Mercedes-Benz Design: Vorbei mit Sicke!

Schön kantig, mit vielen Linien und Sicken! In Zukunft soll man das nicht mehr über die Modelle der Stuttgarter sagen können, denn Gorden Wagener – seines Zeichens Chief Design Officer und verantwortlich für das Mercedes-Benz Design –  will bei den Karosserien der neuen Modelle darauf verzichten. Erste Hinweise auf die Ausrichtung zeigt uns ein Modell einer Kompakt-Limousine, die Lust auf mehr macht.

Mit Seltenheitswert: Revolution statt Evolution

Guten Tag, was darf es heute sein? Eine Design-Revolution gefällig? Gern! Wer dabei vielleicht an einen französischen oder asiatischen Hersteller denkt, liegt vollkommen daneben. Die Rede ist vom Mercedes-Benz Design. Dabei mag manch einer den Stuttgartern vorwerfen, dass sich die verschiedenen Modelle ähneln. Die Mercedes E-Klasse, C-Klasse und S-Klasse sind meist nur noch durch ihre Größe zu unterscheiden. Doch genau darum geht es: Um eine konsequente Umsetzung einer ganz neuen Designsprache. Und das zeigt sich auch an der Design-Skulptur, die Gorden Wagener mit großer Begeisterung vorgestellt hat: Die „sinnlichen Klarheit“ soll sich in einer neuen Auskopplung der nächsten A-Klasse zeigen. Erste Erlkönige der Steilheck-Variante kann man dann und wann in Stuttgart ihre Runden ziehen sehen.

Fließende Linien, keine Sicken und Kanten: Die Studie Aesthetics A gibt Ausblick auf eine A-Klasse Limousine
Fließende Linien, keine Sicken und Kanten: Die Studie Aesthetics A gibt Ausblick auf eine A-Klasse Limousine

Der Nachfolger soll aber eine vollkommen neue Zielrichtung für das neue Meredes-Benz Design vorgeben und zeigt, wie wichtig das Modell geworden ist. Schließlich waren und sind die Autos der Stuttgarter für ihre Limousinen der gehobenen Mittelklasse bekannt. Einen richtigen Durchbruch in Richtung eines Fahrzeugs, dass auch für eine junge Klientel interessant ist, brachte da die noch aktuelle A-Klasse, die 2012 auf den Markt kam. Das Modell ist übersäht mit blickfangenden Sicken und Kanten. Diese sind bei der „Aesthtetics A“ genannten Design-Skulptur aber passé.

Studie Aesthetics A ; Aesthetics A study;
Die stimmigen Proportionen würden auch anderen Mercedes-Modellen gut stehen

Das neue Mercedes-Benz Design gibt sich schnörkelloser

Aesthtetics A versteht sich als eine Limousine, die keinen Ersatz für den künftigen CLA darstellt, sondern ein eigenständiges Modell werden soll. Ähnlich wie es Audi mit der A3 Limousine, Mazda mit der 3 Limousine oder BMW mit der 1er Limousine gemacht haben. Letzterer ist allerdings nur für den chinesischen Markt bestimmt. Wie dem auch sei: Das neue Mercedes-Benz Design soll ohne die bekannten Sicken und Kanten auskommen. Was bleibt sind die reine Form und der Körper – puristischer geht es kaum. Hinzu gesellen sich gut getroffene Proportionen und die sinnliche Flächengestaltung, die das Potential für eine neue Design-Ära haben sollen. Dabei ergeben die überspannte Flächen durch Licht und Schatten die Konturen des Körpers. Und das ganz ohne – man kann es erahnen – Sicken und Kanten.

Was versteckt sich denn da unter dem Vorhang? Könnte das ein E-Klasse Cabrio sein? Demnächst mehr
Was versteckt sich denn da unter dem Vorhang? Könnte das ein E-Klasse Cabrio sein? Demnächst mehr

Das gilt auch für den „Predator-Grill“. Zwar kommt auch er ohne Ecken aus, dennoch wirkt er aggressiv, wie das geöffnete Maul einer Raumkatze. Er ist größer als der bisherige Grill und stellt den Mercedes-Stern in die Mitte der Betrachtung. Da bekommt die alte Weisheit: „Wer einmal hinter´m Stern gesessen, der wird es niemals mehr vergessen“ nur noch eine übertragene Bedeutung.

Fotos:
Mercedes-Benz &
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