Hyundai stellt die nächste Generation des Tucson vor und bleibt dabei einer Linie treu, die inzwischen fast alle Hersteller entdeckt haben: Wenn ein SUV erfolgreich ist, wird er beim Generationswechsel nicht kleiner, damit Hallo und Herzlich Willkommen auf Ausfahrt TV News, ich bin der Jens und versuche euch hier möglichst unterhaltsame Auto-News mit idealerweise vielen Zahlen, Daten und Fakten mit auf den Weg zu geben, wenn euch sowas interessiert, hinterlasst gerne ein Abo für den Kanal und später habe ich auch noch eine Frage an euch.
Der neue Hyundai Tucson wächst in praktisch jede Richtung, bekommt stärkere Hybridantriebe, deutlich mehr Elektronik und ein Infotainmentsystem, dessen Bildschirm auf Wunsch beinahe die Dimensionen eines kleinen Fernsehers erreicht. Kleiner Downer für die E-Auto-Fans: Einen vollelektrischen Tucson gibt es allerdings weiterhin nicht, die können nun abschalten bzw. bei AAMPERE schauen was ihr E-Auto wert ist.
Die neue Hyundai Tucson Antriebspalette reicht vom klassischen 1,6-Liter-Turbobenziner über einen 48-Volt-Mildhybrid bis zum Vollhybrid und Plug-in-Hybrid. Letzterer bringt es auf bis zu 292 PS und soll bis zu 81 Kilometer elektrisch fahren können. Damit bleibt der Tucson das, was er schon länger ist: Hyundais klassische Antwort auf VW Tiguan, Kia Sportage, Ford Kuga, Toyota RAV4 und den übrigen großen C-SUV-Kosmos. Wobei „C-SUV“ mittlerweile eine jener automobilen Größenbezeichnungen ist, bei denen man sich fragt, wann eigentlich heimlich alle Klassen eine Nummer größer geworden sind.
Wie groß ist der neue Hyundai Tucson?
Der neue Tucson misst 4,56 Meter in der Länge, 1,90 Meter in der Breite und 1,67 Meter in der Höhe. Mit Dachreling werden daraus 1,685 Meter. Gegenüber dem bisherigen Modell legt er damit 35 Millimeter in der Länge, ebenfalls 35 Millimeter in der Breite und 20 Millimeter in der Höhe zu. Noch interessanter ist der Radstand, denn der wächst um 40 Millimeter auf 2,72 Meter. Und genau diese Zahl ist für die Insassen meistens wichtiger als irgendeine dramatisch modellierte Motorhaube: Mehr Radstand schafft konstruktiv Platz zwischen Vorder- und Hinterachse und kann damit vor allem den Fondpassagieren zugutekommen.
Der vordere Überhang wächst auf 915 Millimeter, hinten sind es 925 Millimeter. Dass vorne 20 Millimeter hinzukommen, hat übrigens weniger mit Designpathos als mit Fußgängerschutz zu tun. Auch das gehört zur modernen Fahrzeugentwicklung: Manchmal wächst ein Auto nicht, weil Designer morgens plötzlich mehr Blech bestellt haben, sondern weil Crashvorschriften und Schutzanforderungen Platz brauchen. Die Bodenfreiheit beträgt grundsätzlich 169 Millimeter, für Westeuropa werden mit den 17-Zoll-Rädern allerdings 159 Millimeter angegeben. Bereift wird der Tucson je nach Version mit 17-, 18-, 19- oder sogar 20-Zoll-Rädern.
Auch die Türen öffnen weiter. Statt bisher 73 Grad sind nun 83 Grad möglich. Klingt zunächst wie eine Zahl fürs Quartettspiel, dürfte aber spätestens dann interessant werden, wenn Kindersitz, Getränkekiste oder weniger gelenkige Familienmitglieder auf die zweite Reihe verfrachtet werden sollen.
Hyundai Tucson Kofferraum
Beim Kofferraum nennt Hyundai bis zu 695 Liter nach VDA-Norm. Das ist ordentlich und zeigt gleichzeitig, dass beim neuen Tucson nicht ausschließlich Displays und Ambientebeleuchtung auf der Prioritätenliste standen. Die Rückbank ist im Verhältnis 40:20:40 geteilt und lässt sich zusätzlich um 150 Millimeter längs verschieben. Damit lässt sich je nach Bedarf zwischen Beinfreiheit und Gepäckraum jonglieren. Praktisch, denn manchmal braucht die Familie Beine, manchmal Baumarkt.
