Weltpremiere: Audi h-tron quattro concept – Audi Q6 / NAIAS 2016

Die neue Konzeptstudie Audi h-tron quattro concept soll eine große Reichweite mit kurzen Betankungszeiten und sportlichen Fahrleistungen verbinden. Soviel verrät Audi, außerdem, dass sie alle neuen Technologien für das pilotierte Fahren mitbringt, die in 2017 im neuen A8 in Serie gehen soll.

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Nun mal zu den Details. Die VW-eigene Brennstoffzelle der fünften Generation ist im Vorderwagen montiert. Durch leichtere Materialien wird die ganze Einheit wirtschaftlicher und hat somit einen Wirkungsgrad von 60 Prozent und schlägt so jeden Verbrennungsmotor. Auch Leistung, Ansprechverhalten und Lebensdauer sollen dadurch verbessert worden sein. Sie hat eine Leistung von bis zu 110 kW und ihre drei mehrlagigen Wasserstoff-Tanks (mit 6 kg Gesamtvolumen) speichern bei 700 bar Druck ausreichend Wasserstoff für bis zu 600 km Reichweite. Die Lithium-Ionen-Batterie liegt etwa mittig unter der Fahrgastzelle. Sie wiegt weniger als 60 Kilogramm und liefert bis zu 100 kW zusätzlicher Leistung an die beiden E-Motoren. Dieser Schub dient zum schnellen Beschleunigen und speichert beim Bremsen die Rekuperationsenergie.

Ich durfte übrigens schon im Audi h-tron quattro concept sitzen, seht hier also meine ganz persönliche Sitzprobe und natürlich das Fahrzeug im Video:

Mit 550 Nm Systemdrehmoment beschleunigt der Audi h-tron quattro in nur 7 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt. Die beiden E-Motoren leisten 90 kW vorne und 140 kW hinten und machen den h-tron quattro concept zum elektrifizierten quattro, bei dem das Zusammenspiel der Aggregate von einem intelligenten Management je nach Situation geregelt wird. Über eine elektrische Klappe im vorderen Kotflügel wird das SUV betankt, dies geschieht innerhalb von 4 Minuten. Die Tankfüllung reicht für bis zu 600 Kilometer, laut NEFZ liegt der Verbrauch bei etwa einem Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer. Eine Wärmepumpe für die Klimatisierung des Innenraums und das weltweit größte Solardach mit bis zu 320 Watt Leistung oder bis zu 1.000 Kilometer zusätzlicher Reichweite pro Jahr sollen für noch mehr Effizienz sorgen.

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Das zFAS ist das neue Fahrer-Assistenz-Steuergerät, in dem alle Daten von Radar, Kamera und Umfeldsensorik zusammenlaufen. Es errechnet in Echtzeit ein vollständiges Umgebungsmodell des Autos und stellt die Informationen den Assistenzsystemen und den Systemen für das pilotierte Fahren zur Verfügung. Sie sollen den Fahrer entlasten, indem sie ihm zwischen 0 und 60 km/h das Lenken abnehmen. Sie können beim Einparken oder im Stop-and-Go-Verkehr auf Autobahnen bis 60 km/h die Fahraufgabe übernehmen. Der Fahrer soll zukünftig das Auto von außen mit dem Funkschlüssel oder Smartphone ein- und ausparken können.
Optisch macht das SUV einiges her. Große 22-Zöller drehen sich in den breiten Radhäusern, dazwischen befinden sich die kantigen Schweller. Die flache Silhouette wirkt durch das niedrige, hinten eingezogene Glashaus besonders sportlich.

