Angetestet: smart electric drive – Mr. ED Jumps the Gun!

Mr. ED Jumps the Gun war (ist?) eine Musikband aus Berlin. Ich kann mich genau an zwei Song erinnern: “Wild Thang” und “Don´t ha ha” – beides Songs aus den glorreichen 90er Jahren und damals wagte auch Daimler mit dem smart einen Frühstart der sich auszahlen sollte. 1998 kam der erste smart auf die Straße und ich war zwar kein early adaptor aber fuhr im Jahr 1999 auch schon mal kurz einen smart zur Probe. Über 100.000 bunte Smarties werden derzeitig im Jahr abgesetzt. Einen beachtlichen Anteil sollen nun die ED´s ausmachen. Der smart electric drive durfte ich nun zusammen mit Bjoern Habegger in New York fahren. In der Stadt die niemals schläft ging es nicht durch enge Gassen, es ging rein in das Großstadtgetümmel.

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Big City Lights? So ein smart wirkt zwischen den Hochhausschluchten noch viel kleiner. Im Innenraum haben zwei Personen ausreichend Platz und dank dem Elektroantrieb auch durchaus viel Spaß. An der Ampel einen Frühstart wagen um noch mal schnell die Spur zu wechseln? Für den smart electric drive kein Problem.

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Bud Spencer und Terence Hill unterwegs mit Mr. ED – ich müsste lügen wenn ich nun sagen würde, dass ich nicht begeistert gewesen wäre. Begeistert von New York, beeindruckt vom smart! Endlich kein Kopfnicken mehr beim Schaltvorgang. SO hätte der smart von Anfang an sein müssen, da waren Bud äh Doug umpf Bjoern und ich uns schnell sicher. Miss Liberty konnte ich nicht fragen, aber ich denke sie hätte auch nichts dagegen wenn demnächst mehr von den kleinen, ruhigen Flitzern durch NYC stromern und die Luft nicht mehr verschmutzen. Positiver Nebeneffekt? Diese Ruhe! Im Auto! Herrlich!

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Wenn das Klickgeräusch vom Blinker lauter ist als der Motor bei Voll”gas”, dann sitzt man in einem Elektro-Auto. Der smart ED ist kein motorisierter Rollstuhl, er ist ein Lifestyle-Gadget. Interessanterweise kommt er sogar gut in New York an. Wir haben häufiger mal “die Spur gewechselt” und uns irgendwo reingedrängelt. Ich gehe jede Wette ein, wenn wir keinen smart gehabt hätten (in grün foliert mit I LOVE NY auf beiden Türen) wir wären nicht so gut durch den Verkehr gekommen. Man hat Rücksicht auf uns genommen und bis auf eine Ausnahme uns auch stets einfädeln lassen.

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One Night in NY – One smart hour! Etwas über eine Stunde sind wir gefahren, zu den Verbrauchswerten kann ich euch nichts sagen. Der Hersteller spricht von ca. 15,1 kW auf 100 km. Das Fahrzeug kann man Abends einfach einstecken und morgens wieder frisch geladen losfahren. Natürlich kann man auch einfach so zwischendurch immer laden, die Lithium-Ionen-Akkus nehmen einem das nicht mehr krumm.

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Natürlich hab ich nachgesehen, da steckt wirklich nur ein Elektromotor unter der Abdeckung. Bei Kick-Down bringt der bis zu 75 PS auf die Hinterachse und damit könnte man sogar mal einen kurzen Drift wagen. Machen wir uns nichts vor, der smart ist für die Stadt und nicht für die Autobahn gedacht. Wer jeden Tag weite Strecken fahren muss, der sollte sich nach einem günstigen Dieselmodell umsehen – wer allerdings sowieso schon nicht weiß warum er einen Luftverschmutzer in der Garage hat, weil er die täglichen Fahrten auch mit einem Zweirad erledigen könnte der dürfte mit dem smart ED einen guten Freund finden.

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Wie in fast jedem Angetestet-Beitrag, hier die “fiesen Fragen”:

Was ist das für ein Typ?

Ein kleiner, wendiger Stadtflitzer. Flott im Abzug, sauber und ruhig. Mit einer Reichweite von bis zu 145 km (NEFZ!) dürfte er auch den täglichen Bedarf von 80% der Verkehrsteilnehmer abdecken und das rein elektrisch!

Kann ich mich darin sehen lassen?

Unbedingt! Der smart ED versprüht etwas “niedliches” – dem kann keiner böse sein! Außer man hat vergessen das Fahrzeug zu laden. 6-7 Stunden dauert der Ladevorgang an der heimischen Steckdose.

Ist er praktisch und familientauglich?

Praktisch für die Stadt und bei der Parkplatzsuche auf jeden Fall, für die Familie ist er nur als Zweitfahrzeug geeignet.

Höhepunkt?

Das Getriebe! Das ich ein Getriebe im smart noch mal loben würde hätte ich nach den bisherigen Erfahrungen mit normalen Modellen auch nicht gedacht. Das Getriebe war immer der Schwachpunkt. Beim Schaltvorgang musste der Fahrer unweigerlich nicken, quasi als Bestätigung zum Wechsel der Schaltstufen. Das ist beim smart electric drive vorbei – von mir gibt es dafür nickende Anerkennung an die Entwickler!

Tiefpunkt?

Im Vergleich zum normalen smart ist er natürlich schon deutlich teurer, da muss man halt wissen ob das geniale Getriebe, die Leistung (bis zu 75 PS und 130 Nm) der Mehrpreis wert ist. Bei steigenden Spritpreisen könnte sich für Daily-Fahrer in der Stadt das Blatt auch schnell wechseln und der smart ED könnte sich schneller bezahlt machen als uns allen lieb ist.

Kann ich Ihn mir leisten?

Als Coupé kostet er  ca. 24.000 Euro, als Cabrio ca. 27.000 Euro. Das ist eine deutliche Ansage. Entweder hat man einen grünen Daumen, mag den Elektro-Fahrspaß oder möchte aber den Wechsel aktiv mitgestalten. Ein wenig Spaß muss sein… und ab und zu muss man halt auch mal einen Frühstart hinlegen!

3 Gedanken zu „Angetestet: smart electric drive – Mr. ED Jumps the Gun!

  1. Die 15,1 kWh/100 km sind keine Fahrwerte sondern inkl Ladeverluste, dabei wird das langsamste Laden entsprechend der Serianausstattung mit Ladekabel für normale Steckdose berücksichtigt (also 110V wie in USA). Europäischer Standard seit 2012.
    Da ist kein Getriebe im herkömmlichen Sinn. Da sind nur Zahnräder, die die Motordrehzahl auf die Raddrehzahl reduzieren und eine Differential-Funktion.

  2. Statt Komplettpreis (23680 EUR) wäre halt noch die Kombination mit den Miet-Batterie zu erwähnen, womit er ab 18910 EUR zu haben ist…

    Habt ihr auch ein Video von der N.Y.-Tour damit gedreht ?!?
    Womöglich könnte man auch fast den Rad-/Fußweg der Brooklyn-Bridge damit erklimmen…;o)

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