2020 SKODA SLAVIA Azubi Concept Car

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2020 Skoda Slavia? Dazu muss man wissen, dass unter dem Namen SLAVIA die ersten Fahrräder vertrieben wurden, welche die ŠKODA AUTO Gründerväter gemeinsam gebaut haben. Das war vor etwas über 125 Jahren und bei Skoda spürt man: Tradition verpflichtet!

Die Tradition der ŠKODA Azubi Cars besteht nun schon seit 2014. Azubis der ŠKODA Berufsschule in Mladá Boleslav dürfen seitdem jedes Jahr ein Konzeptfahrzeug planen, entwickeln und auch selbst bauen und nun stellen die Auszubildenen bereits das siebte Azubi-Car auf die Räder.

Der historische Name Slavia passt ideal zu der Idee der Studenten, mit dem modern gezeichneten SCALA eine Zeitreise in die Vergangenheit zu machen. Denn zu den Anfangszeiten waren Automobile zunächst offene Fahrzeuge, das Dach kam erst später.

Mit dem Azubi-Car 2020 brechen die Studenten also mit allen Konventionen, denn wie man unschwer erkennen kann wurde aus dem Skoda Scala ein Spider.
Weitere gezielte Veränderungen an der Karosserie lassen den Skoda Scala Spider, Verzeihung den Skoda Slavia sportlicher und entschlossener auftreten. Auf der einen Seite puristisch, auf der anderen mit vielen technischen Raffinessen.

Ich hab nun einfach mal die wichtigsten Fakten und Veränderungen für euch zusammengetragen, doch nehmt es mir nicht übel, wenn ich heute etwas befangen bin, denn a) war ich auch mal Azubi und b) spürt man hier wie stolz die auf ihr Concept-Fahrzeug sind – und ganz ehrlich – was soll ich da auch kritisieren? Ich finde den ja sogar hübscher als das Spenderfahrzeug.

Das Rezept klingt einfach: Man nehme also einen Skoda Scala, entfernt das Dach, schweißt die hinteren Türen zu und zack – fertig ist der Slavia. Naja, fast – etwas mehr steckt dann schon noch dahinter.

Der Skoda Slavia ist ein klassischer Spider und fährt ohne Dach vor. Das wissen wir bereits! Das in White Crystal Blue lackierte Concept-Fahrzeug präsentiert sich mit Details in Black Magic. Wir sehen neben der Karosserie-Veränderung vor allem auch noch eine modifizierte Front-Verkleidung doch was dreht sich da eigentlich in den Radhäusern?

Ich wollte unbedingt, dass die Azubis auf tschechisch antworten, ich darf also frei übersetzen und ergänzen?

In den Radhäusern drehen sich 8×20″ Räder, die man sich vom Skoda Kodiaq RS geliehen hat. Die 235/30 20″ Continental SportContact 6 bringen in dem Fall die Kraft auf die Vorderachse, passen aber nicht auf den Kodiaq RS, da muss man mindestens 235/45 R20 fahren, sonst passt das mit dem Abrollumfang nicht. Hinter den Felgen versteckt sich die Bremsanlage vom Skoda Octavia RS. Das Fahrzeug präsentiert sich ca. 3 cm tiefergelegt. Schön, wenn man die passenden Teilespender im Werk hat, oder?

An der Seite sehen wir Monte Carlo Schwellerleisten, darunter befinden sich LEDs mit verschiedenen Leuchtfunktionen, möglich sind alle RGB-Farben.
Am Heck eine speziell gestaltete Heckschürze und natürlich die Heckklappe mit dem integrierten Spoiler.

Darüber sieht man die Abdeckung mit den typischen Höckern. Liebe zum Detail spürt man an jeder Ecke und Kante, so sind sehr glatte Übergänge an der A-Säule aber auch an den Türen zu erspähen. Großartig! Das schaffen andere Premium-Hersteller nicht einmal in der Serienfertigung.

Der Skoda-Schriftzug ist beleuchtet und hat zugleich die Brems- aber auch die Rückfahrlichtfunktion. Ein cooles Feature, welches so aber vermutlich so schnell keine Zulassung bekommen dürfte.

Lust auf Abmessungen? Nun gut, die verwundern zumindestens die Experten nicht, denn die erinnern stark an das Spenderfahrzeug:
Der Skoda Slavia ist 4,36 Meter lang, ohne Außenspiegel 1,79 Meter breit und gerade einmal 1,41 Meter flach. Der Radstand von dem 2-Sitzer beträgt 2,65 Meter und wir haben eine Bodenfreiheit von 18 cm. Damit hat er eine höhere Bodenfreiheit als der Scala, das liegt natürlich an den größeren Rädern. Das Leergewicht liegt bei 1.210 kg, ist also knapp 55 kg leichter.

