Wie lange dauert die Entwicklung von einem Fahrzeuglack und wie kommt er aufs Auto?

Keiner wird es bestreiten, beim Autokauf achtet man auch auf den Fahrzeuglack. Ich persönlich bin (inzwischen) ein großer Fan von knalligen Farben. Gerne ein sattes Rot, ein giftiges Grün, ein strahlendes Gelb. Der Alltag ist Grau genug, warum nicht ein wenig Farbe ins Leben bringen? Wie lange dauert es von der Kreation bis zum fertigen Fahrzeuglack? Doch wie entwickelt der Hersteller eigentlich eine Farbe?  SEAT hat nun Einblicke in die Arbeit gewährt:

Die erste Frage kann man direkt beantworten: Von der Kreation bis zur Lackierung vergehen drei Jahre, anschließend sind 84 Roboter sind für das Aufbringen der Farbe verantwortlich und die Personalisierung ist einer der großen Zukunfts-Trends.

Die Kreation einer neuen Farbe sei ein Insider-Job. Bevor eine neue Farbe erstellt wird, erfolgt eine Marktstudie. Dabei werden aktuelle Markttrends analysiert. Insgesamt werden 1.000 Liter Lack benötigt, bis es eine neue Farbe zur Marktreife schafft. Doch nicht nur 1.000 Liter sind es sondern auch 1.000 Tage. Die Farbe werden im Labor gemischt, es kommen Pigmente und Metallpartikel hinzu. 50 verschiedene, das sorgt für fast 100 unterschiedliche Variationen derselben Farbe. Sprich: Es werden bis zu 100 verschiedene Varianten einer Farbe hergestellt, anschließend muss sich das Team für eine Farbe entscheiden und dann gilt es diese Farbe auch zu testen. Der Farbton und die Farbtiefe werden auf Metallplatten getestet, dort sollen sich auch die optischen Effekte entfalten.

Die Metallplatten werden im Sonnenlicht als auch im Schatten getestet, denn schließlich soll die Farbe bzw. der Farbton ja immer überzeugen.

Wie kommt der Fahrzeuglack eigentlich aufs Auto?

In Lackierkabinen werden die Fahrzeuge bei SEAT bei einer Temperatur zwischen 21 und 25 Grad Celsius lackiert. Dabei tragen 84 Lackier-Roboter auf jedes Fahrzeug insgesamt zweieinhalb Kilogramm Lack auf. Gemerkt? Hier spricht man von Kilo und nicht mehr von Liter. Dieser Vorgang dauert – und das möchte man kaum glauben – pro Fahrzeug rund sechs Stunden. Die Lackierkabine gleicht einem Operationssaal, sie ist mit einem Belüftungssystem ausgestattet welches verhindern soll, dass Staub und Schmutzpartikel von außen eindringen und sich auf die frisch lackierten Fahrzeuge setzen können.

Sieben auf einem Streich! Die Fahrzeuge erhalten insgesamt sieben Lackschichten, vermeldet der Hersteller. Jede Lackschicht sei dabei so dünn wie ein menschliches Haar (0.00001 m) dabei aber so hart wie Stein.
Apropo Stein, anschließend kommt der Lack bei 140°C in den Ofen und wird in eingebrannt. Anschließend durchlaufen die Fahrzeuge einen Scanner, der die Oberfläche auf Glattheit überprüft. Nach nur 43 Sekunden weiß man ob die Lackoberfläche Mängel aufweist und ob nachgearbeitet werden muss, schließlich mag keiner Lackeinschlüsse in seinem Neuwagen.

Wie machen wir also nun gemeinsam die Welt bunt? Sagt einfach bei der nächsten Marktforschung, dass ihr euch ein buntes Auto wünschen würdet, vielleicht klappt es dann ja. Mich würde es freuen.

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