Archive for the Auto-News Category

Tuning: Mercedes-AMG GT powered by Prior Design

Ich komme gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Mein Lieblingsfilm war in den 90er Jahren Manta Manta und ja, ich stehe auf Blondinen und Tuning. Wie gesagt, ich komme aus dem Ruhrgebiet. Da dürfen wir das. Soviel zur Einordnung und nun wisst ihr vermutlich auch warum ich das Widebody-Kit von Prior Design für den Mercedes-AMG GT fantastisch finde.

Mercedes-AMG GT Tuning? Ja, Mensch. Warum denn nicht? Klar, der Designer bzw. das Designer-Team von Mercedes-Benz bzw. Mercedes-AMG werden das ganz anders sehen, aber ich finde individuelle Fahrzeuge auf der Straße genauso gut wie die Vielfalt bei Menschen. Jeder Mensch hat doch ein anderen Geschmack und dank Unternehmen wie Prior kann man diesen Geschmack dann auch auf die Straße bringen:

mercedes-amg-gt-widebody-tuning-bodykit-by-prior-design

Was sehen wir hier? Breite Backen, neue Seitenschweller, Spoiler vorne, ein sportliches Fahrwerk mit entsprechenden Tiefstand und natürlich ein imposanter Radsatz. Carbon vorne und hinten, eine geänderte Abgasanlage und dann der Entenbürzel.  Auch eine neue Motorhaube mit zahlreichen Lufteinlässen wurde verbaut. Mehr Luft für den 4.0 V8 kann ja nie schaden. Hier ist die komplette Liste der Aerodynamik-Bauteile die hier verwendet wurden: PD800GT Frontspoilerschwert, Frontrahmen für die Frontlufteinlässe, Seitenschwelleraufsatz, Diffusor, Motorhaube, Cupwings / Seitlichen Kiemen vorne, Cupwings / seitlichen Kiemen hinten, Heckklappenspoiler ,Frontverbreiterungen, Heckverbreiterungen  und nun dürfte auch der Name des Widebody-Kits bekannt sein: PD800GT!

Für diejenigen die dieses Bodykit zu breit finden gibt es auch noch eine schmalere Version, aber ich finde, der breite Bausatz steht dem Mercedes-AMG GT ausgesprochen gut.

prior-design-mercedes-benz-tuning-mercedes-amg-gt-heck

Über Prior Design: Das Unternehmen ist ansässig in Deutschland (Adresse von Prior Design: Robert-Bosch-Str. 11 – 47475 Kamp-Lintfort). Vor Ort gibt es die Möglichkeiten der Fahrzeugveredelung, den Einbauservice und eine Lackiererei. TÜV Eintragungen können dort genauso erfolgen wie Sonderanfertigungen. Das Team kümmert sich natürlich nicht nur um die Kunden vor Ort sondern bietet auch den Vertrieb der Aerodynamik-Teile, der Fahrwerkstechnik, der Albräder und der Abgasanlagen).

Hier auf rad-ab.com werde ich das Thema Tuning nun etwas mehr beleuchten. Warum? Weil ich es kann. Weil ich es gut finde, weil ich elf Jahre in dem Bereich gearbeitet habe und weil ich meine eigene Vorliebe hier viel zu lange nicht thematisiert habe. Ich werde mich allerdings beschränken, beschränken auf Unternehmen mit dem Stammsitz in Deutschland, denn schließlich müssen die Bauteile ja auch irgendwie eingetragen werden / können.

Ihr wollt mehr erfahren über den Mercedes-AMG GT? Dann empfehle ich euch nachfolgendes Kompendium:

Mercedes-AMG GT Vorstellung / Mercedes-AMG GT Tachovideo / Mercedes-AMG GT Fahrbericht (Video)

Fotos: © Prior Design 2015

Fahrbericht / Test / Video: Audi R8 V10 Plus 2016

Wo man Audi R8 V10 Plus Jahreswagen kaufen kann, erzähle ich euch ggf. in einem Jahr. Denn aktuell kann man den neuen Audi R8 V10 Plus höchstens als Tageszulassung kaufen und ganz ehrlich, wer in naher Zukunft einen Audi R8 V10 Plus gebraucht kaufen möchte, der muss sich trotzdem nachfolgendes Video ansehen:

Zu sehen in dem Audi R8 V10 Test ist, wie vom Ausfahrt.TV Team gewohnt, eine komplette Ansicht.

