Porsche 911 GTS: Darf es etwas mehr sein?

Gut ein Jahr nach dem Erscheinen des gelifteten Porsche 911 Turbo – also dem 991.2 Turbo – legen die Zuffenhausener nach und bringen den Porsche 911 GTS auf den Markt. 450 PS sorgen hier für Freudentränen, die nicht senkrecht, sondern waagerecht fließen. Immerhin liegt das Leistungsniveau über jenem des 996 Turbo – und der galt seinerzeit als Nonplusultra der Sportwagenwelt.

Mit 450 PS zum 300 km/h+ Club

Erkennungsmerkmal: Tiefe Frontschürze, schwarze 20-Zoller und dunkle, mittige Auspüffe
Erkennungsmerkmal: Tiefe Frontschürze, schwarze 20-Zoller und dunkle, mittige Auspüffe

Ja, mit dem Facelift war es vorbei: Die Rede ist vom frei atmenden Porsche 911. Alle Varianten vertrauen nun auf einen 3.0 Liter Boxermotor mit sechs Zylindern. Doch dem beliebten Heilmittel „Turboaufladung“ sei Dank, rennen die neuen Modelle, wie es sich für einen echten Porsche gehört. Für den jetzt nachgereichten Porsche 911 GTS installierten die Zuffenhausener einen neuen Turbolader, der die Leistung auf 450 PS anhebt. Zudem hat man die Wahl: Der GTS ist sowohl mit Allrad- also auch mit Heckantrieb erhältlich. Und auch bei der Schaltung darf man entscheiden. Parat stehen sowohl das manuelle Sieben-Gang-Schaltgetriebe oder alternativ das Doppelkupplungsgetriebe.

Beim 911 GTS fährt der Heckspoiler für eine bessere Aerodynamik weiter aus
Beim 911 GTS fährt der Heckspoiler für eine bessere Aerodynamik weiter aus (hier nicht im Bild)

Egal, welche Wahl man trifft, das maximale Drehmoment liegt immer bei satten 550 Nm und steht bereits bei knapp 2.200 U/min zur Verfügung. Erst jenseits der 5.000 ebbt es wieder ab. Bei den Fahrleistungen gibt es jedoch Abweichungen. So sprintet der allradgetriebene 911 GTS mit PDK in 3,6 Sekunden auf 100 km/h. Die schnellste Möglichkeit einen GTS zu fahren ist das aber nicht – zumindest, wenn man die Höchstgeschwindigkeit betrachtet. Zwar knacken alle Varianten mühelos die 300-km/h-Marke, am schnellsten ist man aber mit Heckantrieb und Schaltgetriebe: 312 km/h sind dann maximal drin.

Der Porsche 911 GTS kommt mit breitem Allrad-Heck

Auch der Targa lässt sich als GTS bestellen
Auch der Targa lässt sich als GTS bestellen

Allen 911 GTS Modellen gemein ist auch die verbreiterte Hüfte, die sonst nur die Allrad-Versionen tragen dürften. Zudem wurde ein tiefgezogener Frontspoiler installiert, der zusammen mit dem höher ausfahrenden Heckspoiler den Abtrieb gegenüber den Carrera S-Modellen verringert. Hinzu gesellen sich dunkle Rückleuchten, mittig angeordnete, schwarze Endrohre und 20-Zoll-Felgen mit Zentralverschluss. Dennoch kann man unterscheiden, ob gerade ein 911 GTS mit Allradantrieb oder mit Heckantrieb vor einem seine Bahnen zieht. Die Varianten, die alle Räder antreiben, werden von den Stuttgartern mit einem durchgehenden Leuchtenband ausgestattet, während die Hinterrad-angetriebenen Versionen eine schwarze Zierleiste zwischen den Rückleuchten tragen.

Alcantara soweit das Auge reicht
Alcantara soweit das Auge reicht

Im Interieur warten die 911 GTS serienmäßig mit dem bekannten Sport-Chrono-Paket mit Stoppuhr auf dem Armaturenbrett auf. Außerdem sind sowohl die Sportsitze, wie auch das Lenkrad und weitere Teile mit griffigem Alcantara bezogen. Daneben sorgen schwarz-eloxierte Alu-Zierteile für ein edel-sportliches Ambiente. Das lassen sich die Zuffenhausener aber auch gut bezahlen: Los geht es bei knapp 125.500 Euro für den Porsche 911 GTS mit Heckantrieb und Handschaltung. Das dürfte aber wohl die intensivste 911 GTS Erfahrung sein.

Serie beim 911 GTS: Das Sport Chrono Paket mit Stoppuhr
Serie beim 911 GTS: Das Sport Chrono Paket mit Stoppuhr