Der verflixte 7. Golf! – Macht der 7. Sinn?

Es war einmal in einem versteckten Wurzelholz, da löste sich ein Radkäppchen und sprach zum ersten Golf: “Na, du bist mir aber ein schönes Auto! Ein Auto mit Ecken und Kanten! Ein Auto mit Frontmotor und Frontantrieb, damit du auch gut durchatmen kannst!”. Das war bereits im Jahre 1974. Die ersten VW Golf Modelle werden in 2 Jahren bereits 40 Jahre alt, man glaubt es kaum – doch wir alle werden älter! Der VW Golf 1 GTI wurde berühmt berüchtigt und das schon zu einer Zeit wo bereits 1.000.000 VW Golf Modelle das Band verlassen hatten. Der 1er GTI kam im Jahre 1976 und eroberte die Zielgruppe im Sturm. Der VW Golf 2 wurde etwas runder, etwas größer und durchbrauch die magische Schallmauer von 10.000.000 VW Golf Fahrzeugen. Im Jahre 1991 kam er dann, der VW Golf 3! Der erste VW Golf mit Airbags, Tempotmat und Oxy-Kat für die Dieselmotoren. Mit dem VW Golf 3 feierte man den 15.000.000 Golf und ich hatte alle drei!

Ich hatte einen VW Golf 1, ich hatte einen VW Golf 1 als Cabrio, ich hatte mehrere VW Golf 2 und auch einen VW Golf 3 hatte ich schon in der Einfahrt stehen. Warum? Weil ich sie toll fand! Der VW Golf 3 Jubi GTI mit den roten Gurten und dem 2.0 Liter 150 PS 16V Motor, der war einfach ein Spaßbringer. Damals war allerdings auch noch der Sprit etwas günstiger und man fuhr einfach mal nur so übers Land. Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte mal “einfach nur so” gefahren bin.

Im Jahre 1997 kam der VW Golf 4 auf den Markt, für mich war der R32 ein Highlight, der kam im Jahre 2002. 250 km/h schnell, laut und dank dem 3,2 Liter Motor auch Hubraumstark. Mit dem VW Golf 4 feierte man keinen runden Geburtstag, dafür musste dann der VW Golf 5 kommen, das war im Jahre 2003. Ihr merkt schon, die Produktionszeiten einer Serie wird immer kürzer. Der VW Golf 5 wurde insg. 5 Jahre lang gebaut, der GTI hatte formvollendete Stoßstangen die nicht nur in der Tuning-Szene gut ankamen. Die Fahrzeuge wurden nur immer länger, sondern auch technisch immer besser ausgestattet. So hatte der 5er Golf schon das 7-Gang DSG, die Bi-Xenonscheinwerfer und den Regensensor an Bord. Doch die richtige technische Keule holte VW beim Golf 6 raus: Start-Stopp, Rekuperation, dynamisches Kurvenlicht, ParkAssistent, Berganfahrassistent, elektronische Dämpferregelung und und und… auch der VW Golf 6 wurde größer, länger und wurde nach nur 4 Jahren Produktionszeit vom Band genommen.

© Volkswagen 2012

Nun kommt der VW Golf 7. Ein Fahrzeug welches wieder etwas länger und breiter geworden ist, welches wieder mit noch mehr technischen Raffinessen lockt und welches vor allem eins ist: Ein Auto! Der Golf hat ja nicht umsonst eine eigene Klasse. Es wäre vermessen, die Leistung nicht anzuerkennen. Wir sprechen hier schließlich über ein Modell welches demnächst über 30.000.000 mal gebaut wurde, ein Fahrzeug welches offiziell von Volkswagen bis zum VW Golf 7 niemals eine Nummer bekommen hat. Der VW Golf 7 wird seine Käufer finden, da mache ich mir keine Sorgen und auch VW wird dieses einkalkuliert haben. Welche Frage ich mir nur stelle: Kommt nun in 3 Jahren bereits der VW Golf 8? Wird dieser dann auch wieder länger? Wird dieser dann noch sparsamer? Ein Elektromodell vom VW Golf 7 ist ja in Planung. Ich weiß, dass ich den VW Golf 7 demnächst mal Probe fahren darf! Darauf freue ich mich besonders, da ich ja doch zur Generation Golf gehöre. So ein Fahrzeug muss man erfahren, erleben, erproben… auf den ersten Blick sieht er meiner Meinung nach aus wie ein Facelift vom 6er. Eventuell auch wie ein aufgeblasener VW Polo, aber hey – wir sprechen hier von einem Erfolgsmodell und ich habe gelernt: Never touch a running system! Beim neuen Audi A3 waren die Veränderungen ja nun auch wahrlich nicht so groß und eher im Detail versteckt. Beim neuen VW Golf 7 ist das wohl auch so. Die obere Sicke in den Türen finde ich übrigens sehr gelungen, das hat was kantiges, etwas was mich an die Wurzeln erinnert, an den ersten VW Golf 1, der nun wahrlich zum neuen 7er sagen könnte: “7er, ich bin dein Vater!”

Macht der 7. Golf Sinn? Nun, für ein Facelift sind es einfach zu viele Veränderungen, da musste schon ein neues Modell her, von daher würde ich sagen: Ja, der 7. macht Sinn!

Weitere Blogbeiträge zum Thema VW Golf 7, andere Stühle, andere Meinungen:

Thomas Gigold: Der ewige Evolutionär

Bjoern Habegger: VW Golf – die siebte Generation

Sebastian Bauer: Generation Golf – Nr. 7

Autohaus Wolfsburg Blog: Der neue VW Golf 7 – Fakten, Fakten, Fakten…

Racingcarz: Golf 7. Alles Neu? Alles Neu!

4 Gedanken zu „Der verflixte 7. Golf! – Macht der 7. Sinn?

  1. Also ich würde sagen es ging VW es eigentlich nur um Kosteneinsparungen durch den MQB da der rest ja wircklich nur eine Modellpflege ist…

  2. tja, schon von golf 5 auf “6” war es maßgeblich eine Kosteneinsparung (s. Türmodule etc., sog. “entfeinern”) die vorgezogen wurde.
    bzw. kleine korrektur, von wegen “auch der VW Golf 6 wurde größer”, nein,
    bei nahezu identischer Rohkarosse ggü dem Golf 5, wurde “6” minmalst an den Stoßfänger kürzer.

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