Skoda bringt das dritte SUV-Modell in Europa auf die Straße. Darf ich vorstellen? Das ist der neue Skoda Kamiq! Das Fahrzeug stelle ich euch in dem knapp 15 Minuten langen Voice over Cars Video ausführlich vor, wir werfen einen Blick unter die Motorhaube, steigen vorne und hinten ein, sprechen über den Kofferraum und dann komme ich zu meinem Fazit. Hier könnt ihr euch das Video ansehen oder ganz einfach auch den Text dazu lesen. Was für ein Service, oder? Simply clever ;).

Skoda Kamiq Sitzprobe:

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Wir sind dorthin gereist, wo die Marke Skoda zu Hause ist und ganz in der Nähe vom Stammwerk in Mlada Boleslav im wunderschönen Tschechien schauen wir uns, ganz exklusiv, den Skoda Kamiq einmal in Ruhe an. Was ihr hier seht sind “Behind the Scenes” Fotos, denn während ich zusammen mit dem mir zur Verfügung gestellten Kameramann gedreht habe, hat man uns “heimlich” fotografiert. Das gibt euch mal einen ganz anderen Einblick in meine Arbeit.

Der Name KAMIQ stammt aus der Sprache der Inuit und steht für etwas, was perfekt passen soll, ob der Kamiq perfekt zu mir und meinen Anforderungsprofil passt? Das testen wir jetzt.

Kommen wir zunächst zu den Abmessungen. Der neue Kamiq basiert wie auch der Skoda Scala auf dem modularen Querbaukasten aus dem Konzern.

Das Fahrzeug ist 4,24 Meter lang und ohne Außenspiegel 1.79 Meter breit. Grob geschätzt bleiben wir aber auch mit Außenspiegeln locker unter der 2,10 Meter Grenze von den Autobahnbaustellen, sollten da also keine Probleme haben. Er bleibt sogar ganz knapp unter der 2,00 Meter Grenze! Der Kamiq ist 1,53 Meter hoch und der Radstand beträgt 2,65 Meter.

Bevor wir gleich einsteigen, schauen wir uns das Fahrzeug von außen an. Der Markt schreit förmlich nach solchen Fahrzeugen! Etwas mehr Bodenfreiheit, eine erhöhte Sitzposition, etwas mehr Luxus im Innenraum und dabei noch kompakte Abmessungen, doch der Kamiq bietet noch mehr.

An der Front sehen wir direkt die erste Neuheit. Zweigeteilte Scheinwerfer, oben liegt das Tagfahrlicht und das setzt neue optische Akzente. Früher hätte man so ein Design mit einem “bösen Blick” beschrieben, heute nennt man es wohl eher entschlossen.

Die Ausstattung mit der Voll-LED-Version bietet darüber noch Nebelscheinwerfer mit statischem Kurvenlicht und dynamische Blinklichter, also die Wischblinker.

Die Tagfahrleuchten leiten die Augen zum großen Kühlergrill. Der ist genau wie die Frontverkleidung auch Geräteträger, denn der Kamiq bekommt – teilweise optional – eine ganze Menge Sensoren verpasst. Die Frontverkleidung kommt mit einem großen Gittereinsatz und einem angedeutetem Unterfahrschutz.

Unter der Motorhaube vom Skoda Kamiq kommen ab Marktstart fünf verschiedene Motoren mit drei Antriebsformen.

Zunächst kann ich verkünden, dass alle Motoren Direkteinspritzer mit Turboaufladung sind. Alle Motoren verfügen über eine Bremsenergierückgewinnung sowie über eine Start-Stopp-Automatik. Ebenso erfüllen alle Aggregate die Euro 6d Temp Abgasnorm und die Leistungsrange der reinen Benziner liegt zwischen 70 und 110 kW – also 95 bis 150 PS. Es sind die bekannten 1.0 und 1.5 TSI Aggregate – die in dem Fall mit einem Ottopartikelfilter ausgerüstet sind.

Neben den drei Benzinern gibt es noch einen 1.6 Liter TDI – also Diesel mit 85 kW also 115 PS. Der fährt ab Werk mit einem SCR-Kat, einer AdBlue Einspritzung und einem Dieselpartikelfilter vor.

Benziner, Diesel – was fehlt noch? Nein, Elektro ist hier noch nicht, sondern CNG! Der 1.0 G-TEC! 66kW also 90 PS Leistung stehen hier im besten Fall zur Verfügung. Der CNG Antrieb dürfte besonders effizient und ganz nebenbei auch noch umweltfreundlich sein.

An der Seite sieht man die aufliegende Motorhaube, dessen Linie in die sogenannte Tornadolinie übergeht. Diese Linie zieht sich bis zu den Rückleuchten. In den untypisch unverplankten Radhäusern drehen sich optional 16-18″ große Räder.

