Es gibt Autos, da reicht eigentlich schon der Name. Gordini. Zwei Streifen, Motorsport, Fahrspaß und vor allem die Idee, dass Performance nicht zwangsläufig etwas für Menschen sein muss, die beim Blick aufs Bankkonto keinerlei körperliche Reaktion mehr zeigen. Und genau diesen Namen holt Renault jetzt zurück, Audi stampft den R8 ein, Renault zeigt uns das Renault 8 Gordini Concept.
Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, bei dem sich wahrscheinlich einige Traditionalisten erst einmal am Café verschlucken: Der neue Gordini fährt elektrisch, also die Studie.
Der Elektroantrieb leistet knapp 198 kW, sprich 270 PS. Mehr technische Daten liefert Renault an dieser Stelle nicht, aber die Botschaft dahinter ist ohnehin ziemlich eindeutig: Renault möchte zeigen, dass sich auch Motorsport-Inspiration und Fahrspaß ins elektrische Zeitalter übertragen lassen.
Optisch macht Renault dabei nicht den Fehler, einfach einen alten Renault 8 zu nehmen, ihn einmal kräftig aufzupumpen und ein Ladekabel daneben zu legen. Stattdessen werden die bekannten Gordini-Merkmale neu interpretiert. Dazu gehören die markanten Doppelstreifen, die runden Zusatzscheinwerfer, die besondere Farbgebung und natürlich die sportlichen Proportionen.
Renault bezeichnet den Ansatz dabei als „Café Racer“-Philosophie. Also klare Linien, reduzierte Formen und möglichst wenig überflüssiger Schnickschnack.
Dabei geht es Renault aber nicht darum, einfach möglichst viel Retro auf vier Räder zu stellen. Der Renault 8 Gordini Concept soll eben keine rollende Nostalgie-Veranstaltung sein. Die historischen Elemente dienen vielmehr als Ausgangspunkt für etwas Neues. Und genau das macht das Auto eigentlich interessant.
Denn wir erleben momentan ziemlich häufig, dass Hersteller alte Modellnamen wieder aus dem Schrank holen. Renault versucht hier einen etwas anderen Weg: Nicht einfach den Namen Gordini auf irgendein zukünftiges Serienmodell kleben, sondern erst einmal die Frage stellen: Wie würde die Idee eines Gordini heute aussehen?
Die Antwort lautet offenbar: elektrisch, sportlich, reduziert und trotzdem klar als Gordini erkennbar. Ob daraus irgendwann tatsächlich ein Auto entsteht, das wir kaufen können, sagt Renault allerdings nicht. Das Concept soll vor allem zeigen, was die Designer mit der eigenen Geschichte anfangen können und gleichzeitig Inspiration für zukünftige Designentwicklungen liefern. Und vielleicht ist genau das auch besser, als uns jetzt schon irgendeinen Marktstart für übermorgen zu versprechen.
Denn aktuell dürfen wir dieses Auto einfach erst einmal als das betrachten, was es ist:
Ein Renault 8 Gordini für eine Zeit, in der der Zauberer nicht mehr am Vergaser dreht, sondern offenbar am Stromregler. 270 elektrische PS, Motorsport-DNA und zwei Streifen, die wahrscheinlich mehr Renault-Geschichte erzählen können als so manche komplette Modellbezeichnung. Und jetzt bleibt eigentlich nur eine Frage: Soll Renault aus dieser Stilübung tatsächlich ein Serienauto machen oder gehört so ein Gordini genau dorthin, wo er momentan steht: als ziemlich spektakuläre Idee zwischen Vergangenheit und Zukunft?