Neu sind außerdem kleine Dinge, die im Alltag teilweise mehr bringen als das nächste Menü im Infotainment. In den vorderen Türen sitzen beispielsweise versteckte Regenschirmhalter, hinten gibt es eigene Getränkehalter. Außerdem kann in der zweiten Reihe über Hyundais sogenanntes AddGear-System Zubehör wie Smartphone- oder Tablet-Halterungen befestigt werden.
Welche Motoren gibt es im neuen Hyundai Tucson?
Der Einstieg bleibt überraschend konventionell. Ein 1,6-Liter-T-GDI-Turbobenziner leistet 150 PS und 250 Nm. Angeboten wird er entweder mit klassischem Sechsgang-Schaltgetriebe oder als 48-Volt-Mildhybrid mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. In der Mildhybrid-Version soll der Tucson in 9,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Die anvisierten WLTP-CO₂-Werte liegen beim Handschalter zwischen 155 und 177 g/km und beim 48-Volt-DCT zwischen 145 und 162 g/km.
Zur Einordnung: Ein Mildhybrid kann normalerweise nicht über nennenswerte Strecken rein elektrisch fahren. Das 48-Volt-System unterstützt den Verbrennungsmotor beispielsweise beim Anfahren oder Beschleunigen und kann beim Verzögern Energie zurückgewinnen. Es ist also eher elektrifizierter Benziner als halbes Elektroauto, auch wenn die Marketingabteilungen das Wort „Hybrid“ natürlich ausgesprochen gerne benutzen.
Hyundai Tucson Hybrid
Der Vollhybrid kombiniert ebenfalls einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit Elektrotechnik, kommt aber auf 245 PS Systemleistung und 380 Nm. Der kleine Hochvoltakku besitzt eine Kapazität von 1,49 kWh bei 270 Volt. Ein externes Ladekabel braucht diese Variante nicht, denn geladen wird durch Rekuperation und den Verbrennungsmotor. Die Kraftübertragung übernimmt eine Sechsgang-Automatik. Als Fronttriebler soll der Tucson Hybrid in 8,3 Sekunden von null auf 100 km/h kommen. Für den Zweiradantrieb werden 118 bis 130 g/km CO₂ als Ziel genannt, beim Allradmodell 140 bis 149 g/km.
Damit ist der HEV vermutlich weiterhin die Variante für alle, die im Stadt- und Pendelverkehr vom elektrischen Anteil profitieren möchten, aber keinerlei Lust auf Ladekarten, Wallboxen und Diskussionen über AC-Säulen haben.
Hyundai Tucson Plug-in-Hybrid
Technische Spitze der Baureihe ist der Plug-in-Hybrid. Auch hier arbeitet ein 1,6-Liter-Turbobenziner, zusammen mit dem elektrischen Antrieb entstehen jedoch bis zu 292 PS Systemleistung und 380 Nm Drehmoment. Die Batterie speichert 17,1 kWh bei 351 Volt. Hyundai nennt bis zu 81 Kilometer elektrische Reichweite mit 17-Zoll-Rädern. Dieser Wert ist allerdings noch nicht final homologiert.
Von null auf 100 km/h soll die Allradversion 7,9 Sekunden benötigen. Interessanterweise nennt Hyundai für den PHEV trotz Batterie und elektrischem Zusatzantrieb ebenfalls lediglich 380 Nm Systemdrehmoment, also genauso viel wie beim normalen Hybrid. Mehr PS bedeutet eben nicht automatisch proportional mehr Drehmoment. Entscheidend sind Abstimmung, Drehzahlbereiche der einzelnen Motoren und die Leistungsgrenzen des Gesamtsystems.
Geladen wird mit maximal 7,2 kW Wechselstrom. Das ist funktional, aber 2026 nicht gerade etwas, das man feierlich unter Glas ausstellen müsste. Bei einer 17,1-kWh-Batterie reicht das für den typischen Einsatz über Nacht oder während der Arbeitszeit vollkommen aus. Schnellladen per Gleichstrom ist in den technischen Daten nicht angegeben. Und genau deshalb sollte niemand aus dem Begriff „elektrifiziert“ versehentlich einen elektrischen Langstrecken-Tucson machen. Der PHEV soll seinen elektrischen Vorteil im Alltag ausspielen, während auf längeren Strecken der Benziner übernimmt.