Angetrieben wird im Kamiq übrigens ausschließlich die Vorderachse. Das macht man a) aus Effizenzgründen aber b) hat man natürlich auch auf die Kunden gehört bzw. sich angesehen was so gekauft wird und machen wir uns nichts vor, die meisten urbanen City-SUVs verlassen sowieso nie asphaltierte Straßen.

Hier gibt es ein adaptives Fahrwerk, im Vergleich zum Scala bietet der Kamiq 3,7 cm mehr Bodenfreiheit. Fun-Fact: Optional gibt es auch ein Sportfahrwerk, damit geht es direkt einen Zentimeter wieder runter. Per Tastendruck lässt sich hier die Kennlinie verstellen. Der Fahrer hat die Wahl zwischen vier Profilen – von Eco über Normal bis hin zu Sport und natürlich steht auch ein individuelles Profil zur Verfügung.

Am Heck wird der Blick zunächst von den neu gestalteten Rückleuchten eingefangen. Hier sehen wir eine Neuinterpretation der Skoda typischen C-Form was die Leuchtgrafik betrifft. Hier gibt es optional auch die Wischblinker. In der Mitte der Heckklappe präsentiert sich groß der Hersteller, während an der Seite ein kleines Kamiq geschrieben steht. Ganz ohne Aufpreis kann man die Buchstaben auch fehlen lassen und bekommt damit ein sehr aufgeräumtes Heck.
An der Heckverkleidung sorgt ein Diffusor für den gewünschten Look, hier gibt es keine sichtbaren Endrohre, dafür aber auch keine Endrohrfakes, so lasse ich mir das Design gefallen.

Der Kofferraum vom Skoda Kamiq fasst ein Volumen von 400 Litern. Klappt man die Rücksitzlehnen um, dann erweitert sich das Fassungsvermögen auf 1.395 Liter. Wie beim VW T-Cross ist optional auch die Rückenlehne des Beifahrersitzes umklappbar, so lassen sich Gegenstände von einer Länge von 2,44 Meter transportieren.

Ich hatte es schon erwähnt, der Skoda Kamiq bietet auch etwas Luxus. Optional gibt es eine elektrische Heckklappe die auf Knopfdruck reagiert oder sich auch einfach durch eine sogenannte “Tip to Close Funktion” durch einen einfachen leichten Zug an der Heckklappe aktivieren lässt.
Optional gibt es auch eine Anhängerkupplung, diese lässt sich per Tastendruck vom Kofferraum aus elektrisch entriegeln.

Ich bin 1,75m groß und aktuell 85 kg schwer. Ich finde vorne eine perfekte Sitzposition durch den in der Höhe verstellbaren Fahrersitz. Die Sitzwangen geben mir ausreichend Seitenhalt, doch ich kann mir gut vorstellen, auch längere Strecken, hinter dem Lenkrad zu sitzen.

Der Innenraum wirkt aufgeräumt und was mir besonders gut gefällt: Selbst Umsteiger dürften sofort mit dem Fahrzeug zurecht kommen. Hier ist alles am richtigen Platz.

In Sachen Innenräume macht Skoda ja schon lange einen guten Job, alles was man anfassen muss fühlt sich gut an, alles was man bedienen muss funktioniert intuitiv. Hier gibt es meiner Meinung nach gar nichts zu meckern und über den klassischen Handbremshebelgriff habe ich mich ebenfalls sehr gefreut.
Mir gefällt das digitale Kombiinstrument, auch virtuelles Cockpit genannt, mit seiner Größe von 10,25″ und mit fünf vordefinierten Ansichten. Das System kenne ich nun schon gut und weiß, dass es im Vergleich zu klassischen Rundinstrumenten nicht von der eigentlichen Fahraufgabe ablenkt, sondern ganz im Gegenteil dazu in der Lage ist mir die wichtigsten Informationen schnell bereitzustellen.

 

Davor habe ich ein optional beheizbares Lenkrad welches gut in der Hand liegt und axial, sowie vertikal verstellbar ist. Die Bedienelemente liegen gut in der Hand.

Für den neuen KAMIQ stehen drei Infotainmentsysteme zur Auswahl. Von 6,5 bis 9,2″ ist hier alles dabei. Optional gibt es auch ein Soundsystem mit 405 Watt Ausgangsleistung und zehn Lautsprecher.

Wir haben hier das 9,2″ große, freistehende, Display. Das macht nicht nur die Bedienung zum Kinderspiel, sondern ist auch auf einer guten Sichthöhe vom Fahrer und Beifahrer. Ein Kritikpunkt muss sein: Das Drehrad für die Lautstärke am Display selber gibt es wohl nur bei den kleineren Systemen.
Schön angeordnet finde ich den Warnblinkschalter, den findet man direkt im Notfall. Darunter die Taste für die Zentralverieglung und da drunter die Bedieneinheit für die Klimatisierung.