2015-Audi-R8-5-2-V10-plus-610PS-Fahrbericht-Moritz-Nolte-1

Der Moderator Jan Gleitsmann führt wie immer durchs Programm und zeigt uns den Motor, das Design, die Unique Selling Points, dann natürlich das Interieur vorne, das Platzangebot vorne und den Kofferraum vom Audi R8 V10 Plus. Ganz nebenbei gibt es direkt zum Anfang den tollen Sound zu hören.

2015-Audi-R8-5-2-V10-plus-610PS-Fahrbericht-Moritz-Nolte-7

Mit etwas Wortwitz, aber vor allem mit viel Inhalt glänzt das Ausfahrt.TV Videoformat bereits seit Jahren und ganz nebenbei erfahrt ihr auch die Audi R8 Anhängelast, die beträgt nämlich gebremst genau 0 kg. Klar, wer packt sich hinter einen Sportwagen schon einen Anhänger. Aber auch mit Infos wie z.B. dem Kofferraum hält Jan nicht hinterm Berg. Apropo Berg, ob man mit dem Fahrzeug nun nur in der Stadt, nur über Land oder auch über Stock und Stein fahren kann, das erzählt er euch natürlich in dem Moment, wenn er über die Fahreigenschaften berichtet.

2015-Audi-R8-5-2-V10-plus-610PS-Fahrbericht-Moritz-Nolte-6

Ebenfalls gibt es die Audi R8 V10 Plus Technische Daten und den aktuellen Preis. Was er nicht erwähnt? Den Wertverlust vom Audi R8 V10 Plus. Da kann ich aber sagen, dass der am Anfang, also kurz nach der Zulassung immer am höchsten ist. Das teilt sich dieses Fahrzeug dann übrigens mit allen anderen und nein, dieses ist keine Audi R8 V10 Plus Werbung.

2015-Audi-R8-5-2-V10-plus-610PS-Fahrbericht-Moritz-Nolte-4

Ausfahrt.TV ist und bleibt ein unabhängiges Auto-Test Video-Format und ich bin immer noch stolz darauf, das Format damals so mitgestaltet zu haben. Inzwischen hat sich die Welt weitergedreht und ich konzentriere mich auf rad-ab.com und die anderen Projekte, wie z.B. FTLC.de oder Voice-over-Cars.de, aber ich freue mich, dass die Erfolgsgeschichte von Ausfahrt.TV weiter läuft.

Fotos: © Moritz Nolte / Automobil-Blog

So, jetzt gibt es aber noch die technischen Daten vom Audi R8 2016:

Testfahrzeug 2016 Audi R8 V10 Plus
Hersteller Audi
Bauform Sportwagen
Motor Zehnzylinder V-90°-Ottomotor mit Trockensumpfschmierung, Benzindirekteinspritzung, Vierventiltechnik, DOHC-Zylinderkopf
Hubraum 5,2 Liter
PS 610 PS
KW 449 KW
Antriebsart Allradantrieb
Getriebeart Doppelkupplung-Automatik-Getriebe
Getriebe 7-stufige S tronic
Maximales Drehmoment 560 Nm
Beschleunigung 0 auf 100 km/h 3,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit / v/max 330 km/h
Kombinierter NEFZ-Verbrauch laut Hersteller 12,30 l/100 km
Kombinierter CO2-Ausstoss laut Hersteller 287 g/km
Kraftstoffart Super Plus
Tankinhalt 73 Liter
Länge 4.43 Meter
Höhe 1.24 Meter
Breite ohne Außenspiegel 1.94 Meter
Radstand 2.65 Meter
Wendekreis 11.20 Meter
Leergewicht 1.555 KG
zulässiges Gesamtgewicht 1.895 kg
maximale Zuladung 440 kg
Kofferraumvolumen min 112 Liter
Kofferraumvolumen max 338 Liter
Basispreis 165.000 Euro
Basispreis Testwagen 187.400 Euro
Listenpreis Testwagen inkl. Sonderausstattungen ca. 213.910 Euro

Der unfaire Vergleich: VW Golf III GTI (1996) vs. Opel Corsa E OPC (2015)

Man wird ja auch noch mal träumen dürfen. Bei Fahrzeugen, die mir bei Probefahrten besonders gut gefallen haben, werfe ich später auch noch mal den Konfigurator an und schaue, was mich das Fahrzeug denn so kosten würde. Der aktuelle Opel Corsa OPC wäre natürlich kein Fahrzeug für mich.

