Fahrbericht: VW Polo “Fresh” 2014 Facelift – inkl. Video!

Man ist der groß geworden. Der aktuelle VW Polo wird dafür sorgen, dass demnächst die 14 Millionen Grenze überschritten wird und mit dem neuen VW Polo Facelift hat sich Volkswagen selbst übertroffen.

VW-Polo-Facelift-2014-Test-Fahrbericht-Video-Jens-Stratmann-2

Dieses mal kann ich es richtig kurz machen: Antrieb, Fahrwerk, Lenkung, Raumgefühl, Haptik = Top! Warum sollte ich es blumig umschreiben wenn es doch einfach so ist? Wie sparsam die neuen Motoren nun wirklich sind, kann ich nach den kurzen Testfahrten nicht sagen, aber die Leistung (gefahren bin ich die 90 PS Version als Benziner, einmal mit DSG und einmal mit Handschaltung) reicht! Flott in der Stadt, Flink über das Land und selbst auf der Autobahn war der neue VW Polo bei Tempo 140 km/h angenehm ruhig. Bei Tempo 185 km/h war dann Schluss, die Höchstgeschwindigkeit war erreicht und das Fahrgefühl immer noch enorm. Das Handling, das Einlenkverhalten, der Bodenkontakt. Und das obwohl mein “freshes Sondermodell” nicht einmal über das optional erhältliche, adaptive, Sportfahrwerk verfügte.

VW-Polo-Facelift-2014-Test-Fahrbericht-Video-Jens-Stratmann-4

Ich bin von den Fahreigenschaften wirklich begeistert. Begeistert bin ich auch vom Raumgefühl. Mit meiner Körpergröße von 1,75 sitze ich sehr gut in dem neuen VW Polo, der mit einer Länge von etwas über vier Metern und einer Breite von 1,95 inkl. Außenspiegel ja immer noch zu den Kleinstfahrzeugen gehört. Bei den optionalen Assistenzsystemen, da spielt er aber schon in der großen Liga. Auf der Autobahn freute ich mich über den adaptiven Tempomaten. Einmal die Höchst-Geschwindigkeit eingestellt konnte ich dem Vordermann quasi folgen, die Geschwindigkeit wird angepasst. Ein Staufolge-Fahren ist noch nicht möglich, aber man muss sich ja auch etwas Platz nach oben lassen.

VW-Polo-Facelift-2014-Test-Fahrbericht-Video-Jens-Stratmann-3

Nach oben, da hatte ich ausreichend Platz. Die Sitze sind in der Höhe verstellbar und selbst in der höchsten Positionierung hatte ich ausreichend Kopffreiheit zur Verfügung. Ablagen gibt es auch zahlreiche, die Getränkehalter versperren allerdings das Smartphone-Fach mit den Konnektivitätsmöglichkeiten. Größere Getränkeflaschen passen ohne Probleme in die großen Türtaschen. Groß ist auch das Handschuhfach bzw. die beiden Stauräume unter den Sitzen.

VW-Polo-Facelift-2014-Test-Fahrbericht-Video-Jens-Stratmann-6

Großartig ist das neue Infotainment-System, gut ablesbar, leicht zu bedienen. Der CD-Schacht wurde nun allerdings, etwas ungewohnt und vom Fahrersitz auch schlecht zu erreichen, ins Handschuhfach verlagert. Nun – ich muss gestehen ich höre kaum noch CDs sondern streame die Musik über mein iPhone. Das funktionierte tadellos, selbst die Titel wurden angezeigt und da geht der Trend auch hin.

Video:

Mirror-Link ist das Zauberwort, derzeitig können drei Smartphone-Hersteller da mithalten (Apple ist nicht dabei, bzw. auf einem eigenen Weg) und spiegeln quasi das Smartphone Display ins Auto. Das Auto nutzt die Apps vom Smartphone – allerdings nicht alle Apps. Leider! Spotify soll aber folgen, somit bin ich schon mal zufrieden.

Auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen könnte ich nun auf verdammt hohem Niveau jammern und sagen, dass mir das Bild der Rückfahrkamera etwas zu unscharf ist. Wer auf den Luxus verzichtet, der kann auch ohne gut einparken, denn es stehen optische und akustische Einparkhilfen zur Verfügung. Die Rundumsicht an sich ist – sofern die Rücksitzbank unbelegt ist – aber auch vollkommen in Ordnung.