Unter der Motorhaube findet man einen 1.5 Liter TSI mit einer Leistung von 110 kW, das sind 150 muntere Pferdchen. Die Kraft geht über das 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe und anschließend über die Vorderachse auf die Fahrbahn. Die Abgase werden über die modifizierte Auspuffanlage über zwei Endrohre in die Freiheit entlassen und kann euch sagen, das klingt schon ganz kernig, wäre so aber in Deutschland nicht zugelassen. Ich habe die Azubis übrigens gefragt warum Sie sich für den Benziner entschieden haben und die Antwort überrascht mich nicht: Zu einem Spider gehört auch etwas Klang, damit weckt der 150 PS Benziner also ein paar Emotionen mehr.

Wir gehen nun einfach mal davon aus, dass wir es hier mit dem normalen Scala-Motor zu tun haben. Sprich, der Motor erreicht seine Höchstleistung bei 5.000 Umdrehungen und verfügt über ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Beim Scala reicht der Motor aus um innerhalb von 8,2 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen und man erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Ob ihr mir das nun glaubt oder nicht, in so einem Spider sind das durchaus Werte die reichen um Fahrspaß zu erzielen, doch was wurde denn im Innenraum so alles verändert?

Ich fass noch mal kurz zusammen: Im Innenraum sitzen Fahrer und Beifahrer auf Sparco-Rennsitze. Gesichert werden die Passagiere durch Vier-Punkt Sicherheitsgurte, die man aus dem Rennsport kennt. Durch weiße Kontrastnähte veredelt, präsentiert sich der Innenraum und in der Hutablage entdeckt man einen Teil der Hifi-Anlage. Denn hier drehen die Azubis noch einmal richtig auf, 320 Watt für die normalen Lautsprecher und 2.250 Watt für den Subwoofer! Das knallt! Das drückt und ich fühle mich gleich zwanzig Jahre jünger, damals unterwegs mit Bass-Antrieb zur Love Parade, das waren noch Zeiten.
Meinen Verbrauch konnte man damals übrigens in Red-Bull-Dosen messen, unter 5 Liter schaffte man es nicht von Münster nach Berlin, doch ich schweife ab…

…den hier könnte man kombiniert wohl mit 6-7 Liter fahren, aber das spielt heute mal wirklich keine Rolle. Ich durfte den zwar eine Runde fahren, aber das hier ist natürlich kein Fahrbericht. Das Lenkrad kennt man vom Octavia, im Innenraum wurde auch noch mal die Farbe aufgegriffen und selbst an die Kleinigkeiten hat man gedacht, so gibt es nun keine Schalter mehr für die Fensterheber – denn schließlich gibt es keine Seitenfenster mehr.
Ansonsten erinnert hier vieles an das Spenderfahrzeug! Das virtuelle Cockpit, die Instrumententafel, das Infotainmentsystem und auch die Assistenzsysteme durften drin bleiben, doch wie sieht es eigentlich aus mit dem Kofferraum?

Im Kofferraum von Skoda Slavia finden also zwei Elektroroller Platz, damit könnte man dann die letzte Meile bezwingen. Also aus der eigenen Garage mit dem Spider in das Parkhaus und von dort aus dann mit dem Elektroroller zum Arbeitsplatz! Dann geht es bei schönem Wetter auch ganz ohne Dach. Wie die Elektrofahrer immer so schön sagen: Das muss man alles nur vernünftig planen, dann geht das… doch was ist, wenn es doch mal regnen sollte?

Wenn es dann doch mal regnet, hat man halt zwei Regenschirme im Fahrzeug. Aber mit so einem Fahrzeug da scheint doch stets die Sonne.

Unter uns? Ich liebe emotionale Fahrzeuge und offene Fahrzeuge haben mich schon immer fasziniert. Ich mag auch Concept-Studien! Die zeigen einem immer was so möglich sein könnte und es gibt auch stets einen Ausblick in die Zukunft.

Ich mag das Open-Air-Feeling, wenn der Fahrtwind um die Nase weht und ja, ich habe eine große Nase.

Ich mag Fahrzeuge die mehr sind, als nur das Bewegungsmittel von A nach B und auch wenn ich eine eher sehr sehr sehr geringe Chance auf eine Serienfertigung sehe und Renault mit dem Wind auch keine Chance hatte, sehe ich hier ein tolles Team, ein tolles Concept-Fahrzeug und für die Marke Skoda eine großartige Zukunft!

Also ich kann nur sagen: Liebe Azubis der Skoda Berufschule, das habt ihr mal wieder großartig gemacht und ich bin der Überzeugung, dass Skoda die fünf Mädels und 26 Jungs zunächst sicherlich nicht zu einem Marktbegleiter gehen lassen wird. Unterstützt werden die Azubis von Fachleuten aus diversen Abteilungen von Skoda und genau so müsste es doch eigentlich immer sein, oder? Das Wissen und Know how weitergeben an die folgende Generation, die aber dennoch ihre eigenen Ideen entwickeln und umsetzen lassen – so bringt man neue Ideen auf die Straße.