Die vorläufigen CO₂-Zielwerte liegen beim Plug-in-Hybrid als Fronttriebler zwischen 90 und 107 g/km, mit Allrad zwischen 101 und 110 g/km. Gerade bei Plug-in-Hybriden gilt allerdings weiterhin: Der theoretische Verbrauchswert sagt wenig darüber aus, was tatsächlich passiert, wenn jemand das Ladekabel dauerhaft originalverpackt im Kofferraum liegen lässt. Der technische Sinn eines PHEV steht und fällt mit regelmäßigem Laden.
Hier wird der Tucson tatsächlich interessant. Der normale Benziner darf bis zu 1.700 Kilogramm ziehen, der Plug-in-Hybrid kommt auf 1.810 Kilogramm und der Vollhybrid sogar auf 1.910 Kilogramm Anhängelast. Gerade die HEV-Version positioniert sich damit als ernstzunehmendes Zugfahrzeug innerhalb des Segments.
2027 Hyundai Tucson Fotos
























Hyundai ergänzt das Ganze um einen Anhängerrückfahrassistenten. Das System unterstützt beim Lenken während langsamer Rückwärtsmanöver mit Anhänger. Wer schon einmal versucht hat, einen Wohnwagen rückwärts auf eine Parzelle zu dirigieren, während von außen vier Personen gleichzeitig „andersrum!“ rufen, kennt den potenziellen Mehrwert, wenn es denn auch gut funktioniert.
Im Innenraum hält Hyundai an einer interessanten Mischung aus Digitalisierung und echten Schaltern fest. Vor dem Fahrer sitzt ein 9,9 Zoll großes digitales Kombiinstrument. Das zentrale Infotainmentdisplay wird je nach Ausstattung mit 12,9 oder gewaltigen 17 Zoll angeboten. Darunter befinden sich weiterhin physische Tasten für wichtige Funktionen. Dafür sollte es inzwischen fast schon einen Designpreis geben.
Als Betriebssystem dient Android Automotive OS. Wichtig: Android Automotive ist nicht dasselbe wie Android Auto. Android Auto spiegelt Funktionen eines Smartphones auf den Fahrzeugbildschirm. Android Automotive läuft dagegen direkt im Fahrzeug. Apps und Dienste können damit unabhängig vom Telefon in das Infotainmentsystem integriert werden.
Hyundai nennt das System Pleos Connect. Dazu kommt der KI-Sprachassistent „Gleo AI“, der auf Internetdaten zugreifen kann. Software-Updates sind „over the air“ möglich, ausgewählte Systeme lassen sich also ohne Werkstattbesuch aktualisieren. Wie viel davon im echten Leben hilfreich ist und wie viel nach drei Monaten einfach nur eine weitere Stimme ist, die ungefragt etwas wissen möchte, muss sich noch zeigen.
Gelungen wirkt zumindest die Stromversorgung für die mitfahrende Elektronik. In der Mittelkonsole gibt es zwei kabellose Ladeflächen mit jeweils 15 Watt. Dazu kommen USB-C-Anschlüsse mit bis zu 100 Watt, womit sich auch leistungsfähigere Geräte wie Notebooks versorgen lassen.
Auf Wunsch bekommt der Tucson einen Fahrersitz mit pneumatischem Sieben-Kammer-System für Lenden- und Seitenstütze sowie Massagefunktion. Außerdem gibt es Relax-Sitze für Fahrer und Beifahrer. Eine Dreizonen-Klimaanlage und das sogenannte Multi-Air-System verteilen die Luft über verschiedene Ausströmer, damit nicht permanent ein frostiger Orkan auf Augen oder Knie zielt.
Technisch ungewöhnlicher ist die beheizbare Windschutzscheibe. Statt sichtbarer Heizdrähte verwendet Hyundai eine metallbeschichtete Scheibe mit mehr als 20 Materialschichten. Sie arbeitet mit 13,5 Volt und soll die Scheibe innerhalb von 15 Minuten vollständig enteisen können. Gleichzeitig sollen 60 Prozent der Sonnenenergie abgehalten werden, wodurch Hyundai im Sommer eine um zwei Grad niedrigere Innenraumtemperatur verspricht.
Der neue sogenannte HEV Stay Mode erlaubt beim Hybrid außerdem, Klimaanlage, Audioanlage und Geräteversorgung bei ausgeschaltetem Verbrennungsmotor weiterzubetreiben. Praktisch beispielsweise bei einer Pause. Der Elektromotor muss dafür natürlich nicht permanent das Auto bewegen, sondern der Hochvoltakku versorgt zunächst die Nebenverbraucher.