Denn ich habe ja Familie, zwei Kinder, einen Hund und was es da nicht noch alles für Gründe geben könnte die dagegen sprechen. Auf der anderen Seite stehen hier genügend Fahrzeuge herum, wir haben noch den Familienbomber. Warum also nicht ein kleines Spaßfahrzeug für den Papa? Problem? Das was ich haben eigentlich haben will ist weit entfernt, also schaut man mal bei realistischeren Fahrzeugen. Also doch ein Opel Corsa E OPC?

opel-corsa-opc-2015-03

 

Konfiguriert habe ich mir den Opel Corsa, OPC, 3-Türer mit dem 1.6 Turbo Benziner. Gekoppelt an einem manuellen 6-Gang-Getriebe, lackiert in Mandarina Orange, ausgestattet mit Recaro Sportsitze, Nappaleder, großem Heckspoiler, Performance Paket und und und schon erhöht man den Einstiegspreis von 24.650 Euro auf fast genau 32.390,00. Autsch.

Hier kommt der unfaire Vergleich zwischen dem Opel Corsa E OPC und meinem VW Golf III GTI, mal sehen wer unterm Strich gewinnt:

Technische Daten Opel Corsa E OPC (2015) vs. VW Golf 3 GTI (1996)

Fahrzeugdetails VW Golf 3 GTI 2015 Opel Corsa E OPC
Bauzeitraum 03/1996 – 08/1997 03/2015 – heute
Kategorie Limousine Limousine
Fahrzeugklasse untere Mittelklasse Kompaktwagen
Türen 2 2
Sitze 5 5
Neupreis (ca.) 19.662 € 24.650 €
Fakten, Fakten, Fakten…
kW (PS) 85 (115) bei 5400 U/min 207 (152) bei 5800 U/min
Hubraum 1984 ccm 1,6 Liter
Zylinder 4 4
Höchstgeschwindigkeit 196 km/h 230 km/h
Beschl. 0-100Km/h 10,4 Sekunden 6.8 Sekunden
Gänge/Getriebeart 5 / Manuelles Getriebe 6 / manueller Schaltung
Antrieb Vorderradantrieb Frontantrieb
Drehmoment 166 Nm 245 Nm
Kraftstoff Benzin Super
Tankinhalt (max.) 55 l 45 l
Verbrauch kombiniert 8,1 l/100 km 7.50 l/100km
Verbrauch Stadt 11,2 l/100 km 9,9 l/100 km
Verbrauch außerorts 6,3 l/100 km 6,2 l/100 km
CO2-Ausstoß 194 g/km 174 g/km
Länge/Höhe/Breite 4020/1425/1695 in mm 4020/1480/1780 in mm
Radstand 2475 mm 2510 mm
Zulässiges Gesamtgewicht 1610 kg 1670 kg
Leergewicht 1110 kg 1293 kg
Kofferraumvolumen (min.) 320 l 280 l
Kofferraumvolumen (max.) 1152 l 1090 l
Nutzlast 360 kg 377 kg
Anhängerlast (gebremst/ungebremst) 1200 kg / 500 kg 1200 kg / 580 kg
Dachlast (max.) 75 kg 75 kg

 

Beim Hubraum hat mein VW Golf natürlich die Nase vorn, bei der Leistung, bei der Beschleunigung, bei der Höchstgeschwindigkeit, ja selbst bei der Zuladung und Anhängelast zieht er den kürzeren. Punkten kann er beim Kofferraumvolumen und wer ganz genau hingesehen hat, der sieht, dass de neue Opel Corsa E OPC als Kleinwagen, genauso lang ist wie ein VW Golf 3 aus dem Jahre 1996. Was damals Kompaktklasse war, ist nun ein Kleinwagen. Verbrauchstechnisch liegen die beiden Fahrzeuge gar nicht so weit auseinander, ich würde wetten, dass ich dank dem 10 Liter größeren Tank weiter fahren kann mit meinem Golf 3 GTI als mit dem Opel Corsa E OPC, aber darauf kommt es ja nun wirklich nicht an. Technisch betrachtet ist der OPC alleine schon durch seine Sperre besser, dynamischer und agiler natürlich auch und auch das Infotainmentsystem lässt da keine Wünsche übrigen. Besser klingen? Tja, vom Motor her auf jeden Fall mein GTI – aber das ist ja Geschmacksache.

