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Projekt Youngtimer 2014: Der verbraucht gar kein Öl?!

Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Ich hatte Öl kontrolliert. Nach ca. 500 Kilometern mit dem Birdy hätte ich nun doch schon Ölverbrauch erwartet. Der Grund dafür? Ich hatte früher Fahrzeuge die durchaus einen Liter auf 1000 km durch den Auspuff gedrückt hatten oder sonst wo verloren hatte. Ich habe damals sogar extra das dünnflüssige Öl gegen etwas dickeres getauscht, damit es nicht nur so durch die Dichtungen geflossen ist. Für die Fahrt nach Hannover (zum MBRT14 Startpunkt für Jan und mich) hatte ich Birdy noch mal getankt und halt Öl kontrolliert und siehe da? Kein Verlust! Alles im optimalen Bereich!

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Optimal für mich ist nun übrigens auch das 90er Jahre Mix-Tape was ich extra für Birdy aufgenommen habe. Die Kassetten habe ich via Amazon bestellt und um mein iPhone anschließen zu können (ihr wisst schon: Spotify), habe ich mir die Philips Adapter-Kassette gegönnt. Dazu die stylische Handyhalterung an der Frontscheibe und los kann es gehen. So habe ich nun sogar eine “etwas ungewöhnliche aber funktionierende” Freisprecheinrichtung für das iPhone in Verbindung mit dem originalen Kassetten-Radio von Nissan.

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Birdy macht mir richtig Spaß. Bei der letzte Fahrt durch meinen Heimatort Bielefeld wurde ich erst wieder auf ihn angesprochen. Ein Mann hatte mir erzählt, dass er genau so einen damals hatte, als Kombi, was für ein tolles Fahrzeug das doch gewesen sei. Tja, früher war nicht alles schlecht!

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Ich bin übrigens nach jeder Fahrt wieder aufs neue überrascht wie schnell der Innenraum “warm wird”. Die Heizung vom Nissan Bluebird ist wirklich ein Hammer. Kein Witz: Ich schalte die regelmäßig auf kalt bzw. komplett aus damit mir nicht zu warm wird. Fantastisch, da gibt es Neuwagen die nicht so schnell aufheizen. Was ich hingegen vermisse ist eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung. Ja, nun beginnt das jammern auf extrem hohem Niveau. Aber wer häufiger mal mit Kindern unterwegs ist, der will diesen Luxus einfach nicht mehr missen. Aktuell muss ich mit meiner kleinen Tochter erst noch einen Spaziergang um Birdy machen bevor wir beide einsteigen können, denn die Zentralverriegelung wird nur von der Fahrertür aus angesteuert. Ist das ein Fehler? Ist das ein Feature? Man weiß es nicht. In den kommenden zwei Wochen steht Birdy am Flughafen. Ob er danach wohl wieder anspringt? Wir werden es erleben… und ich werde darüber berichten. In den kommenden 2 Wochen gibt es also keinen Beitrag zum Birdy, da bin ich räumlich von ihm getrennt in den USA unterwegs.


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Projekt Youngtimer 2014: “Der verbraucht doch viel zu viel…”

Das waren die ersten Worte meiner Frau. Warum ich mir so einen Klotz denn ans Bein hänge. Der verbraucht doch viel zu viel. Klar, der 2.0 Liter Benziner mit 105 PS ist nicht gerade ein hochmoderner Motor, doch haben wir nicht damals schon das sparsame, vorausschauende fahren gelernt? Ich habe den Nissan Bluebird vor ca. 400 km vollgetankt und habe das gleiche heute wieder gemacht. Der Verbrauch liegt bei 8,88 Litern. Damit fahre ich bei den derzeitigen Kraftstoffkosten für unter 15 Euro immerhin 100 km weit und habe dabei keinen wirklichen Wertverlust zu befürchten.

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Unser Neuwagen (der inzwischen allerdings auch schon zwei Jahre alt ist) verbraucht wenn ich extrem sparsam fahre 4,9 Liter (kein Witz!) aber im Alltag genehmigt sich der VW Caddy 1.6 BMT TDI ca. 6-7 Liter (leider auch kein Witz). Rechnen wir mit 6,5 und dem derzeitigen Dieselpreis von 1,38 Euro lande ich knapp unter 10 Euro. Unterm Strich verbraucht also der 21 jährige Benziner 30% mehr, bei gleicher Fahrweise.