Die Studie ist bei 1,93 m Breite, 2,91 m Radstand und 4,88 m Länge auch nur 1,54 m hoch. Durch Kameras ersetzte Außenspiegel und bewegliche Aerodynamik-Elemente (beispielsweise Spoiler und Diffusor) am Unterboden, den Seiten und dem Heck ermöglichen einen cw-Wert von 0,27 und sollen die hohe Reichweite und die Effizienz unterstützen. Die Türgriffe sind in der Karosserie versenkt und fahren bei Berührung aus. Die sonst fließende Schulterlinie zeigt über den Radhäusern markante Blister-Konturen, als Hinweis auf den elektrifizierten quattro-Antrieb.

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Die Scheinwerfer bestehen aus zwei Teilen, oben leuchten sie in der hoch auflösenden Matrix LaserTechnologie. Der untere Teil bildet die Lichtsignatur. Horizontal angeordnete OLED-Elemente geben seitlich und nach oben ein homogenes blaues Licht ab. In die Schweller sind weiße LEDs integriert, die dem Fahrer den Weg zum Auto oder vom Auto weg ausleuchten. Wenn das Auto pilotiert fährt, leuchten seitlich blaue horizontale Linien als Erkennungsmerkmal. Auch die Heckleuchten sind zweigeteilt, die oberen Bereiche integrieren je neun stehende rote OLED-Einheiten, darunter befinden sich drei liegende. Die Schulterlinie läuft hinten am Kofferraumdeckel entlang, ein LED-Lichtleiter betont gleichzeitig die Breite des Fahrzeugs.

Auch das Fahrwerk unterstreicht den dynamischen Charakter des Audi h-tron quattro concept. Die adaptive air suspension sport (Luftfederung mit geregelter Dämpfung) soll zur Effizienz beitragen. Es senkt mit zunehmendem Tempo die Karosserie in zwei Stufen bis zu 30 mm ab und verringert so den Luftwiderstand. Geregelt wird es über dasSystem Audi drive select.

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Im Innenraum können vier Personen auf vier bequemen Einzelsitzen Platz nehmen. Sowohl vorne als auch hinten haben sie ausreichen Kopf- und Beinfreiheit. Im Innenraum ist es durch die gute Aeroakustik auch bei höheren Geschwindigkeiten angenehm leise. Die beiden Fondpassagiere können mit den Audi tablets, ebenfalls mit OLED-Displays, Daten mit dem Fahrer austauschen und via LTE surfen. Die Tablets sind als mobiles Rear Seat Entertainment konzipiert und können auch außerhalb des Fahrzeugs genutzt werden. Der Kofferraum fasst regulär 500 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sogar 1.610 Liter.

Beim Beladen hilft ein „Gepäckraum-Butler“, der die einzelnen Teile über Sensoren erfasst und auf einem Monitor die Beladungsreihenfolge anzeigt. Die Architektur des Innenraums ist fahrerorientiert und wird von großen OLED-Displays dominiert. Der Fahrer blickt auf drei große Displays, mittig das Audi virtual cockpit curved OLED, daneben zwei Touch-Displays. Mit dem linken von ihnen werden das Licht und die Systeme für das pilotierte Fahren gesteuert, mit dem rechten die Medien und die Navigation, außerdem zeigt es die Betriebszustände des Antriebs. Auf den Speichen des Lenkrads befinden sich konturierte Touch-Flächen, die nach jeder Eingabe eine leichte Vibration als Bestätigung abgeben. Der Wählhebel für den Fahrmodus befindet sich auf der Konsole des Mitteltunnels. Vor ihm befinden sich zwei weitere OLED-Displays für Antriebsstatus, Klimatisierung und frei programmierbare Info-Funktionen wie Wetter oder Termine. Das vordere von ihnen lässt sich über Gesten steuern. Die beiden gekurvten Displays im vorderen Bereich der Türen dienen als digitale Außenspiegel, die bei allen Lichtverhältnissen ein blendfreies Bild zeigen sollen.

Ich bin gespannt: a) wie viel wir später von diesem Concept in der Serie wieder sehen und zum anderen wie es sich mit dem Wasserstoffantrieb weiterentwickelt.

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