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Käfer im Tiefflug: VW Beetle LSR

328 km/h: Ein Wert, der nach einem waschechten Sportwagen klingt. Nach einem Porsche. Mit Turbo und extra viel Scharf! Oder nach einem aktuellen Boliden aus Maranello, Sant´Agata Bolognese oder Woking (McLaren). Nein hier geht es aber nicht um einen dieser Boliden, sondern um einen Wolfsburger. Schon klar: Das ist ein Bugatti, der gerade im dritten Gang cruist. Doch weit gefehlt: Was hier über den großen Salzsee von Bonneville in Utah angeschossen kommt, ist ein VW Beetle LSR mit 550 PS. Rekord!

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Nicht nur Tuning-Freunde werden die Tiefe des VW Beetle LSR mögen

Der Beetle hat bislang immer einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen: Die erste Generation, noch auf Golf IV Basis, hatte es nie so recht mit dem Sportsgeist. Zwar gab es Varianten mit VR-6-Motor und böser Optik – den Beetle RSi – doch ein High End Sportler war er nie. Auch der aktuelle Käfer ist kein hartgesottener Sportler. Im Optimalfall treibt ihn ein 2.0 Liter Turbomotor an, der aus dem Golf GTI stammt. Schon nicht schlecht – aber weit weg von der High-Speed-Elite.

Ganz nach dran ist aber der VW Beetle LSR, der in Bonneville in Utah einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hat. Beim traditionellen World Speed Event auf einem großen Salzsee erreichte der gedopte Käfer eine Höchstgeschwindigkeit von sagenhaften 328,195 km/h. Unter anderem verantwortlich dafür ist ein nicht mehr ganz seriennaher 2.0 Liter Turbo Direkteinspritzer mit 550 PS. Damit ist der VW Beetle LSR der schnellst, jemals gemessene Käfer.

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Im Heck verstecken sich zwei Bremsfallschirme. Ansonsten bleibt der Beetle auch als LSR eher unauffällig

Unter der Haube? Ein 2.0 TSI Vierzylinder!

Natürlich waren für dieses Tempo einige Anpassungen am Wolfsburger nötig. So verfügt das Aggregat über einen größeren Turbolader, andere Kolben und Pleuel, eine neue Nockenwelle und eine Zylinderkopf-Modifikation. Dabei beeindruckt nicht nur die Leistung in Pferdestärken, sondern auch das Drehmoment von über 570 Newtonmetern.

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Felgen ohne Öffnung für eine optimale Aerodynamik

Doch das sind nicht die einzigen Überarbeitungen, die der VW Beetle LSR in sich trägt. Schließlich fährt so ein Wolfsburger nicht alle Tage über einen Salzsee. Dementsprechend mussten Räder und Reifen auf die spezielle Belastung angepasst werden. Außerdem wurde die Karosserie ein gutes Stück abgesenkt, während ein Sperrdifferenzial dafür sorgt, dass optimale Traktionsverhältnisse herrschen. Damit im Fall aller Fälle für größtmögliche Sicherheit gesorgt ist, wurde der runde Renner zusätzlich mit einem Überrollkäfig, einem Rennsitz mit Fünfpunktgurten sowie mit einem Feuerlöschsystem ausgerüstet. Und wer schnell fährt, will letztlich auch wieder abgebremst werden. Dafür sorgen zwei Bremsfallschirme. Vielleicht gönnt uns VW ja eine minimal zahmere Variante mit offizieller Straßenzulassung? Biiiiiitte!