Fahrbericht / Probefahrt: Peugeot 208

Ich hatte heute die Gelegenheit mir bei einem Fahrevent in Berlin den neuen französischen Verführer anzusehen, mitgebracht habe ich euch meine ersten Eindrücke, ein paar Fotos vom Peugeot 208 und eine neue Erkenntnis.
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Der kleine Franzose tritt in große Fußstapfen. Der Peugeot 205 wurde über 5,2 Millionen mal verkauft, der Peugeot 206 (auf Grund der langen Bauzeit) über 7,7 Millionen mal und der aktuelle 207 bringt es immerhin auf 2,3 Millionen mal. Peugeot hat gemerkt, dass der schwerere und größere 207 scheinbar nicht so gut ankommt – hat das Konzept also über Bord geworfen und den Kleinwagen gründlich überarbeitet.

Back to the Basics

Der neue Peugeot 208 ist kleiner als sein direkter Vorgänger, dazu ist er noch leichter bietet dafür im Innenraum aber überraschend viel Platz. Vor ein paar Tagen noch bin ich den Vorgänger (also den Peugeot 207) gefahren. Extra um mich mit dem Thema vertraut zu machen. Ich muss gestehen: Der neue Peugeot 208 hat mich verblüfft. Der gerade mal 3,96 Meter lange Stadtflitzer ist ein Raumwunder und selbst der Kofferraum überzeugt auf dem ersten Blick.

Im Innenraum geht es hell und freundlich zu, etwas ungewohnt aber pfiffig: Man schaut nicht durch das Lenkrad auf die Geschwindigkeitsanzeige, nein – man blickt drüber. Das sportliche Lenkrad mit einem Durchmesser von gerade mal 330-350 Millimetern überzeugt mich. Es ist griffig, sieht sportlich aus und lädt ein den Peugeot 208 auch mal etwas sportlicher zu fahren. Hat man das Lenkrad (welches natürlich in der Höhe und der Länge verstellbar ist) gewöhnt, bekommt man ein komplett neues Fahrgefühl. Man hat kein Lenkrad mehr im Blickwinkel, für alte Hasen sicherlich ungewohnt, für junge Hasen aber sicherlich in Mehrwert.

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Der neue Peugeot 208 wurde in Belgien beim Auto-Salon ja schon in Teilen gezeigt, in Genf feierte er dann Weltpremiere und am 21.04. geht es dann auch in Deutschland endlich los. Beim Peugeot 208 werden fünf verschiedene Benzinmotoren und drei Selbstzünder unter die Motorhaube kommen, natürlich passt immer nur ein Triebwerk gleichzeitig unter die Motorhaube. Verkleinert wurden nicht nur die Karosseriemaße – auch der Scheinwerfer wirkt nun wieder kleiner und die Rückleuchten fahren optisch gesehen die Löwen-Krallen aus und auch der Kofferraum dürfte reichen für die ein oder andere Shoppingtour:

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The Lion sleeps tonight

Bei meiner Probefahrt habe ich mich, dank dem guten Tipp von Herrn Bernhard Voß, für einen 90 PS Diesel entschieden, mir ist aufgefallen das diese Motorisierung sehr gut am Gas hängt und durchaus Fahrfreude vermittelt. Die Schaltwege sind kurz, das Fahrwerk sportlich, da gibt es nichts zu meckern.

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Die zweite Runde drehte ich mit einem Benziner, da ist mir dann aufgefallen, dass der Motor schon etwas Drehzahl benötigt, nichts für Schaltmuffel also, denn Untertourig mochte es der kleine Franzose nicht so gerne. Dafür überzeugte mich der 2. Testwagen mit dem tollen Panorama-Dach, das wertet den sowieso schon sehr hellen und freundlichen Innenraum noch mal auf:

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Sportliches Lenkrad, sportliches Getriebe, wie sieht es mit dem Fahrwerk aus? In Genf habe ich mich sehr über das GTI Concept gefreut, der GTI hätte sicherlich auch ein sportliches Fahrwerk verbaut. Der serienmäßige Peugeot 208 ist komfortabel abgestimmt, ein Umstand welcher allerdings nicht den Fahrspaß auf der Landstraße nimmt. Leichte Bodenunhebenheiten schluckt das Fahrwerk ohne den Insassen eine direkte Rückmeldung zu geben.

