Probefahrt Nissan 370Z – Der Zorro von Nissan – Kleiner Straßenräuber mit viel Kraft!

Wir hatten ja schon vor ein paar Tagen euch den Infiniti G37S als Coupé gezeigt. Dieses Fahrzeug hat etwas mit dem Nissan 370Z gemeinsam! Okay, die beiden Fahrzeuge haben vieles gemeinsam, aber ich spreche hier vom Motor. Denn auch im Nissan 370Z steckt der 3,7 Liter V6 Motor der allerdings im Nissan 370Z sagenhafte 331 PS leisten darf. Beim Infiniti sind es ein paar Pferdestärken weniger, aber wir wollen mal nicht kleinlich werden. Der Nissan 370Z tritt als Nachfolger vom 350Z in große Fußstapfen, doch die füllt das kleine zweitürige und zweisitzige Coupé locker aus. Der Nissan 370Z spielt nicht sportlich, er ist es! Er ist flach, er ist hart, er ist (wenn man möchte) laut und kann sehr schnell werden. Mein erster Eindruck hat sich auch nicht getäuscht: Die Karosserie fühlt sich wertig an, die Türverkleidungen waren mit hochwertigem Alcantara Leder überzeugen und auch die Kunststoffteile verfügen über eine gute Haptik. Der Einstieg macht schon Spaß, dank dem Keyless-Go System greift man einfach zum Türgriff und öffnet das Fahrzeug per Tastendruck. Etwas sportlich muss man schon sein um gut ein- und auszusteigen, doch nach etwas Übung klappt der Ein- und Ausstieg.

Das Heck hat schon etwas vom 911, oder? Diese breite Form steht dem Nissan 370Z ausgesprochen gut. Die mittig angebrachte Nebelschlussleuchte im F1 – Look wirkt natürlich umso sportlicher. Die beiden Auspuffendrohre dienen nicht nur der Optik sondern überzeugen auch durch ein sonores Klangbild.

Der Kofferraum, tja, was soll ich dazu schreiben? Der Nissan 370Z hat einen Kofferraum mit einem Volumen von 185 Litern. Die Heckklappe ist recht schwer, daher brauchte ich bei mehreren Anläufen beide Hände um diese zu öffnen. Eine Hand um auf den Öffner zu drücken und die zweite um die Heckklappe anzuheben. Nun, ich schreibe hier schließlich über ein Sportwagen und nicht über eine Reiselimousine, für eine Reiselimousine wäre der Kofferraum zu klein, für einen Sportwagen reicht er vollkommen aus.

Die Tankanzeige wird mittels kleinen Leuchtdioden angezeigt, erst etwas Gewöhnungsbedürftig, aber das ganze Cockpit soll wohl Rennatmosphäre vermitteln. Wer keine Lust auf Motorsound hat, der kann sich von der Bose-Soundanlage beschallen lassen. Um den Scheibenwischer kümmert sich vorne der Regensensor und sehr positiv ist mir aufgefallen: Der Nissan 370Z hat auch hinten (noch) einen Scheibenwischer. Beim Motorstart zeigen alle Zeiger gleich mal was sie so drauf haben, ein toller Show & Shine Effekt:

Der Motorraum ist von unten komplett geschlossen, so kann von unten kein Schmutzwasser eintreten. Auch die Batterie und der Bremskraftverstärker sind zusätzlich noch einmal gekapselt. Hier sieht man auch sehr gut die vordere Domstrebe. Die hintere Domstrebe ist vor dem Gepäckraum (nicht mit Gebäckraum zu verwechseln) angebracht.

Das Getriebe arbeitet sehr präzise, die Schaltwege sind kurz. Beim Zurückschalten gibt der Nissan 370Z automatisch Zwischengas und ermöglicht somit ein schnelleres Zurückschalten. Das kann hin und wieder nerven, vor allem wenn man damit nicht rechnet. Die Übersetzung vom Getriebe ist kurz, sportlich, knackig – so wie erwartet und vermutlich von allen Nissan 370Z Kunden gefordert. Das 6-Gang Schaltgetriebe gibt die Kraft dann direkt an das Heck weiter. Die 245/45 18″ Reifen auf der Hinterachse dürfen dann die Kraft auf die Straße bekommen. Optional gibt es auch 275/35 19″ auf der Hinterachse, vorne entsprechend etwas schmaler.

Das Fahrwerk ist hart, keine Frage. Das ESP greift nicht zu schnell, aber bestimmend ein, wenn es denn sein muss. Bei Nässe kann es durchaus sein, dass das Fahrzeugheck mal nach außen drängen will, ebenso beim Lastwechsel, also bei der schnellen Beschleunigung. Angst braucht der Fahrer aber trotzdem nicht haben, die Technik (das ESP) fängt das Fahrzeug sicher wieder ein. Die Lenkung ist direkt und die Lenkung gibt eine gute Rückmeldung an den Fahrer. Bei Spurrillen reagiert der Nissan 370Z auf Grund der breiten Reifen etwas empfindlich. Auf einen Bremstest habe ich bewusst (da es wirklich schon Nass war) verzichtet. In der Mitte vom Cockpit gibt es dann noch eine Öl-Temperaturanzeige, ein Voltmeter und eine Uhr. Hier hätte ich persönlich lieber anstelle des Voltmeters eine Öldruckanzeige.