VW-Polo-Facelift-2014-Test-Fahrbericht-Video-Jens-Stratmann-5

Auf der Rücksitzbank sehe ich, obwohl fünf Sitzplätze vorgesehen sind, nur vier Personen auf längeren Strecken bequem sitzen. Kindersitze lassen sich entweder über die ISO-Fix-Halterung oder aber auch über die ausreichende Gurtlänge befestigen. Die Fenster hinten lassen sich, auf Grund der Bauform, nicht komplett versenken – verfügen aber über einen Einklemmschutz für besonders ungeschickte Leute oder halt Kinder. Selbstverständlich kann man die elektronische Funktion vom Fahrersitz aus sperren und die hinteren Sitze verfügen auch über einen Kinderschutz. Wer sein Kleinkind im Maxi-Cosi z.B. lieber auf dem Beifahrersitz platziert freut sich über den abschaltbaren Beifahrerairbag. Wer Hunde oder Kinder kurzzeitig alleine im Auto lassen möchte, kann die Innenraumüberwachung der Alarmanlage per Knopfdruck ausschalten.

Ab Herbst gibt es den VW Polo übrigens auch mit LED-Scheinwerfern, aber auch die Xenon-Scheinwerfer machen mit den neuen LED-Tagfahrlichtern schon einen guten Eindruck. Weitere technische Features wären z.B. die Multikollisionsbremse. Nehmen wir mal an, ihr fahrt jemanden aufs Auto. In dem Fall bremst der VW Polo automatisch und verhindert somit schlimmere Unfallschäden. Die Müdigkeitserkennung überwacht das Fahrverhalten vom Fahrer und die City-Notbremsfunktion versucht Unfälle gar zu vermeiden.

VW-Polo-Facelift-2014-Test-Fahrbericht-Video-Jens-Stratmann-7

Was unter die Haube kommt entscheidet der Kunde, zunächst gibt es vier Benziner mit einer Range zwischen 60 und 110 PS oder aber drei Diesel Modelle mit einer Leistung zwischen 75 und 105 PS. Gefahren bin ich vermutlich die goldene Mitte, mit der man wahrlich nichts verkehrt macht. Das sparsamste Modell soll wohl der 75 PS starke VW Polo TDI BlueMotion sein. Bei diesem Fahrzeug gibt VW einen Verbrauch von 3,1 Liter auf 100 km an, auch hier könnte ich mir vorstellen, dass die gute Abstimmung von Lenkung und Fahrwerk, in Verbindung mit den sportlichen Sitzen, den Wert etwas nach oben treiben könnte, wenn der Fahrer den Fahrspaß hinterm neuen Lenkrad erleben möchte.

VW-Polo-Facelift-2014-Test-Fahrbericht-Video-Jens-Stratmann-1

Der Kofferaum bietet ein Volumen zwischen 280 und 951 Liter, der doppelte Ladeboden sorgt für eine fast ebene Ladefläche. Die Rücksitzelehnen können vom Kofferraum aus umgelegt werden. Die Heckklappe schwingt fast 2 Meter hoch, somit können Personen bis zu einer Größe von 1,80 Meter bequem darunter stehen.

Natürlich hat Volkswagen mit dem neuen VW Polo Facelift die Welt nicht komplett neu erfunden, aber warum sollte man ein sehr gutes Rezept auch grundsätzlich verändern. Verfeinert durch ein paar bessere Zutaten, sehr gut abgeschmeckt. Der neue VW Polo sieht nicht nur lecker aus, er fährt sich auch gut. Gut und günstig! Ab 12.450 Euro geht es los. Ja, es gibt günstigere Alternativen, aber meiner Meinung derzeitig keine besseren. Unser Testfahrzeug hatte einen Preis von ca. 20.000 Euro und war mit Klimaanlage, Sitzheizung, Mittelarmlehne, schönen Felgen, getönten Scheiben und und und sehr gut ausgestattet.

6 Gedanken zu „Fahrbericht: VW Polo “Fresh” 2014 Facelift – inkl. Video!

  1. Nur zum Verständnis, das Facelift ist keinen Millimeter größer geworden als die Version zuvor (!)

      1. Ach sooo, ihr hattet grundsätzlich den Polo V (Typ 6R) seit er beim Händler ist (Juni’09) noch gar nicht gehabt ?!

  2. Hallo, hatte der getestete Polo mit DSG auch ACC? Konnte der Wagen so bis zum Stand herunter bremsen und innerhalb von 3 Sekunden bzw. danach durch Antippen des Gaspedals wieder anfahren und dem Vordermann weiter folgen?
    Später steht nämlich, dass eine Staufolge-Fahrt nicht möglich ist. Aber was genau ist damit gemeint?

  3. Sehr guter und ausführlicher Test! Hat mir sehr gefallen.

    Eine Frage habe ich aber:
    Sind die Xenon-Scheinwerfer mit LED Tagfahrlicht im Fresh Serie oder ist das eine Sonderausstattung?

    LG

Kommentare sind geschlossen.