Zukunft von Opel in Bochum?

Opel hat nun Stellung genommen zu den Gerüchten die sich eigentlich ja schon seit Juni 2012 rumtreiben. Das Werk Bochum wird nach dem Opel Zafira welcher “voraussichtlich im Jahr 2016” auslaufen wird, keinen neues Fahrzeug mehr herstellen. Schade, dass diese Stellungnahme nun vermutlich erstmal ein paar Bochumern das Weihnachtsfest verhagelt. Stracke hatte man ja rechtzeitig aus der Schusslinie genommen, was macht er heute eigentlich? Sitzt er nun bei GM und schaut sich an was die anderen Repräsentanten machen? Mir tut es leid. Leid für die Mitarbeiter die nun erstmal in Ungewissheit leben, Leid um die Familien die dieses Jahr kein schönes Weihnachtsfest verbringen werden, denn der Gedanke “Was ist dann?” spielt sicherlich eine große Rolle und vor allem: “Was ist wenn der Zafira vor 2016 ausläuft?”. Der Leidtragende in diesem “Spiel” sind die Menschen am Band, die Zulieferbetriebe und die Region. Eine sowieso schon “schwache” Region. Auf der anderen Seite kann ich GM und somit Opel verstehen, das Unternehmen muss profitabler werden und dann muss man sich auch mal trennen können. Nun höre ich die Stimmen: “Motorsport, Fussball, aber Werke schließen!” – Tja, wer nicht wirbt – der stirbt! Wer zuviel wirbt – der stirbt auch! Ein Mittelmaß muss her und da sehe ich Opel! Im Mittelfeld! Ein Auto für diejenigen die am Band stehen, ein Auto für diejenigen die noch zu Fuß zur Bank gehen, ein Auto für diejenigen die zum Fußball sprinten egal ob vorne oder hinten.

Opel macht ein paar Versprechen, die ich euch gerne ungefiltert mitteilen möchte, darunter findet ihr die offizielle Pressemitteilung – unverändert – damit die Info 1:1 ankommt. Ich hab mir erlaubt ein paar Stellen, wo sich Opel “absichert” fett zu markieren.

Komponentenfertigung könnte neu angesiedelt werden

Initiative „Bochum Perspektive 2022“ zur Erhaltung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze

Verhandlungsziel: betriebsbedingte Kündigungen vermeiden

Attraktive Abfindungsangebote

Standort Deutschland bleibt Heimat und Rückgrat für Opel

Teil des Zehnjahresplans „Drive! 2022“

Der Vorstand der Adam Opel AG hat heute die Beschäftigen des Unternehmens darüber informiert, dass im Werk Bochum mit Auslauf des aktuellen Zafira – voraussichtlich im Jahr 2016 – keine Produktion von kompletten Fahrzeugen mehr geplant ist. Bereits im Juni hatte Opel angekündigt, dass kein Nachfolge-Modell für den Zafira Tourer in Bochum angesiedelt werden kann. Trotz intensiver Anstrengungen ist es nicht gelungen, diese Situation zu ändern. Die Hauptgründe dafür sind der dramatisch rückläufige europäische Automobilmarkt und die enormen Überkapazitäten in der gesamten europäischen Automobilindustrie.

Am Opel-Standort Bochum wird das Warenverteilzentrum auch nach 2016 erhalten bleiben – und eventuell ausgebaut. Zudem verhandelt die Geschäftsleitung mit der Arbeitnehmervertretung über die Ansiedlung einer wirtschaftlichen Komponentenfertigung. Darüber hinaus ist es Ziel der kürzlich auf Initiative von Opel gegründeten Arbeitsgruppe „Bochum Perspektive 2022“, in Bochum und im gesamten Ruhrgebiet bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus Vertretern der Adam Opel AG, politischen Repräsentanten der Stadt und der Region sowie führenden regionalen Kräften aus Arbeitnehmerschaft, Industrie, Hochschule und Finanzwirtschaft. Die Entwicklungs-Gesellschaft wird nicht nur personell, sondern auch finanziell von Opel unterstützt.

„Wir bauen auf die ‚Bochum Perspektive 2022‘. Und wir haben die klare Absicht, eine signifikante Zahl von Mitarbeitern bei der Adam Opel AG auf tariflichen Arbeitsplätzen in Bochum abzusichern – im Lagerbereich und in der möglichen Komponentenfertigung. Opel ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und wird alles tun, um den dennoch notwendigen Stellenabbau in Bochum fair zu gestalten. Das Ziel der Verhandlungen mit dem Betriebsrat ist es, bis 2016 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen“, sagt Steve Girsky, GM Vice Chairman, Vorsitzender des Opel-Aufsichtsrats und Präsident von GM Europe.

„Der Standort Deutschland ist unser wichtigster Markt und mit rund 20.000 Mitarbeitern das Rückgrat und die Heimat unserer Marke. Und das bleibt auch in Zukunft so“, betont Opel Vize-Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Sedran. Verantwortung trage Opel auch für seine Händler. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es rund 320 Opel-Händler mit fast 5.300 Mitarbeitern.

Die heutige Ankündigung ist Teil des Langfristplans „Drive! 2022“. Er hat das Ziel, Opel bis Mitte des Jahrzehnts wieder zur Profitabilität zu führen. Neben mehr Kosteneffizienz setzt der Plan auf eine neue Vertriebsstrategie, eine Stärkung des Markenimages sowie eine Export- und Modell-Offensive. Von 2012 bis 2016 wird Opel insgesamt 23 neue Modelle und 13 neue Motoren in den Handel bringen.

Soweit die offizielle Pressemitteilung von Opel bzw. die Stellungnahme. Wir haben also viel von Zielen gelesen die erreicht werden müssen, von Absichten, von Eventualitäten. Tja, in die Zukunft schauen kann keiner und die Aussage, dass “bis 2016 keine betriebsbedingten Kündigungen” ausgesprochen werden sollen beruhigt sicherlich auch keinen Mitarbeiter der in Bochum am Band steht, denn vermutlich, wahrscheinlich, eventuell läuft der Zafira ja bis zu dem Zeitpunkt auch noch vom Band! Was passiert also nach 2016? Was passiert wenn der Opel Zafira schon vorher eingestellt wird? Fragen über Fragen auf die es die nächsten Jahre keine Antwort geben kann und wird. Ich wünsche der Marke Opel das was sie verdient: Kunden aus der Mittelschicht, den Kumpeltyp, der auf das akutell etwas negativ angehauchte Image “scheisst” und sich von der Qualität und der Haptik der neuen Opel Modelle überzeugen lässt. Das Problem: So wirklich schlechte Autos gibt es überhaupt nicht mehr, das spürt nun auch Opel bzw. jeder andere Hersteller. Die Zeiten werden nicht besser, oder etwa doch? Auch hier versagt meine Glaskugel! Hoffen wir das Beste! Ich wünsche den Opel-Mitarbeitern die sich täglich abschuften auf jeden Fall ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und wer weiß? Eventuell wird in Bochum ja demnächst der neue Hyundai x-beliebige Wagen hergestellt? Dann werdet ihr auch weiter gebraucht! Das Leben geht und dreht sich immer weiter, nicht den Kopf in den Sand stecken!

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