Interview mit einem Rockstar: Der neue Opel Adam Rocks im Fahrbericht!

Riga! Hauptstadt von Lettland und mit fast 700.000 Einwohnern gleichzeitig auch die größte Stadt des Baltikums. Riga ist eine alte Hansestadt, berühmt für die Jugendstilbauten und berüchtigt für die wunderschöne Altstadt. Die Innenstadt von Riga wurde 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt und ich darf gestehen, dass ich gerne länger geblieben wäre. Doch ich war nicht in Lettland im Riga kennen zu lernen, ich sollte einen Rockstar interviewen. Okay, etwas übertrieben, ich sollte den Rockstar eigentlich nur etwas besser kennenlernen.

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Der Opel Adam Rocks kommt gar nicht aus Riga, er ist also kein Sohn dieser Stadt. Der Adam Rocks stammt aus Eisenach, genauso wie sein kleinerer Bruder, der lieber in trendigen Stylings schlüpft und nur selten im Schlamm spielt. Wobei? In das richtige Gelände wagen kann man sich auch nicht mit dem Opel Adam Rocks. Wer übrigens lieber mal „schnell“ ein Video zum Opel Adam Rocks sehen möchte, kein Problem: Da habe ich hier für euch: Opel Adam Rocks – The Movie! Mit knapp 25 Minuten nicht unser längstes Ausfahrt.TV Video aber aktuell vermutlich das längste deutschsprachige Review zum Opel Adam Rocks mit dem neuen Turbo-Benziner:

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Der zeigt sich zwar optisch etwas höhergelegt, besser gesagt um 15mm, aber vermutlich auch nur damit man die formvollendeten 18″ Reifen / Räder in die verkleideten Radkästen bekommt. Optisch unterscheidet er sich durch die Kunststoffbeblankungen und natürlich durch den angedeuteten Unterfahrschutz. Serienmäßig rollt er auf 17″ Felgen, optional gibt es wie gesagt die 18 Zöller, die auf so einem Kleinwagen wirklich gut aussehen.

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Neu? Die Motoren und auch das optionale 6-Gang Getriebe. Das hatte ich damals beim Opel Adam noch kritisiert, denn das fehlte damals. Nun ist es da und es kommt natürlich nicht nur im Opel Adam Rocks sondern auch im normalen Opel Adam zum Einsatz. Unter der Haube hatten wir den nigelnagelneuen 1.0 Liter 3-Zylinder der Dank Turboaufladung über 115 PS verfügt.

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Das maximale Drehmoment liegt bei 170 Nm. Innerhalb von 9,9 Sekunden beschleunigt der City-Flitzer von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit soll bei 196 km/h liegen. Diesen Wert konnte ich in Lettland natürlich nicht ausfahren, denn ich wollte nicht hinter schwedische Gardinen sondern lieber noch etwas die verborgene Schönheit von Riga und den Opel Adam Rocks erkunden.

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Also – runter mit den Spendierhosen und erst einmal nachgezählt. Tatsächlich! Es sind nur 3 Zylinder vorhanden, dafür klingt er aber ganz angenehm. Das liegt an einer Ausgleichwelle, erst wenn er auf Touren kommt bzw. auf Drehzahl gebracht wird, dann hört man spürbar den Unterschied.

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Im Innenraum wirkt der Opel Adam Rocks übrigens fast gleich wie sein zivilerer Bruder bis auf eine Ausnahme: Das Dach! Hier haben wir ein Faltdach verbaut, welches man per Tastendruck öffnen und auch wieder schließen kann. 5 Sekunden dauert der Vorgang. Das Öffnen funktioniert bei jeder Geschwindigkeit, beim Schließvorgang darf man höchstens 140 km/h fahren. Ansonsten? Alles Prima! Die Servolenkung lässt sich per Tastendruck (City-Funktion) noch leichtgängiger schalten. Das Lenkrad selbst liegt gut und er Hand, lässt sich axial und vertikal verstellen und sämtliche Bedienungselemente lassen sich gut erreichen.

