Probefahrt – Fahrbericht: Nissan GT-R / GTR 2013

Ich muss über dieses Fahrzeug gar nicht viele Worte verlieren. Der Nissan GT-R verfügt über einen Allradantrieb. Der Nissan GT-R verfügt mit 550 PS auch über ausreichend Leistung. Der Nissan GT-R wird über ein Doppelkupplungsgetriebe geschaltet und er fährt sich nicht nur wie ein Supersportwagen, er hört sich auch noch so an.

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Der 3,8 Liter V6 Motor verfügt über zwei Turbolader, die schaufeln Frischluft in den Brennraum und erhöhen so den Wirkungsgrad. Der Motor ist so bissig, dass die Beschleunigung zur kurzzeitigen Gesichtsstraffung reicht. Mit einem maximalen Drehmoment von 632 Nm reißt der Motor förmlich an der Kurbelwelle und wenn wir uns mal kurz die Beschleunigungswerte ansehen, dann schauen wir grinsend zu den Mitbewerbern: 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h! Die Höchstgeschwindigkeit? Die liegt bei ca. 315 km/h, ich habe mich  nur bis Tempo 311 getraut. Bei solchen Geschwindigkeiten wird die Straße ganz schön eng und jeder andere Verkehrsteilnehmer zur potenziellen Gefahr.

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Ganz ohne Gefahr könnt ihr euch nun das Video ansehen:

Gefahrlos konnte ich die Gänge wechseln. Kein Wunder, ist bei dem 6 Stufen-Doppelkupplungsgetriebe ja stets der nächste Gang schon “vorgewählt”. Die Schaltwippen sind zwar fest an der Lenksäule verbunden (sie drehen sich nicht mit), sind allerdings groß genug dimensioniert, so dass man diese stets gut erreichen kann. Im Automatischen Modus funktioniert dieses ebenfalls zügig.

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Ist die Straße trocken, schiebt der Nissan GT-R wie ein reiner Hecktriebler über die Hinterräder nach vorne. Bei weniger guten Straßenverhältnissen kann bis zu 50% der Kraft nach vorne schieben. Kraft ist vorhanden, der Nissan GT-R bekommt diese auch besonders gut auf die Straße und das Fahrwerk? Das ist sportlich, straff – so wie man es sich wünscht. Der Nissan GT-R ist ein Hypersportscar zum Sportwagenpreis, daran zweifel ich nun nicht mehr. Der Verbrauch? Ach, wisst ihr was? Wer weniger verbrauchen mag, der soll sich einen Nissan Leaf kaufen, damit kann man auch auf die Nordschleife. Viel mehr Spaß dürfte es mit dem Nissan GT-R machen, vor allem macht das mehr Sinn.

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Während andere Hersteller die Bremssättel bei sportlichen Fahrzeugen in Rot lackieren / pulvern, sind diese beim Nissan GT-R goldig. Die 390er Bremsscheiben an der Vorderachse und die 380er Scheiben an der Hinterachse sorgen für eine 1A Verzögerung. Gelocht, Innenbelüftet und schwimmend gelagert – viel mehr kann man gegen die Überhitzung wahrlich nicht mehr machen. An der Vorderachse drücken 6-Kolben die Bremsbeläge auf die Scheiben, hinten reichen 4-Kolben um die Bremsklötze zum Radiergummi zu degradieren. Wer später bremst, ist länger schnell. Wer verstärkt bremst oder Gummi gibt, muss sich über einen höheren Verschleiß nicht wundern. Hey, wir sprechen hier über ein Fahrzeug, welches man durchaus im Alltag bewegen kann, aber welches trotzdem Supersportfahrzeug-Werte liefert und nicht über den Familienbomber.

Alltagstauglich? Nun, den Kofferraum habe ich beim Wochenendeinkauf (ohne Getränke) nicht voll bekommen (315 Liter Volumen), auf die hinteren beiden Sitzplätze würde ich allerdings nur meine Kinder setzen und keinen Erwachsenen. Selbst am eigenen Leib erfahren und gegen die Heckscheibe gestoßen und das obwohl ich nur 1,75 groß bin.

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Was ist neu beim Nissan GT-R im Jahre 2013? An der Front ist ein neu gestalteter Stoßfänger montiert, hier sind nun auch die LED-Tagfahrleuchten integriert. Durch den Lufteinlass gibt es mehr Anpressdruck und das will man bei so einem Fahrzeug natürlich realisieren. Der cw-Wert beträgt nun 0,26 – der Verbrauch kombiniert weiterhin 11,8 Liter – ich muss euch nicht erzählen, dass man diesen Wert toppen wird, oder?

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Hinterm Lenkrad (übrigens axial und vertikal über zwei getrennte Hebel zu verstellen) sitzt man auf sehr guten Recaro-Sportsitzen, die Schalter im Nissan GT-R sind sehr gut angeordnet und auch das Infotainment-System lässt sich sehr gut bedienen. Gefreut habe ich mich über die Tatsache, dass ich über das Lenkrad meine Spotify-App steuern kann.

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Andere dürften sich über die zehn verschiedenen Bildschirmdarstellungen freuen. Auf dem 17,8 cm breiten Display kann man sich fast alles anzeigen lassen, von der Drosselklappenstellung bis zu den Beschleunigungskräften, von der Öltemperatur bis zum Ladedruck. Ich behaupte nun einfach mal, dass der Nissan GT-R alles anzeigen kann, was irgendwie nur irgendjemanden interessieren könnte.  Gleichzeitig dient das Display auch dem Navi, der Rückfahrkamera und der Audio-Anlage.

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Das BOSE-Soundsystem fand ich ausreichend, die schönste Geräusche macht der Nissan GT-R sowieso wenn die Musik aus bleibt. Optisch gelungen finde ich den Carbon-Heckspoiler der Nissan GT-R Blackedition. Selten ein Fahrzeug gesehen wo so eine “Theke” so gut aussieht und sich dabei auch noch so wertig anfühlt.

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Bringen wir es auf den Punkt: Wer ca. 100.000 Euro investieren möchte, wird keinen besseren Sportwagen (von den Leistungen) bekommen, wer auf 2 Sitzplätze, etwas Leistung, etwas Ausstattung usw. verzichten kann, der darf ist trotzdem bei Nissan richtig, denn für die Zielgruppe hat der japanische Automobilhersteller den Nissan 370Z im Angebot. Ein Fahrzeug was nicht nur rein zufällig über eine fast identische Dachlinie verfügt. Ihr wollt eine weitere Meinung zum Nissan GT-R lesen? Dann schaut mal rüber zum Jan: klick

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2 Gedanken zu „Probefahrt – Fahrbericht: Nissan GT-R / GTR 2013

  1. Der Nissan GT/R eine Rennmaschine ohne Allüren. Habe dieses Sportgerät live auf der Nordschleife erleben dürfen.Mein Fazit: Eine unglaubliche Fahrmaschine zu einem attraktiven Preis. Wo bekommt man für 100.000 Euro so viel Sportwagen?

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