VW-Golf-3-GTI-vs-VW-Golf-7-GTI-230-PS-Vergleich-Test-Fahrbericht

Ihr wollt mehr lesen / erfahren über den Opel Corsa OPC? Kein Problem: hier klicken – dann empfehle euch zunächst das Video von Tobias und Jan (wohlwissend, dass Jan in dem Clip einen Scherz auf meine Kosten macht):

…und dann gibt es natürlich auch noch die Automobile Blogosphäre: mein-auto-blog.de / iMaedia / autophorie / drive-blog / kennzeichen-blog und so weiter.

Formel 1 2015: Spa Franchorchamps – Na? Wer hat das Rennen wohl gewonnen?

Die Formel 1, welche (wieder) seit dem Jahre 1950 ausgetragen wird, ist einer der angesehensten Motorsport-Wettbewerbe und ebenfalls beliebt in der ganzen Welt. Im letzten Jahr sahen, so vermeldet es die Formel 1, alleine 425 Millionen Fernsehzuschauer das Spektakel.

Ferrari-Formel-1-Shell-2015-Spa-Franchorcamps-Sebastian-Vettel-Kimi-16

Die Formel 1 wird in über 200 Ländern ausgestrahlt und RTL hat sich auch für die kommende Saison die Rechte gesichert. Ich sitze derzeitig, auf Einladung von Shell Deutschland, in Spa. Besser gesagt sitze ich direkt an der Eau Rouge, eine Kurvenkombination die ich selbst schon mal mit ca. 50 km/h durchrollt bin, normale PKW sollen hier 160 km/h schaffen und Kollege Vettel knallt hier in seinem Formel 1 Boliden mit Vollgas durch. Tempo 300! Wahnsinn!

Ferrari, der „Mythos“, das erfolgreichste und vor allem auch das Team mit den meisten Teilnahmen in der Formel 1. Der rote Flitzer hat Tradition, wenn auch derzeitig die Silberpfeile wegziehen (die ja ebenfalls über eine beeindruckende Vergangenheit verfügen).

Ferrari-Formel-1-Shell-2015-Spa-Franchorcamps-Sebastian-Vettel-Kimi-13

Seit 2015 fährt Sebastian Vettel, übrigens als dritter Deutscher der Grand-Prix-Geschichte, für Ferrari. Neben Vettel sitzt Kimi Räikkönen ebenfalls hinterm Lenkrad.

So ein Ferrari-Lenkrad hatten schon eindrucksvolle Fahrer in der Hand. Einige wurden zu Legenden: Alberto Ascari, Juan Manuel Fangio, John Surtees, Niki Lauda (den ich heute noch fast umgerannt habe) und natürlich Michael Schumacher. Der Held meiner Jugend und damals auch der Grund warum ich überhaupt Formel 1 geschaut habe (auch wenn er damals noch im Benetton saß)

Ferrari-Formel-1-Shell-2015-Spa-Franchorcamps-Sebastian-Vettel-Kimi-12

Der Erfolg von Ferrari ist aber nicht nur hausgemacht bzw. liegt es auch nicht nur am Fahrer. Hier sind ganz viele Unternehmen am Werk und alle zusammen puzzeln am Erfolgsrezept. So fährt der Ferrari SF15-T mit dem Ferrari 059/3 1.6 Liter V6-Turbo-Benziner und rollt auf Pirelli Reifen. Die Bezeichnung des Wagens setzt sich aus der Abkürzung des Teamnamens, SF für Scuderia Ferrari, der Jahreszahl (15) und der Abkürzung T für Turbolader zusammen. Der Flitzer wiegt inkl. Fahrer genau 702 kg.

Ferrari-Formel-1-Shell-2015-Spa-Franchorcamps-Sebastian-Vettel-Kimi-10

Für den Kraftstoff (bei Ferrari) ist der Premiumpartner Shell verantwortlich. Diese Beziehung geht zurück auf das Jahr 1929, als Enzo Ferrari sein Rennteam in Modena gründete und sich, so ist es überliefert, Shell als Partner seiner Wahl aussuchte. Heute ist die Partnerschaft zwischen Shell und Ferrari eine der erfolgreichsten im Motorsport, nach 12 Meisterschaften und 10 Konstrukteurstiteln kein Wunder.

