Neuer Nissan Micra Fahrbericht (2017 – K14) | Test | Kaufberatung | Fotos

Dubrovnik. Eine Stadt im südlichen Kroatien, direkt an der Adria. Spitznamen hat die Stadt auch: Perle der Adria oder aber auch kroatisches Athen. Seit 1979 wurde die gesamte Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerben aufgenommen. Filmfans kennen Dubrovnik! Denn hier im Umland wurden Teile von Game of Thrones gedreht und auch Szenen des Films Star Wars Episode 8 sind in Dubrovnik entstanden.

Doch ich bin nicht in Dubrovnik gewesen um Sightseeing zu machen, ich wollte mir eine ganz andere Sehenswürdigkeit anschauen: Den neuen Nissan Micra! Etwas ausführlicher ist er geworden mein Nissan Micra Fahrbericht, etwas anders auch.

Mit dem neuen Nissan Micra geht der japanische Hersteller in die fünfte Generation. Wir hatten in unserer Familie den ersten, an den kann ich mich sogar noch gut errinnern.

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Die Geschichte vom Nissan Micra ist wie das Umland von Dubrovnic, teilweise sehr beindruckend, manchmal auch mit viel Höhen und Tiefen. Wurden von dem ersten Nissan Micra (K10) über 203.000 Fahrzeuge verkauft, überholte der zweite Nissan Micra (K11) den Erfolg sogar noch. 253.000 Fahrzeuge wurden davon in Deutschland verkauft. Mit dem K12 (dem dritten Micra) ging es dann zurück, in 8 Jahren konnten nur 124.000 Einheiten abgesetzt werden und den K13, sprich den aktuellen Nissan Micra, kann man mit knapp 75.000 verkauften Einheiten innerhalb von sechs Jahren durchaus als Flop bezeichnen.

Doch lasst uns nicht in Erinnerungen schwelgen, sondern den Blick auf den neuen Micra richten:

Nissan sagt, dass der neue Micra vor allem effizienter, geräumiger und sicherer geworden ist. Bei Fahrveranstaltungen tue ich mich stets schwer den Verbrauch zu ermitteln, dass liegt vor allem daran, dass man die Fahrzeuge mit Kollegen teilt, man nicht selber tankt und auch nicht immer gleiche Routen fährt. Einen Crash-Test werden wir in Dubrovnik natürlich auch nicht nachstellen. Schauen wir uns also das Platzangebot, die Verarbeitung, die technischen Highlights an und dann sprechen wir noch über den ersten Fahreindruck.

Neuer Nissan Micra Fahrbericht

Los geht es mit dem Thema Design: Farbenvielfalt und diverse Möglichkeiten zur Personalisierung bietet der neue Micra, darüber hinaus unterscheidet er sich deutlich vom eigenen Vorgänger. Er sieht meiner Meinung nach besser und erwachsener aus, nicht mehr ganz so niedlich, aber das ist ja Geschmacksache. Mir gefällt er.

Die Neuauflage ist flacher, breiter und länger als der Vorgänger. Das könnte man sportlicher nennen, vor allem aber moderner. Der Radstand beträgt 2.52 m und kommt den Insassen zu Gute, die Gesamtlänge beträgt nun knapp vier Meter, er ist mit Spiegel 1,93 breit und 1,45 hoch. Schaut man sich die Front an, dann endeckt man Bumerang-förmige Scheinwerfer und den markentypischen „V-Motion“-Kühlergrill. Das Dach scheint dank schwarzen B- und C-Säulen zu schweben. Der Spoiler hinten hat sicherlich auch aerodynamische Gründe, unterstreicht aber den sportlichen Auftritt.

Der Kleinwagen mit Premium-Charakter, LED Scheinwerfer, Klimaautomatik, Bose Soundsystem, modernes Infotainmentsystem, 360° Kamera, aktiver Spurhalte-Assistent, Fernlichtassistent oder eine Verkehrszeichenerkennung. Kann man, teilweise optional, alles haben.