Welche Assistenzsysteme bekommt der neue Tucson? Zu den interessanteren Funktionen gehört ein Rückfahrassistent. Das Fahrzeug kann bis zu 50 Meter einer zuvor mit maximal 30 km/h gefahrenen Strecke speichern und beim anschließenden Rückwärtsfahren die Lenkung übernehmen. Dazu kommen ein fernbedienbarer Parkassistent, eine Einparkhilfe mit Notbremsfunktion sowie optional ein digitaler Innenspiegel. Allradmodelle können zusätzlich einen Bodenansichtmonitor erhalten, der den Bereich unmittelbar um beziehungsweise virtuell unter dem Fahrzeug sichtbar macht.
Das Hyundai-Smart-Sense-Paket umfasst außerdem unter anderem den autonomen Notbremsassistenten 2.0, den Autobahnassistenten 2.0, Verkehrszeichenerkennung und eine navigationsbasierte Geschwindigkeitsregelung. Sie kann Kartendaten nutzen, um die Geschwindigkeit an den Streckenverlauf anzupassen.
Sieben Airbags gehören ebenfalls zum Sicherheitskonzept, darunter ein Mittelairbag zwischen Fahrer und Beifahrer. Zusätzlich kommt eine kamerabasierte Innenraumüberwachung zum Einsatz. Sie analysiert unter anderem Blickrichtung und mögliche Müdigkeitsanzeichen des Fahrers. Systeme zur Kinder- und Insassenerkennung sollen außerdem davor warnen, wenn noch jemand im Fahrzeug zurückbleibt.
Und was ist nun wirklich neu am Hyundai Tucson? Unterm Strich erfindet Hyundai mit dem neuen Tucson das SUV nicht neu, macht aber an ziemlich vielen Stellen genau das, was bei einem Generationswechsel erwartet wird. Mehr Radstand, mehr Innenraum, größere Anhängelasten, stärkere Hybridantriebe, modernere Elektronik und deutlich mehr Rechenleistung hinter den Displays. Aus dem kompakten SUV wird dabei zunehmend ein ziemlich ausgewachsenes Familienauto.
Besonders interessant wirken der 245 PS starke Vollhybrid mit bis zu 1.910 Kilogramm Anhängelast und der nun 292 PS starke Plug-in-Hybrid. Letzterer bekommt mit 17,1 kWh Batterie und angepeilten 81 Kilometern elektrischer Reichweite genug Reserven, um viele alltägliche Fahrten tatsächlich elektrisch abzudecken, vorausgesetzt natürlich, das Ladekabel wird nicht nur als kostspieliges Kofferraumaccessoire betrachtet.
Dass Hyundai beim Infotainment auf Android Automotive setzt und gleichzeitig echte Tasten für wichtige Funktionen behält, ist ebenfalls bemerkenswert. Offenbar hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Menschen während der Fahrt nicht unbedingt Lust haben, für die Sitzheizung erst ein digitales Escape-Room-Rätsel zu lösen.
In der Pressemitteilung habe ich noch gelesen: Weltweit erste integrierte elektrische Wasserpumpe, das finde ich krass, wurde sowas nicht bereits 1999 entwickelt? Ich kenne sowas aus dem Motorsport! Vorteil: Die elektrischen Wasserpumpen sind unabhängig von der Motordrehzahl, da die herkömmlichen Wasserpumpen ja zum Beispiel über die Riemen angetrieben werden. Aber nun gut, wenn einem dann irgendwann die Neuigkeiten ausgehen, dann schaffen es auch solche Innovationen in die Pressemitteilung.
Die europäischen Fahrzeuge werden weiterhin im tschechischen Hyundai-Werk produziert. Eine weitere, sportlicher gestaltete Tucson-Version will Hyundai am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon zeigen und dann erwarte ich auch die ersten Preise und was hat der Hyundai Tuscon mit dem neuen 3er BMW gemeinsam? Es gibt scheinbar keinen Diesel mehr! Im aktuellen Pressematerial zum neuen Tucson taucht kein Selbstzünder mehr auf. Genannt werden nur vier Antriebskonzepte: der 1.6 T-GDI-Benziner mit 150 PS, der 48-Volt-Mildhybrid, der Vollhybrid mit 245 PS und der Plug-in-Hybrid mit 292 PS und dann kommt bestimmt noch irgendwas mit einem N!
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