Ferrari-Formel-1-Shell-2015-Spa-Franchorcamps-Sebastian-Vettel-Kimi-13

Das Rennen in Spa hatte für Ferrari, aber auch für Sebastian Vettel eine besondere Bedeutung. Ferrari startete in das 900. Formel 1 Rennen. Sebastian Vettel ging zum 150. mal an den Start. Große Zahlen leider auch nach dem Qualifing, Sebastian ging von Platz 8 an den Start, Teamkollege Kimi Räikkönen vermeldete bei der Qualifikation „Something broke“ und verließ das Fahrzeug. Er startete von Startplatz 16.

Das Wetter hätte besser nicht sein können. Sonne. 23 Grad, die Strecke ca. 38 Grad „warm“. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich der ein oder andere Fahrer auch Regen gewünscht hätte, doch die zahlreichen Zuschauer vor Ort haben sich sicherlich über den Sonnenschein gefreut. Doch während des Rennen zogen auf einmal dunkle Wolken auf und manch ein Team-Mitglied (egal ob Mercedes oder Ferrari) bekamen ein paar Sorgenfalten mehr.

Ferrari-Formel-1-Shell-2015-Spa-Franchorcamps-Sebastian-Vettel-Kimi-7

Für Mercedes-Pilot und Lifestyle-Star Lewis Hamilton lief alles wie am Schnürrchen. Er sicherte sich nicht nur den Pole, sondern arbeitete in Spa auch an seinem Ziel, die Formel-1-Bestenliste ebenfalls zu dominieren. 6. Pole in Folge, 10. in der Saison. Da kann man schon einmal applaudieren. Während alle anderen Fahrer, scheinbar auf einem gleichen Niveau sind, fährt Lewis Hamilton scheinbar in einer anderen Liga, was für eine Fahrer-Fahrzeug-Kombination, da passt scheinbar alles. Vergleicht man ihm mit Team-Kollegen Rosberg, dann konnte man während dem Rennen schön erkennen, dass Rosberg im ersten Sektor der Schnellere Fahrer ist. Hamilton dominierte „nur“ den Rest der Strecke.

„Lustige und traurige Geschichten“: Bei V. Bottas hat das Williams Team einen falschen Reifen montiert, Botts fuhr auf drei weichen und auf einem harten Reifen. Das ist a) nicht gestattet, wird b) eine Strafe nach sich ziehen und dürfte fahrdynamisch auch nicht gerade der Hit sein. Bottas musste als Strafe eine Ehrenrunde durch die Boxengasse drehen, die Reifen durfte er behalten, scheinbar kommt er ganz gut damit zu Recht. Recht kniffelig wurde es auch für D. Ricciardo, sein Red Bull brach in der Eau Rouge aus und er musste in der Vollgas-Kurve kurz vom Gas. Ging aber alles gut, die Jungs können halt fahren. Ein paar Runden später stellte er seinen Boliden, kurz vor Start und Ziel, ab und ging zu Fuß weiter.

mercedes-benz-formel1-spa-01

Sebastian Vettel kämpfte sich zwischendurch auf den ersten Platz (er überholte Hamilton in der Box), verlor dann in der 15. Runde (während des eigenen Boxenstopps) einige Plätze und startete erneut die Aufholjagd. Ohne Frage, ein großer Fahrer. Das gilt allerdings auch für Hamilton und Rosberg.  Rosberg teilweise 3 Sekunden hinter Hamilton, Vettel dann schon eher 20-22 Sekunden hinter ihm, genauso wie Riccardo. Ich sag ja, der Hamilton fährt wie von einem anderen Stern, ich weiß auch nicht was der genommen hat. Vettel holte aber wieder auch und lag bereits in Runde 24 wieder auf den dritten Rang. Unter uns? Mehr war da auch nicht drin, zu stark waren die beiden Silberpfeile. Hier hätte man schon auf ein Wunder, auf einen technischen Defekt oder auf Regen hoffen müssen. Hamilton und Rosberg dominierten Spa, von der ersten bis zur letzten Runde.