Fotos vom neuen Nissan Micra (K14) – Energy Orange:

Schauen wir uns nun die glorreichen Punkte beim neuen Micra an, die mich begeistert haben:

1. Die Optik! Die gefällt mir richtig gut, vor allem die Front. Hier hat Nissan defintiv an den richtigen Stellschrauben gedreht.

2. Der Innenraum! Aufgeräumt, gut gestaltet, intuitiv zu bedienen. Alles ist am richtigen Fleck, fast alles ist selbsterklärend und Optik und Haptik sagen mir ebenfalls zu.

3. Das Infotainmentsystem verfügt über die modernsten Konnektivitätsmöglichkeiten, bietet als z.B. Apple Carplay und Co an. Ich mag das, vor allem um meine Musik via Spotify abspielen zu können und ich habe immer noch die Hoffung, dass Apple mehr Apps zulässt für CarPlay wenn sich noch mehr Kunden dafür entscheiden. Im Nissan Micra gibt es Car Play, allerdings ab Marktstart nur in der Acenta-Ausstattung, NCONNECTA und TEKNA gehen da derzeitig noch leer aus. Dort funktioniert das Musikstreaming über Spotify und SIRI zwar auch, aber ohne die CarPlay Integrierung. Beim nächsten Infotainmentsystem Update spielt Nissan aber auch hier wieder mit.

4. Das Platzangebot auf den vorderen beiden Sitzplätzen. Mehr als ausreichend. Die Sitzposition ist auch vollkommen in Ordnung für mich (ich bin 1,75 groß). Die Gurte verfügen über eine Höhenverstellung, das gleiche gilt für den Fahrersitz. Die Lenksäule ist ebenfalls axial und vertikal verstellbar. Somit habe ich schnell eine geeignete Sitzposition gefunden. Der Beifahrersitz verfügt über keine Höhenverstellung.

5. Die Individualisierungsmöglichkeiten! Derzeitig gibt es über 120 verschiedene Möglichkeiten sich seinen Traum-Micra zusammen zustellen. Knallige Farben stehen dem kleinen Franzosen mit japanischen Wurzeln sehr gut. Ja, der Micra läuft in Frankreich vom Band.

6. Das unten abgeflachte Lenkrad liegt super in der Hand und bietet verschiedene Tasten die ebenfalls gut zu ereichen sind.

7. Handbremse! Der Nissan Micra hat nicht diese elektronischen Handbremsen, sondern noch so einen richtigen Handbremshebel. Herrlich. Steh ich total drauf.

8. Ablagen hat er auch genug, zwei Getränkehalter in der Mittelkonsole, Getränkefächer in den Türtaschen und ein kleines Handschuhfach.

9. Das Fahrverhalten. Zugegeben, das kommt in diesem Nissan Micra Fahrbericht etwas zu kurz, aber ich habe da nichts zu meckern. Behält man im Hinterkopf, dass wir ein Kleinwagen fahren den man schon recht günstig erstehen kann, dann fährt man hier sehr sehr gut. Die Lenkung ist leichtgängig und direkt, das Fahrwerk gut abgestimmt und die Bremsen zeigen sich ausreichend groß dimensioniert. Dabei verfügen sie auch über einen guten Druckpunkt.

10. Die Leistung! Den Nissan Micra gibt es mit einer Leistungsrange zwischen 73 und 90 PS! Klar, ich würde zum 90 PS Modell greifen. Hier hat man die Wahl zwischen Selbstzünder oder Benziner. Gekoppelt sind die kleinen Motoren stets an ein manuelles 5-Gang Getriebe. Jetzt spielen wir noch kurz Zukunftsmusik: Ich sehe einen Nissan Micra Nismo mit einer Leistung von über 115 PS, dann noch ein 6-Gang Schaltgetriebe und ich kann mir auch gut vorstellen, dass in absehbarer Zeit auch der Micra eine Automatik bekommt. Da hoffe ich auf ein DCT von Renault und nicht auf das CVT von Nissan.

11. Farbe! Der Nissan Micra bringt endlich mal wieder Farben ins Spiel und macht hoffentlich demnächst den Alltag wieder etwas bunter. Ein kräftiges hellgrün, ein tolles Rot oder aber auch das Orange was ihr nun die ganze Zeit sehen.