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Einen Aufpreis den ich gut und gerne bereit bin zu bezahlen, vor allem weil der Nissan Bluebird sich wirklich super fahren lässt. Wenn ich die Wahl habe ob ich den VW Caddy oder den Birdy nehmen darf, greife ich zum Birdy und selbst die Tochter ist schon infiziert. Nächste Woche muss er sich bewähren, dann muss Birdy Jan, mich und jede Menge Gepäck zum Flughafen transportieren. Bleibt dann einige Tage unbewegt im Parkhaus und darf uns anschließend wieder zurückbringen. Ob das alles geklappt hat (auch mit dem Gepäck), das erfahrt ihr dann am kommenden Donnerstag!

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Der Rekord-Benz aus Nardo: Mercedes-Benz 190E 2.3 16V

Es sind diese ganz besonderen Momente die meinen “Beruf” so lebens- und liebenswert machen. Im Rahmen des zweiten Mercedes-Benz Bloghouse ging es Abend noch ins Mercedes-Benz Museum nach Stuttgart und dort steht nicht nur ein Pferd auf dem Flur… nein dort hängt auch ein Rekord-Benz an der Wand. Dazu kam nun noch ein weiterer 190E, der ebenfalls in Nardo seine Runden gedreht hat. Runden? 201 Stunden! 39 Minuten! 43 Sekunden! Anschließend waren 50.000 Kilometer zurückgelegt. Mercedes-Benz hatte nicht nur den Wagen vor Ort, nein auch einer der Fahrer stand Rede und Antwort und führte unterhaltsam durch den Abend und erzählte viele Anekdoten. Ich hätte ihm – unübertrieben – den ganzen Abend zuhören können. Es sind diese Menschen die Bücher schreiben sollten, denn diese Erlebnisse, diese Geschichten, die gehören einfach erzählt. Den Wagen muss man sich ansehen, sich einmal reinsetzen und vor allem auch riechen. Der Geruch, wenn man die Heckklappe öffnet – herrlich! Übrigens ist hier auch der veränderte Tank montiert. Links wurde mit Druck betankt, rechts der Druck abgelassen. 170 Liter passten rein, dafür musste die Hinterachse verstärkt werden. In Nardo fuhr man ja quasi immer fast geradeaus, somit dürfte es auch nicht wirklich negativ aufgefallen sein, dass das Heck immer leichter wurde. Der Durchschnittsverbrauch wird mit 22 Litern angegeben.

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Für diese Lüsterklemmen-Verkabelung hätte ich von meinem Meister damals einen auf die Finger bekommen, vor allem weil sämtliche Strippen die gleiche Farbe hatten, aber hey – das hier ist ein Rekord-Fahrzeug und rekordverdächtig sind auch die Bedingungen: Auf der 12,6 Kilometer langen, kreisrunden Erprobungsbahn in Nardò, Italien herrschten teilweise 40° Celsius, der Innenraum heizte sich auf bis zu 50°C auf. An eine Klimaanlage war nicht zu denken und auch das Fenster musste geschlossen bleiben. Robert Schäfer erzählte aber auch von einem Regenschauer. Die Fahrer noch auf Slicks unterwegs nahmen also etwas Geschwindigkeit raus, alle bis auf einer. Robert Schäfer hatte es im Gasfuß, dass es klappt und holte in der Zeit wo die anderen in der Box waren insg. 3 Runden “raus”. Der 2,3 Liter 4-Zylinder lief also fast 9 Tage auf Dauerlast. Alle 2-3 Stunden wechselten die Fahrer, die ansonsten über Funk mit der Box verbunden waren. Im Innenraum gab es übrigens sämtliche Ersatzteile, nur die – die mitgeführt wurden – durften auch im Ernstfall getauscht werden. Das Fahrwerk entsprach übrigens nicht der Serienausstattung, auch die Kühlung wurde verändert. Nachts bekam er eine Kühlerjalousie, tagsüber mehr Fahrtwind. Die Servolenkung wurde rausgeschmissen – trotzdem spricht man noch von einer Leistung von 185 PS die der Motor leisten konnte. Der Motor selbst wurde übrigens auch etwas verändert, es wurden Schnellverschlüsse angebracht um die Inspektionen schneller durchführen zu können, denn auch während des Rekordversuches musste auch mal das Öl gewechselt, bzw. das Ventilspiel mit der Messlehre überprüft werden. Bei dem Rekordversuch gab man sich nicht nur bei der Verkabelung erfinderisch: Ein gebrochener Verteilerfinger wurde mit Kleber geklebt und hielt dann auch noch durch. Man fuhr übrigens mit drei Fahrzeugen um bei einem Ausfall noch zwei weitere Schäfchen im trockenen zu haben, denn wirklich ausruhen konnten sich die Fahrzeuge nicht. In den 201 Stunden gab es eine Standzeit (Tanken, Inspektion, Fahrerwechsel, Reifenwechsel…) von gerade mal einer Stunde. Robert Schäfer war jahrelang Testfahrer, zunächst für Audi bzw. NSU und anschließend dann bei Mercedes-Benz. Vor 30 Jahren fuhr er einen Rekord-Benz, nun darf er seinen Ruhestand genießen. Ich hoffe, dass Robert Schäfer noch vielen Menschen mit seinen Reden, mit seinem Wissen und vor allem mit seinen Geschichten begeistern kann. Der Mann hat nicht nur Benzin im Blut, dort findet man auch noch Öl und Bremsflüssigkeit!