Spannend waren die Boxenstopps. Die würfelten das Feld immer wieder schön durcheinander. So ein Radwechsel während des Boxenstopps ist übrigens echt harte Arbeit. Im Selbstversuch (ich schaffte mit „meinem Team“ eine Bestzeit von 2,9 Sekunden) merkt man erst einmal unter was für einen Stress die Crew-Mitglieder da stehen und schrauben. Beim Shell-Fahrsimulator bin ich die Strecke übrigens in 1:59 gefahren, Hamilton fuhr im Rennbetrieb teilweise 1:54er Zeiten, sollte ich eventuell doch noch mal über eine Rennfahrer-Karriere auf dem zweiten Bildungsweg nachdenken?

Den Formel 1 Grand Prix (43 Runden auf der 7 Kilometer langen Strecke des Circuit de Spa-Francorchamps in Spa Francorchamps) hat in diesem Jahr also Lewis Hamilton vor Rosberg gewonnen. Rosberg hat zwischendurch noch mal richtig Gas gegeben, so viel, dass sogar Hamilton bei der Box nachfragte wie das denn wohl passieren konnte. Kurz vorm Ende wurde es sogar noch einmal spannend, als Rosberg 1:52er Zeiten in den Asphalt brannte und Hamilton somit etwas näher kam. Sebastian Vettel, der in der 33. Runde noch über Probleme klagte fuhr 1:55er Zeiten und kam leider gar nicht mehr ins Ziel. In der 42. Runde platzte ihm ein Reifen und damit auch der Traum vom dritten Platz.

Vettel Verfolger R. Grosjean im Lotus holte in den letzten Runden noch mächtig auf und es kam zum 1:1 Duell zwischen Lotus und Ferrari ab der 40. Runde. Grosjean hatte einfach die noch frischeren Reifen drauf, eventuell lag es aber auch an dem technischen Defekt den Vettel in Runde 33 beklagte.  Da wurde es dann noch einmal richtig spannend in den letzten zwei Runden. Grosjean klar der schnellere, Vettel aber vor ihm und er machte auch keine Anstalten das freiwillig zu ändern, bis ihm halt der Reifen platzte. Die Ingenieure hatten ihm vorher noch über Funk gesagt, dass die Reifen von den Daten her gut aussehen, tja hätten die mal auf Vettel gehört, der wollte nämlich einen weiteren Wechsel, manchmal misst das sogenannte Popo-Meter doch besser als die moderne Messtechnik.

mercedes-benz-formel-1-spa-2015

Fotos: © Ferrari / Shell / Mercedes-Benz / Daimler

Wer übrigens mal darüber nachdenkt, sich selbst so ein Formel 1 Rennen live anzusehen, dem sei gesagt, dass man an der Strecke immer nur temporär mitbekommt, was so passiert. Besser mitverfolgen kann man das Rennen sicherlich vor dem heimischen Fernseher, aber einmal im Leben sollte man so ein Rennen schon live gesehen haben, damit man auch einmal die Atmosphäre miterlebt hat. Da bekommt man schon eine Gänsehaut wenn die Teufelskerle in den tollkühnen Kisten mit Tempo 300 an einem vorbei donnern.  Im Rahmenprogramm gibt es noch weitere GP-Rennserien und hier fuhr auch noch der Porsche Cup. Patrick Dempsey, alias Mc. Dreamy, habe ich somit auch gesehen. Die Karten vor Ort sind nicht ganz günstig, manche kosten bis zu 424 Euro. Was auch ansteigt sind die Verpflegungskosten, bekommt man am Freitag und am Samstag noch für 4 Euro eine Pommes mit Ketchup, muss man am Renn-Sonntag dafür schon 2 Euro mehr bezahlen. Parken war mit 10 Euro pro Fahrzeug aber günstig und ich kann gut verstehen, dass die Händler und Imbissbetreiber vor Ort auch ihren Umsatz / Gewinn machen müssen.

Disclaimer: Wie oben bereits erwähnt, wurde ich (zusammen mit Raphael von heldth.com) von Shell zu dem Formel 1 Rennen eingeladen. Weder Shell, noch der Technologie-Partner Ferrari hatte Einfluss auf meine Berichterstattung. Ich sympathisiere klar mit Sebastian Vettel, freue mich aber ebenso für Mercedes-Benz und Lewis Hamilton, denn so einer meisterhafte Leistung muss man einfach Respekt zollen.