Expressway in Osaka,  Japan

Goodyear Studie: Mensch gegen Maschine

Goodyear und die London School of Economics and Political Science haben eine Studie initiiert, die sich die Zukunftsmobilität zur Brust genommen hat. Gefragt wurde, welche Einstellung Autofahrer für autonomes Fahren hegen und inwieweit sie bereit sind die Straße mit autonomen Fahrzeugen zu teilen. Das Forschungsprojekt sammelte Meinungen von Autofahrern aus elf Ländern und ist Teil der ThinkGoodMobility Initiative von Goodyear. Unter dem Dach-Thema der smarten, sicheren und nachhaltigen Mobilität führten der Reifenhersteller und das Londoner Institut die Umfrage durch. Das Ergebnis ist wenig überraschend.

Autonomes Fahren: Man sitzt nur noch als letzte Kontrollinstanz am Steuer und beschäftigt sich, während das Auto die Fahraufgabe übernimmt. Wenn man einem großen schwedischen Autohersteller mit chinesischem Background Gehört schenkt, hört man sogar von besonders Freizeit-freundlichen Varianten. So solle man in ferner Zukunft seine Lieblings-Serie sehen können, während das Fahrzeug die Strecke nach der Dauer der Episode aussucht. Ist klar.

So weit ist es aber noch nicht. Aktuell sind „nur“ Fahrzeuge unterwegs, die teilautonom fahren. Ausgewählte Systemen sollen beim Fahren unterstützen. Vollautonome Fahrzeuge fahren „vorsichtiger“ als Menschen, während man selbst eher dazu bereit ist, ein Risiko einzugehen, will Goodyear wissen. So fahren autonome Fahrzeug streng nach den Verkehrsregeln und können nicht einschätzen, wie ein Mensch, im Verkehr reagieren würde. So kam es in nicht allzu ferner Vergangenheit zu einem schweren Crash mit einem selbstfahrenden amerikanischen Derivat.

Die Unberechenbarkeit des menschlichen Verhaltens

Deshalb untersucht Goodyear das sich verändernde Umfeld. Immerhin nimmt die Verbreitung teilautonomer Fahrzeuge und Assistenten zu. Prognosen behaupten, dass bis 2035 sogar 21 Millionen autonome Fahrzeuge verkauft werden sollen. Doch laut einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr glauben 88 Prozent der befragten Autofahrer, dass im Straßenverkehr so etwas wie ungeschriebene Gesetze für das Verhalten untereinander und mit anderen Verkehrsteilnehmern gelten. Darunter fallen der Augenkontakt, sich beim anderen zu bedanken oder sich einfach mal für etwaiges Fehlverhalten zu entschuldigen – auch, wenn solche Gesten heute rar gesät zu sein scheinen.

Mercedes-Benz S500 Inteligent Drive TecDay Autonomous Mobility Sunnyvale 2014
Noch steckt das autonome Fahren in den nicht mehr allzu kleinen Kinderschuhen. Goodyear unterschucht die Akzeptanz der Assistenz

Die Schlüsselfrage der diesjährige Goodyear Studie zum autonomen Fahren setzt sich damit auseinander, inwiefern die „ungeschriebenen Gesetze“ auf autonome Fahrzeuge anwendbar sind und inwieweit sie sich einen „gesunden Menschenverstand“ aneignen können müssen. Bei Vorgesprächen kam bei den Befragten die Frage auf, ob Autos überhaupt dazu in der Lage seien, sich an den Verhaltenskodex zu halten. Das menschliche Handeln steht nun mal unter dem Stern der Unberechenbarkeit.

Andersherum könnte es aber auch sein, dass menschliche Fahrer das berechenbare Verhalten von autonomen Fahrzeugen ausnutzen könnten. Dementsprechend ist fraglich, ob mit dem autonomen Fahren ein positiver Einfluss auf das Verkehrsverhalten hervorgerufen würde oder ob die Rüpelhaftigkeit zunehme. Genau das ist aber ein Punkt, der in Zukunft auf uns zukommen wird: Eine Interaktion zwischen menschlichen Fahrern und autonomen Fahrzeugen wird in zunehmendem Maße auf uns zukommen. Wir sollten uns also damit anfreunden. Ob es die Teilnehmer der Goodyear Studie jetzt schon tun? Das wird sich im Oktober klären, wenn die Ergebnisse bekannt gegeben werden.

Ein Kommentar zu “Goodyear Studie: Mensch gegen Maschine

Kommentare sind deaktiviert.