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So, ein paar Beiträge über den Rekord-Benz habe ich da noch für euch im World Wide Web gefunden: 1300ccm, Drive-Blog, Daimler-Blog, 5KOMMA6,…


Bilder / Fotos: Skoda Museum Mlada Boleslav – Teil #01 – Skoda Felicia Cabrio

Ich war schon einmal kurz im neuen Skoda Museum in Mladá Boleslav, doch damals fehlte die Zeit um in der Václav Klement Straße sich auf die Zeitreise zu begeben. 118 Jahre Skoda Auto – gibt es dort zu erleben. Neben den Fahrzeugen von Laurin und Klement gibt es auf einer derzeitigen Ausstellungsfläche von 1800 m³ vieles zu entdecken. Lecker schmecken tut es im eigenen Restaurant, wenn man Knoblauch mag darf man hier auch schlemmen. Derzeitig findet man über 45 Fahrzeuge im Museum, dazu kommen noch zahlreiche weitere Exponate aus der Geschichte, viele Fotos, einige Dokumente usw. Nach dem Besuch habe ich festgestellt, dass ich mir gerade für die sehr liebevoll gestalteten Collagen zuwenig Zeit genommen habe.

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Derzeitig noch etwas “ungewöhnlich” zu betrachten ist ein Auto-Hochregal. Dort findet man 20 Fahrzeuge und muss seinen Kopf ganz schön strecken um die oberen Fahrzeuge zu entdecken, doch das soll irgendwann auch Geschichte sein. In einem extra Raum finden sich Restaurations-Studien. Vom Scheunenfund bis hin zum komplett restaurierten Fahrzeug findet man im Museum nun wirklich alles, vom Fahrrad bis zur aktuellen Designstudie (Mission D – der Vorgänger vom aktuellen Skoda Rapid). Es gibt Rallye-Helden und Alltags-Retter, ein ganz besonderes Feuerwehrfahrzeug und ein wunderschönes Cabrio. Ein Skoda Felicia – aus dem Jahre 1961 empfängt einen quasi an der Tür und nimmt einen mit auf die Zeitreise durch die, mit Verlaub nicht immer rosige, Geschichte von Skoda.

Eigentlich wollte ich nun einfach eine Bildergalerie mit allen Fahrzeugen einfügen, so zum durchklicken. Doch das mache ich nicht, ich werde in einer losen Blogreihe, einige Exponate vorstellen. Den Anfang macht der gerade schon beschriebene Felicia aus dem Jahre 1961:

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Unter die Haube konnte ich leider nicht schauen, aber ich vermute mal, dass dort ein 1.1 Liter Motor sitzt. Mit einer Leistung von 50 PS hat er dieses formschöne Fahrzeug auf immerhin 130 km/h beschleunigt. Geschaltet wurde in den 60er Jahren über ein 4-Gang Getriebe und das musste in dem Fall ein Drehmoment von 74,5 Nm aushalten. Kaum zu glauben, was sich in den letzten Jahren gerade in diesen Punkten getan hat, oder? Heute müssen Getriebe teilweise Drehmomente von bis zu 1000 Nm aushalten. Leistung brauchte der Felicia aber eigentlich auch gar nicht, der Skoda wurde zum Exportschlager. In den fünf Jahren Bauzeit von 1959-1964 wurden 14.863 Kunden glücklich gemacht. Die “Isabella” aus dem Ostblock … darauf hätte ich schon Bock. Aktuell wird “leider” nur eine geschlossene Limousine zum Kauf angeboten. Da hat meine Geldbörse noch einmal Glück gehabt, denn unter 15.000 Euro wird man ein 1A Felicia Cabriolet wohl nicht mehr bekommen.