Der Verbrauch ist, nennen wir es mal, sportlich ambitioniert. Man kann den Nissan 370 Z mit einem Verbrauch von 8-10 Liter fahren, man kann auch noch mehr sparen: Wenn man ihn schiebt! Wer sportlich unterwegs ist und die Leistungsentfaltung spüren und erfahren will, der muss mit 13 Litern auf 100 km rechnen. Der 370Z ist also etwas durstig und dann auch noch verwöhnt. Er trinkt nämlich nur das gute Super Plus, was anderes kommt ihn nicht in den Tank! Der Tank fasst allerdings 72 Liter, für mich ein Plus-Punkt, denn ich tanke so ungern.

Bei 250 km/h ist Schluss mit lustig, den Sprint von 0 auf 100 schafft der kleine Flitzer in etwas über 5 Sekunden. Das Fahrzeug, welches uns großzügigerweise von Nissan in Herford zur Verfügung gestellt wurde hatte leider keine Parkhilfe verbaut, die hat mir noch gefehlt zum Glück. Obwohl der Nissan 370Z über sehr gute Außenspiegel verfügt, hätte ich mir beim rückwärts einparken ein Parkpilot gewünscht. Ansonsten ist der 370Z schon in der Serie sehr gut ausgestattet: Alarmanlage, Leder, Xenon, Tempomat, Bremsassistent, ESP usw. sind bereits ab Werk verbaut. Optional gäbe es noch ein großes Navi, ein 7 Gang Automatikgetriebe und halt die Parkhilfe vorne und hinten. Preislich liegt man so bei ca. 40.000 € – gar nicht mal zu teuer für ein Sportwagen mit den Leistungen, oder? So richtig geärgert habe ich mich, dass ich erst heute vom Nissan Sportcar Battle erfahren habe, das hätte ich mir auch gerne mal angesehen.

Neu bei Rad-ab.com: Ich stelle jedes Testfahrzeug, ab sofort,  einmal vor eine Sehenswürdigkeit aus Bielefeld. Warum? Weil wir beweisen wollen: Bielefeld gibts doch! Hier seht ihr den Nissan 370Z vor der Sparrenburg in Bielefeld:

Im Stand sieht der Nissan 370Z ja schon echt gut aus, aber richtig toll wirkt er in voller Fahrt:

Fazit: Stellt euch vor ihr hattet so einen richtig beschissenen bescheidenen Tag! Alles ging schief! Bei der Arbeit gab es Ärger, zu Hause fällt euch die Decke auf den Kopf und der Hund macht auch was er will. Dann geht ihr gefrustet ins Auto und fahrt einfach mal eine Runde – das Ziel ist eigentlich egal. Ihr setzt euch in die sportlichen Sitze, fühlt das sportliche Lenkrad und löst (übrigens auf total herkömmliche Art und Weise) die Handbremse. Drückt den Startknopf, hört das tolle Geräusch vom V6 Motor und fahrt los – der Weg ist das Ziel! Ich bin heute mit einem Grinsen im Gesicht wieder ausgestiegen! Wenn das bei einem Auto passiert, dann ist es ein Fahrzeug welches Emotionen weckt. Genau das tut der Nissan 370Z, er weckt Emotionen und genau das verlange ich von so einem Fahrzeug. Ziel erreicht – Licht aus – Applaus!

 

 

10 Gedanken zu „Probefahrt Nissan 370Z – Der Zorro von Nissan – Kleiner Straßenräuber mit viel Kraft!

  1. Sehr schöner Testbericht! Aber die Infos zum Kofferraum… *brrrr* :D
    Finde den Nissan sowieso ein sehr gelungenes Fahrzeug. Empfehle den 350Z immer als Gebrauchtwagen Freunden weil ich ihnen sage: “Hey, 6 Zylinder für so wenig Geld! Sportlich! Tolles Aussehen! Naaa?”

    Das Testfahrzeug braucht übrigens DRINGENDST Distanzscheiben!! XD Waren das Winterreifen?

    1. Nein. Waren die normalen 19″ Felgen. Waren auch noch Sommerreifen drauf, was heute nicht unbedingt empfehlenswert war… Im Autohaus stand noch ein 350Z Roadster für ca. 20.000 € – ich spürte schon das Jucken in den Fingern ;)

  2. Übrigens danke für den klasse Beitrag Jens!! Mich hat dein Beitrag so sehr im Fuß gejuckt, dass ich vor ein paar Tagen eine Probefahrt gemacht habe, die Proberunde hatte allerdings Konsequenzen… der Händler hatte selbst keinen angemeldet, aber ein “Kundenfahrzeug” – zufällig sollte der 2009er den Besitzer wechseln und jetzt rate mal wer ab März einen 370z zähmt ;) (die Entscheidung ist mir wirklich schwer gefallen!) Super geiles Stück Auto!!

    1. Dann hat dieser Blogbeitrag doch schon mehr gebracht als er sollte, wünsche dir gute Fahrt und vor allem bin ich heiß auf deine Meinung!

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