Optional bekommt man auch im Skoda Kamiq die neue Phonebox. Hier ist das Smartphone während der Fahrt nicht nur gut aufgehoben, sondern kann auch induktiv geladen werden, sofern das Smartphone dieses unterstützt. Wenn nicht, sind die beiden USB-C-Anschlüsse in unmittelbarer Nähe und die sind auch dienlich in Sachen Konnektivität, denn der Skoda Kamiq unterstützt Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link.

Der Innenraum vorne gefällt mir sehr gut, es gibt darüber hinaus noch eine Ambientebeleuchtung. Hier muss man sich bei der Bestellung für eine der drei Farben entscheiden: kupfer, rot oder weiß. Ich würde da zu weiß tendieren, aber das ist ja Geschmacksache.

Neben dem beheizten Lenkrad und der beheizten Frontscheibe gibt es natürlich auch Sitzheizungen für Fahrer- und Beifahrer. Darüber hinaus ziehen noch viele weitere Assistenzsysteme in den neuen Skoda Kamiq ein, die wir aber bei der ersten Probefahrt vorstellen wollen.

Geschaltet wird übrigens je nach Motorisierung mit einem 5-Gang oder 6-Gang Getriebe oder über ein 7-Gang DSG.

Frontradar- und Spurhalteassistent sind Serie, es gibt eine Notbremsfunktion, einen Spurhalteassistent und einen adaptiven Abstandsassistent. Bis zu neun Airbags kümmern sich um die Sicherheit der Passagiere und eine Multikollisionsbremse bremst das Fahrzeug nach einem Unfall fest und verhindert das unkontrollierte Weiterrollen. Es gibt einen Tot-Winkel-Warner, eine Rückfahrkamera, ein Parklenkassistent und einen Fernlichtassistent.
Kurz: Viele Systeme die man nur aus höherklassigen Fahrzeugen kennt, ziehen, teilweise optional, auch in den Kamiq ein. Ein Head-up Display gibt es hier leider wohl nicht, das wäre für mich noch das Sahnehäubchen gewesen.

Das der Kamiq die komplette Klaviatur der Vernetzung spielt, hatte ich bereits erwähnt. Fast vergessen hätte ich aber die fest verbaute SIM-Karte. Die bietet noch mal weitere Sicherheitsfeatures vom Fernzugriff bis hin zum Notfall und wer mag, der kann auch Datenpakete buchen um über einen fahrenden WLAN-Hotspot zu verfügen. Die mitfahrenden Personen werden sich darüber sicherlich freuen.

Was ich gut finde: Die automatischen Updates der Navigationskarte „over the Air“ verursachen keine zusätzlichen Kosten und erfordern auch keine Werkstattbesuche – so bleibt man stets up 2 date.

Jetzt steigen wir mal hinten ein, hier erfreue ich mich über ausreichend Kopf- und Beinfreiheit. Ich bin 1,75m groß, der Fahrersitz ist eingestellt auf meine Größe und das Platzangebot hier geht vollkommen in Ordnung. Für Familien mit kleineren Kindern gibt es hier zwei ISO-Fixhalterungen sowie einen Einklemmschutz bei den Fenstern, für größere Mitfahrer gibt es optional links und rechts eine Sitzheizung und in der Mitte kann sowieso nur auf Kurzstrecken jemand sitzen. Eventuell ist die Beinauflage etwas zu kurz, aber wir dürfen nicht vergessen: Wir sitzen hier in einem City-SUV.

Optional gibt es auch im Fond zwei USB-C Steckdosen und die würde ich mir in der Tat immer mitkonfigurieren, denn man kann nie über ausreichend Lademöglichkeiten verfügen. By the way: Optional gibt es im Kamiq auch den automatisch ausklappenden Türkanten-Schutz. Den kennt man schon von dem ein- oder anderen Hersteller, kann aber – gerade wenn man Kinder hat, den eigenen Kamiq und auch fremde Fahrzeuge vor fiesen Beulen schützen. Ich spreche da aus Erfahrung.

Was mich hier hinten stört, ist die Tatsache, dass ein Teil vom Fenster stehen bleibt. Das ist bauartbedingt und nicht anders zu lösen gewesen, aber es macht den Ausschnitt vom Fenster natürlich schon kleiner.

Kommen wir zum Fazit: Wer den Scala gut findet, aber etwas höher sitzen möchte, der wird den Kamiq lieben. Wer ein kleines, kompaktes Fahrzeug für die Stadt sucht, dabei aber auch gerne etwas mehr Luxus haben, der sollte sich den Kamiq auch ansehen. Nur wer unbedingt ein Fahrzeug mit Allradantrieb benötigt, der wird mit dem Kamiq leider nicht glücklich.