Nissan NV300: Euro-japanisches Nutztier

Der neue Nissan NV300 ist da und überrascht wenig. Aber das ist auch gar nicht schlimm, schließlich erwartet man von einem Nutzfahrzeug auch keine großen Überraschungen, oder? Es soll seinen Zweck erfüllen, effizient sein und wenig Kosten verursachen – alles Punkte, die sich Nissan für den neuen EN300 auf die Fahne geschrieben hat. Erhältlich ist er in vier verschiedenen Karosserien.

Beim Finale der UEFA Champions League im Mai konnte man bereits einen ersten Blick auf das neue Nutztier von Nissan werfen. Gezeigt wurden der typisch V-förmige Grill – wenn auch nur flüchtig. Doch jetzt wurde der Nissan NV300 auf der Nutzfahrzeug IAA in Hannover gezeigt und beerbt den Vorgänger Primastar. Damit liegt er genau zwischen dem NV200 bzw. e-NV200 und dem NV400. Und wenn man einmal genau hinsieht, haben die Japaner damit eine nicht gerade kleine Palette an Nutzfahrzeugen vorzuweisen.

Nissan NV300 Van
Bis zu drei Europaletten passen in den Nissan NV300

Nissan hat aufgeholt: Fünf Jahre oder 160.000 Km Garantie

Doch zurück zum Neuling. Vier Karosserievarianten vom NV300 sind erhältlich: Der Kastenwagen ist für den Transport gedacht, der Kombi für die Personenbeförderung, die Doppelkabine für den rauen Baustelleneinsatz und das Fahrgestell für kundenspezifische Aufbauten. Doch sie eint etwas: Alle Nissan NV300 verlassen das Band mit einer Garantie über fünf Jahre bzw. 160.000 km – genauso, wie der Nissan Navara. Sie erstreckt sich zudem auf alle original Nissan Zubehörteile.

Aber der neue Japaner will mehr sein, als ein reines Nutzfahrzeug. Der NV300 kann auch als mobiles Büro genutzt werden und bietet einen Konnektivitätsstandard, den wir bereits von den PKW kennen. Von ihnen soll er auch den Kabinenkomfort implantiert bekommen haben. Zudem sagt Nissan, dass das Nutztier gute fahrdynamische Qualitäten mit wirtschaftlichen Dieselmotoren verknüpft. Man darf gespannt sein, aber die ersten Daten lesen sich nicht schlecht.

Nissan NV300 Combi
Nissan NV300: Mit maximal neun Sitzplätzen auch für den Personentransport geeignet

Vier Diesel von 95 bis 145 PS

So verfügen die Diesel-Motoren allesamt über 1.6 Liter Hubraum und sind aus den beiden SUV Nissan Qashqai und X-Trail bekannt. Im NV300 sind sie in vier Leistungsstufen erhältlich und liefern 95, 120, 125 oder 145 PS. Dabei vertrauen die beiden stärkeren Modelle auf Twin-Turbo Technik. Allen gemein ist wiederum die Sechsgang-Handschaltung, sowie das Abgas-Reinigungssystem mit einem SCR Kat. Damit erfüllt der japanischer Transporter die Euro 6 Norm. Zurückhaltung ist auch bei den Verbräuchen angesagt, die sich zwischen 5,7 und 6 Litern im Drittelmix einpendeln sollen.

Das ist aber noch nicht alles: Der im französischen Sandouville hergestellte NV300 bietet moderne Assistenzsysteme und Sicherheitstechnologien, an denen man den Mutterkonzern Renault erkennt. So kommen unter anderem Weitwinkel-Außenspiegel zum Einsatz. Genügen diese nicht, kann man optional eine Rückfahrkamera ordern, die ihr Bild im Innenspiegel anzeigt. Zudem ist der Nissan NV300 serienmäßig mit einem ESP und einer Berganfahrhilfe versehen, der Kombi zudem mit einer Reifendruckkontrolle.

Nissan NV300 Combi
Das Cockpit stellt eine Mischung aus Nissan und Renault dar. Beilspiel: Die Instrumente

Rein damit: bis zu 8,6 m³ Ladevolumen im NV300

Der Marktstart ist im November, und stellt verschiedene Transportlösungen für unterschiedlichsten Branchen bereit. So kommt das Nutztier in zwei Längen und zwei Höhen, als sechssitzige Doppelkabine oder als Personentransporter für bis zu neun Passagiere. Platz bietet er zudem in Hülle und Fülle: Als Transporter steckt der NV300 bis zu drei Europaletten weg. Nutzt man den Stauraum komplett aus, stehen zwischen 5,2 und 8,6 Kubikmeter parat – je nach Karosserie. Außerdem sind bei den Varianten kaum Grenzen gesetzt, da der NV300 sowohl als Camper oder Kipper, als Kühltransporter oder Übertragungswagen genutzt werden kann – um nur einige zu nennen.

Nissan NV300 Combi
Schulterschluss: Vorn sitzt man sogar zu dritt bequem

Aber nicht nur an das Gewerbe, sondern auch an die privaten Nutzer hat Nissan gedacht. So können Smartphones, Tablets und Laptops in spezifischen Schalen und Schlaufen untergebracht werden oder der Krimskrams der Großfamilie in Staufächern mit insgesamt 89 Litern Volumen verstaut werden. Beim Infotainment steht das NissanConnect bereit. Es vereint ein Navi mit einem digitalen Radio sowie eine Sprachsteuerung für iPhone Nutzer. Damit sollte wohl an alle(s) gedacht sein.