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Wird der Untergrund etwas ruppiger kommt schon mal ein Schlag durch, aber so ein Peugeot 208 ist ja auch keine Großraumlimousine sondern ein Kleinwagen und für ein Fahrzeug in dieser Klasse war ich wirklich überrascht. Gefahren bin ich übrigens nicht etwa in Portugal oder in Paris, nein es ging in die Hauptstadt nach Berlin. Dort durften wir uns mit den Fahrzeugen frei bewegen – hatten also auch die Gelegenheit verschiedene Fahrbahnbeläge zu testen. Ihr glaubt mir nicht, dass ich in Berlin war? Hab extra ein Touri-Foto für euch gemacht ;)

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Ja, der “Eifelturm” steht in Berlin, aber hier auf dem Foto von dem Rückspiegel kann man mit sehr guten Augen auch ein Berliner Wahrzeichen entdecken:

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Bis dato sind bereits über 3000 Vorbestellungen für den kleinen Flitzer eingegangen, Peugeot rechnet mit einem 75 % Anteil von Fahrzeugen mit fünf Türen, kein Wunder – es stört nicht wirklich bei der Optik und die Zielgruppe freut sich hinten über den leichteren Einstieg. Ich habe hinten mal Platz genommen, da ist ordentlich Platz, das haben selbst die größeren Kollegen vor Ort bestätigt.

Gut gebrüllt Löwe

Eine gute Nachricht kam zum Schluss: Der Peugeot 208 GTI wird gebaut, auf den Markt kommen soll er vermutlich 2013 und bei der Leistung ließ man verlauten, dass der Peugeot 208 GTI auf jeden Fall 200 oder mehr PS unter die sportliche Motorhaube bekommen soll.

Der kleine Franzose will also zurück zu seinen Wurzeln, der Peugeot 205 verführte damals die Kundschaft und überzeugte nicht nur im Rennsport sondern auch mit seinen GTI – Modellen sowie dem Peugeot 205 Cabrio. Ob der Peugeot 208 genau in diese Fußspuren treten kann weiß ich nicht, aber Peugeot hat meiner Meinung nach alles dafür getan. Die neue Lenkradposition ist toll, ein ganz anderes Fahrgefühl und auch an der Technik schraubt Peugeot zur Zeit noch.

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So soll demnächst ein Motor auf den Markt kommen welcher über einen Zahnriemen verfügt, der komplett in Öl läuft. Eigentlich ist Öl der natürliche Feind vom Zahnriemen, doch Peugeot hat die Zusammensetzung vom Kunststoff so verändert, dass durch das ständige Bad im Motoröl, die Wartungsintervalle sogar verlängert werden konnten. Bis zu 10 Jahren bzw. 240.000 km (es gelten natürlich die Werte im Check-Heft) soll der Zahnriemen in dem Fall halten. Eine neue Technik, die wir vermutlich bald auch bei anderen Herstellern sehen werden.

Der König der Löwen

So, was ist nun meine Erkenntnis? Ich mochte das Concept schon in Belgien, fand den Peugeot 208 schon in Genf attraktiv und es stimmt. Wenn ich auf den ersten Blick ein Auto mag, stimmt fast immer der erste Eindruck. Bei der Haptik im Innenraum haben die Franzosen zugelegt, im Vergleich zum Peugeot 207 für mich eine deutliche Steigerung, da würde ich sagen: Hausaufgaben mit Bravur gemeistert, gut gemacht, Fleißpunkt nehmen – hinsetzten und abwarten. Abwarten auf die ersten Reaktionen der Kunden, denn schließlich sind die ja König und entscheiden welche Musik gespielt wird. Der Peugeot kombiniert, laut Hersteller, die besten Eigenschaften der kompletten 20x-Baureihe und setzt mit einem frischen Design, optimierten Verbrauchswerten und einer modernen Ausstattung im Kleinwagensegment zum Überholen an. Ich kam nach der Probefahrt zum gleichen Ergebnis, der neue Peugeot 208 gefällt … von innen (tolle Haptik, aufgeräumtes Cockpit), von außen und auch bei den Verbrauchswerten.

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Der 3 Zylinder Benziner soll mit einem Verbrauch von 4,3 Liter auskommen, der sparsamste Diesel soll bei 3,4 Liter auf 100 km diesen tollen Wert noch knacken. Die Fahrzeuge werden sparsamer und dabei auch noch in der Herstellung ökologischer. 25% der Polymere sind aus sogenannten grünen Werkstoffen – ein Schritt in die richtige Richtung. Wer mag kann sich seinen 208 ganz individuell konfigurieren, ich empfehle allerdings ausdrücklich darauf zu achten, dass das große Touchscreen Display schon verbaut ist (das gibt es serienmäßig ab der 2. Ausstattungslinie). Gegen Aufpreis gibt es dann noch ein Navi, ein Klima-Paket, ein Lederpaket oder das tolle Panorama-Glas-Dach. Ihr seht schon, aus dem kleinen Raubtier kann man auch ganz schnell den König der Löwen machen.

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