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Aufgeräumt zeigt sich auch das Dashbord. Das Infotainmentsystem, ein paar Tasten und darunter die Steuerung für die Klimaanlage / Heizung. Das ist aufgeräumt. Mir persönlich ist das Display allerdings etwas zu tief angeordnet.

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Auf den beiden vorderen Sitzen gibt es ausreichend Platz und auch das Raumgefühl stimmt. Griffe erleichtern den Ein- bzw. den Ausstieg und die vorderen Sitze verfügen über eine Easy-Entry Funktion, falls man denn doch mal nach hinten muss.

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Hinten? Strafbank! Nicht einmal meine Schwiegermutter würde ich dort platzieren wollen und die ist gerade mal 1,70m groß! Kinder? Passen! Iso-Fix Halterungen sind auch vorhanden, allerdings stelle ich es mir schwierig vor, kleinere Kinder in die Sitze zu setzen. Hinten fehlt eine Beleuchtung und die Fenster lassen sich bauartbedingt auch nicht öffnen. Haben wir das dem schwebenden Dach zu verdanken?

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Der Kofferraum? Tja, der ist klein. 170 Liter Volumen und wenn man den Subwoofer installiert hat, sind es sogar nur noch 95. Da passt also wahrlich nicht viel rein. Daher: Rücksitze, auf denen sowieso kein normal ausgewachsener Mensch ausreichend Platz hat, umlegen und sich über die maximale Zuladung von 354 kg und das vergrößerte Volumen von bis zu 663 Liter freuen.

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Fun-Fact: Der Opel Adam Rocks ist genauso lang, wie die Flugzeugkabine vom A321-200 breit ist. Nach einer kurzen Probefahrt erschließt sich für mich auch der Grund, warum Opel uns nach Riga eingeladen hatte. Wir sollten bestimmt mal den Opel Adam Rocks umparken. Umparken! Im Kopf! Übersichtlich ist der 3,75 kurze Zwerg ja, einparken und umparken war also kein Problem. Aber das Fahrwerk war in der Kombination mit den 18″ Reifen / Felgen wahrlich nicht geeignet für die schlechten Straßenverhältnisse in Riga.

Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher, Loch an Loch, ich fühlte mich wie in einer Zeitmaschine, denn ähnliche Fahrbahnbeläge hatte ich vor ein paar Monaten noch in Russland. Nun, ganz so weit ist Riga ja auch nicht enfernt. Riga ist für mich aber nun Rock-City und das liegt nicht nur am Opel Adam Rocks, der allgemein einen doch sehr positiven Eindruck hinterlassen hat.

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Ob Opel nun allerdings mehr Männer ansprechen wird (aktuelles Verhältnis der Käufer: 70% Frauen / 30% Männer), das steht in den Sternen. Ich würde vermutlich zum Opel Adam S greifen, der bekommt den 1.4 Liter Motor mit 150 PS unter die Haube und damit wird der Opel Adam zum Pocket Rocket, da bin ich mir ziemlich sicher.

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Worauf man sich auch noch freuen darf? Der Opel Adam bekommt einen kleineren Bruder. Der Karl! Der schließt dann demnächst die Lücke mit den Türen, denn den Adam gibt es nur mit 3 Türen, der Karl wird – obwohl kürzer – über 5 Türen verfügen. Während man bei Opel übrigens stolz verkündet, dass der Opel Adam „Made in Germany“ ist, wird der neue Karl in Korea vom Band laufen. Ob Karl wohl auch so ein schönes Interior bekommt wie der Adam?

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Das dieses allerdings ganz und gar nichts schlechtes bedeuten muss, sieht man beim aktuell Opel Mokka, der ebenfalls in Korea und nun auch im spanischen Saragossa gefertigt wird. Opel hat sich gemacht und Opel wird auch weiterhin einen guten und richtigen Weg einschlagen. Nun werden die Motoren erneuert und es ist auch mit weiteren Fahrzeugen / Fahrzeugderivaten zu rechnen, nur einen Opel Calibra – den werden wir in den kommenden Jahren wohl nicht so schnell wieder auf der Straße sehen.

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