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Etwas zu kritisieren habe ich natürlich auch gefunden, weiter geht es mit dem Nissan Micra Fahrbericht.

1. Ich mag die hohe Ladekante nicht, da man die Gepäckstücke erst über eine Stufe heben muss. Das Schicksal teilt sich der Nissan Micra mit fast allen anderen Kleinwagen. Das Kofferaumvolumen zwischen 300 und 1004 Liter geht allerdings vollkommen in Ordnung. Legt man die Rücksitzlehnen um, welches im Verhältnis 60:40 funktioniert, bleibt eine Stufe stehen.

2. Der Micra verfügt zwar über ISOFIX-Kindersitz-Befestigungspunkte, hinten auf den äußeren Plätzen, aber über keine elektrischen Fensterhebern. Mensch, warum nicht? Ich kann es nicht verstehen. Immerhin kann ich den vermutlich dann fehlenden Einklemmschutz nicht monieren, aber ich hab als Fahrer gerne die Fenster der Kinder im Griff. Fünf Sitzplätze gibt es, mehr als vier Personen sehe ich hier nicht, auf längeren Strecken bequem nur zwei. Die elektrischen Fensterheber sollen zu einem späteren Zeitpunkt noch in Sortiment aufgenommen werden.

3. Ich bin kein großer Freund von Trommelbremsen an der Hinterachse. Die sind ausreichend dimensioniert für den Nissan Micra, ganz ohne Zweifel. Aber man kann als Laie und Aussenstehender nicht sehen ob die Beläge schon an der Verschleissgrenze sind.

4. Wir leben im Jahr 2017, Fahrer und Beifahrer haben in der Regel ein Smartphone und sind ständig auf der Suche nach einer Lademöglichkeit. Im Nissan Micra gibt es zwar an passender Stelle eine 12 Volt Steckdose und einen Aux-In Anschluss, aber leider auch nur einen USB-Port. Zwei würde ich hier bevorzugen.

5. Beim Spurhalte-Assistent lenkt der Nissan Micra nicht, sondern er korrigiert durch einen Bremseingriff, klar – ist eine Kostenfrage, geht aber definitiv inzwischen besser. Den Notbremsassistenten haben wir nicht ausprobiert.

6. Durch die veränderte Optik, vor allem was die C-Säule betrifft, ist die Rundumsicht im Vergleich zum eigenen Vorgänger etwas schlechter geworden. Daher mein Ratschlag. 360° Kamera oder zumindest die Parkpiepser mitbestellen, das dürfte das Einparken erleichtern.

7. Durch das abfallende Dach haben hinten nur Personen bis zu einer Größe von 1,80 ausreichend Kopffreiheit. Sitzriesen sollten also lieber vorne reisen.

8. Das Bose-System ist perfekt auf den Fahrer ausgerichtet. Kleinwagen werden in der Regel alleine bewegt, von daher alles gut. Als Familienvater sehe ich das skeptisch, denn hinten gibt es im Nissan Micra keine Lautsprecher, sprich ich kann die Hörspiele meiner Kinder nicht nach hinten schieben.

Der Basispreis liegt bei 12.990 Euro, damit ist er im Vergleich zum eigenen Vorgänger schon teurer geworden. Für einen gut ausgestatteten Nissan Micra, mit dem großen Benziner und etwas Luxus wird man auch gut und gerne 20.000 Euro und mehr investieren. Wer das möchte, dem empfehle ich die besseren Ausstattungslinien, da hier schon einige Features mit einkalkuliert wurden, es sei denn man möchte Car Play haben.

Dennoch, ich würde derzeitig fast jede Wette eingehen, dass der neue Nissan Micra die 75.000 verkauften Einheiten vom K13 ohne Probleme übertrifft, übertrumpft und somit den eigenen Vorgänger noch mehr in den Schatten stellt. Die Idee mit dem “Weltauto” mag ja interessant sein, aber wir sind halt doch im Anforderungsprofil alle zu verschieden, da passt der neue Nissan Micra viel besser zum europäischen Markt.

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