Kleinwagen nicht nur so viel, wie sonst keiner in dieser Klasse, sondern verfügt wieder über 2.0 Liter Hubruam – wie sein Vorgänger. Doch jetzt gibt es zusätzlich einen Turbolader und 360 Nm, die auf die Vorderräder des limitierten Kleinwagen losgelassen werden.

Spannend dabei: Die Ingenieure hatten nur fünf Monate Entwicklungszeit! Was sie in dieser kurzen Zeit vollbracht haben, ist allerhand. So verkneift sich der Renault Clio RS 16 das DSG-Getriebe und stellt eine 6-Gang Handschaltung bereit – ENDLICH! In einem sportlichen Fahrzeug will man doch selbst schalten, oder? Genau, wie bei seinem Vorbild, dem Renault Clio V6. Dieses Fahrzeug mit außergewöhnlicher Performance – wie Renault sagt – soll der Pate des Clio RS 16 sein. Im Gegenzug zu diesem Klassiker, ist der neue Spross aber nicht unfahrbar. Schließlich vertraut der RS 16 weiterhin auf den Frontmotor mit Frontantrieb und spart sich ein Mittelmotor-Konzept, wie im Clio V6. Für diesen kurzen Radstand war das einfach zu viel des Guten.

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Damit die Leistung aber trotzdem auf die Straße zu bringen ist, verbauten die Entwickler 19 Zoll Räder und weiteten die Karosserie um sechs Zentimeter. Natürlich auch aus dem Grund, dass das Fahrwerk aus der Rallye stammt und dementsprechend Platz benötigt. Um den Preis für den Boliden aber noch einigermaßen niedrig zu halten, mussten die Ingenieure einfallsreich sein. So stammen Motor, Getriebe und Kühlung aus dem Trophy R, während die Motoraufhäng aus Teilen vom Mégane, Kangoo und Espace gebaut wurde. Die Abgasanlage wurde in ihrer Durchlässigkeit optimiert, erfurhr eine neue Anordnung unter dem Auto und vertraut auf Schalldämpfer von Akrapovic – ein namhafter Experte.

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Damit das Plus von 73 PS gegenüber der Serie auch auf die Straße gebracht werden kann, bekam der Renault Clio RS 16 zudem eine ISAS-Vorderradaufhängung vom Trophy-R spendiert. Hinten vertrauen die Ingenieure auf die Achse aus dem Clio R3T. Zudem bietet der limitierte Kleinwagen verstellbare Dämpfer mit Doppelströmungsventil, die für ein optimales Ein- und Ausfedern sorgen, sowie Bremsscheiben mit 350 mm Durchmesser. Eine leichtere Batterie sorgt schließlich für eine Gewichtsreduktion um fünfzehn Kilogramm.

Optisch fällt neben dem Dachspoiler vom Clio Cup, der bei 200 km/h 40 kg Anpressdruck erzeugen soll, vor allem das Tagfahrlicht in Flaggen-Optik auf. Innen zeigt der Clio RS 16 zudem seinen Sportsgeist: Anschnallen muss man sich mit 6-Punkt-Gurten. Für eine weitere Gewichtsersparnis verzichtet der kleine Franzose außerdem auf eine Klimaanlage und die Rückbank. So muss man erst recht einen kühlen Kopf bewahren, wenn man eine schnelle Runde auf der Nordschleife drehen möchte.